Außergewöhnliche Fassaden und Sonnenuhren

Über Stuck, Ornamente, Figuren und Farben und ...

© 2016 Reinhard A. Sudy

... über sichtbare und versteckte Sonnenuhren

Sonnenuhr hoch oben in der Dachwelt der Griesgasse. © 2016 Reinhard A. Sudy

Fassaden in Graz. Gemälde, Farben und Strukturen

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Gemütliche Kaffeehauskultur vor dem "Gemalte Haus" in der Herrengasse. © Sudy

Jänner 2015. Die Gestaltung so mancher der historischen und modernen Gebäudefassaden in Graz ist überraschend originell und vielfältig. Ein Blick in die Höhe zeigt Stuck und Sgraffiti, Malereien, bunte, glänzende und spiegelnde Fassaden.

 

Kräftige Farben

Einige Grazer Gebäude sind mit außerordentlich kräftigen, auffallenden Farben bemalt. So beispielsweise das rote Haus an der Ecke Mandellstraße und Sparbersbachgasse, das bereits zu einem Orientierungspunkt geworden ist.

 

Goldene Platten

Das goldene Haus in der Grazbachgasse 67 hat eine der auffälligsten, extravagant- modernen Fassaden der Stadt. Die teilweise raumhohe, transparente Glasfront und der großflächig-goldene Fassadenbereich sind im wahrsten Sinn des Wortes ein Lichtblick in dieser verkehrsreichen Straße.

 

 

Mehr: www.reinhardsudy.com | Architektur & Design

Sonnenuhren. Sie zählen die schönsten Stunden

Die „Milchstraßenwand“ mit der Sonnenuhr des steirischen Künstlers Wolfgang Buchner am Landesarchiv, Karmeliterplatz. © 2014 Reinhard A. Sudy

Sonnenuhren. Offensichtlich und doch oft übersehen

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Dezember 2016. Quer durch die Grazer Altstadt und in das schöne Villenviertel am Ruckerlberg führt dieser Spaziergang zu einigen schönen Sonnenuhren. Und ein Blick auf den Österreichischen Astronomischen Verein führt zur sehr aktiven Arbeitsgruppe Sonnenuhren, der Gnomonicae Societas Austriaca (GSA).

Sonnenuhr-Gemälde im Innenhof des Museums für Volkskunde

Gemalte Sonnenuhr in einem Innenhof des Grazer Volkskundemuseums. © 2016 Reinhard A. Sudy

Das Volkskundemuseum dokumentiert mit einer Sammlung von mehr als 40.000 Objekten die materielle und geistige Volkskultur der Steiermark. Die Heimat des ausgedehnten Museumskomplexes sind das ehemalige Kapuzinerkloster am Fuße des Schlossberges in der Paulustorgasse und ein geschickt angefügter Neubau. In einem nur über das Museum zugänglichen schlichten Innenhof findet sich eine zwischen zwei Fenstern auf die Gebäudefassade gemalte, mit 1729 datierte rechteckige Sonnenuhr.

 

Volkskundemuseum

Paulustorgasse 11-13a, A-8010 Graz

www.museum-joanneum.at/volkskunde

Uhrenhaus Weikhard am Hauptplatz. Zeit bei Sonne und Regen

Vorgehängte Sonnenuhr am historischen Gebäude des Weikhard-Hauses. Davor steht die als Treffpunkt beliebte Weikhard-Standuhr. © 2016 Reinhard A. Sudy

Die Weikhard-Uhr am Grazer Hauptplatz kennt wohl ein jeder, der sich einmal an diesem zentralen Treffpunkt in der Innenstadt verabredet hat. Wenige nur aber heben ihren Blick höher: Zwischen den Fensterreihen eingefügt zeigt hier eine weitere, der Gebäudefassade vorgehängte tafelförmige Uhr bei Sonnenschein, ob man auch wirklich pünktlich war.

Links oben im Eck des Ziffernblattes dieser Sonnenuhr stehen die Worte 'WEIKHARD' und darunter 'ULTIMA LATET'. Im Rund der kleinen Sonnenscheibe oberhalb ist gerade noch 'GRACCENSIS 1880 [?]CIVITAS zu erkennen.

 

Juwelier – Uhren Weikhard

Hauptplatz 13, A-8010 Graz

www.weikhard.at

Hoch oben in der Dachlandschaft: Sonnenuhr in der Griesgasse

Diese Sonnenuhr schmückt einen freien, nach Süden gerichteten Hauswandteil des Grand Hotels Wiesler. © 2016 Reinhard A. Sudy

Oft schon bin ich durch den oberen Teil der Griesgasse gegangen. Umso mehr war ich Überrascht, als ich wieder einmal auf dem Weg vom Südtirolerplatz zum Nikolaiplatz eine Sonnenuhr enteckte: Hoch oben auf der südlichen Hauswand des 1905 - 1908 nach Plänen von Marcel Kammerer, einem Schüler Otto Wagners, erneuerten und erweiterten Grand Hotels Wiesler zwischen Grieskai und Griesgasse ist eine schlichte, gut erhaltene Sonnenuhr zu sehen.

 

Hotel Wiesler

Grieskai 4 - 8, A-8020 Graz

www.hotelwiesler.com

Unterwegs am Ruckerlberg. Sonnenuhr auf einem Privathaus

Eine zierliche Sonnenuhr als Wandschmuck an einem Privathaus am Grazer Ruckerlberg. © 2016 Reinhard A. Sudy

Bei einem meiner Spaziergänge bergauf und bergab durch die Gassen des Villenviertels am Grazer Ruckerlberg entdeckte ich einmal diese schöne Sonnenuhr an einer Hausfassade. 

 

Arbeitsgruppe Sonnenuhren

Im Österreichischen Astronomischen Verein gibt es eine eigene Arbeitsgruppe Sonnenuhren (GSA) - die Abkürzung GSA steht für Gnomonicae Societas Austriaca.

Eine von von Helmut Sonderegger erstellte und gewartete Inhaltsübersicht informiert stichwortartig über alle Rundschreiben 1990 – 2015.

www.gnomonica.at | Österreichischer Astronomischer Verein, Wien, Arbeitsgruppe Sonnenuhren

Arbeitsgruppe Sonnenuhren (GSA). Inhaltsübersicht aller Rundschreiben 1990 – 2015
GSA Rundschreiben Inhalte.pdf
PDF-Dokument [869.0 KB]

 

Stand: Ergänzt und aktualisiert 2016.

Veröffentlicht: Grazer Kostbarkeiten. Sonnenuhren. In: Gsund. Menschen helfen Menschen. Nr. 52 Dezember 2006. Seite 53.

Auf den Spuren von alten und neuen Sonnenuhren

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

2010. Hoffentlich scheint die Sonne, wenn Sie nach der einen oder anderen Sonnenuhr Ausschau halten, die ich hier beschreibe. Sonnenuhren sind mehr als nur Zeitanzeiger. Mit Licht, Schatten und Farbe führen sie durch den Jahreskreislauf. Einige Beispiele gut erhaltener und schön verzierter, historischer Kunstwerke, aber auch neuerer Kostbarkeiten sollen auf dieses schon seit dem Mittelalter verwendete Zeitmessgerät aufmerksam machen.
 
Gnomonik. Die Lehre von der Sonnenuhr
Die damaligen Sonnenuhrkonstrukteure gehörten zur angesehenen Zunft der Kompassmacher. „Gnomonik“ ist der Fachbegriff für das sehr komplexe Wissen über die Berechnung und die Konstruktion von Sonnenuhren. Diese haben jedenfalls eine Uhrfläche, ein Ziffernblatt und einen meist unbeweglichen Metallstab als Zeiger oder Schattenstab.

Wandmalerei mit Sonnenuhr am Landesarchiv-Gebäude
Im Herbst 1986 wurde vom steirischen Künstler Wolfgang Buchner die „Milchstraßenwand“, eine Wandmalerei mit einer Sonnenuhr im Zentrum, fertiggesstellt. Sie ist eine der wohl bekanntesten Sonnenuhren in Graz. Diese gestaltende Malerei mit einer Sonnenuhr und zwei Skulpturen aus Kristall schmücken das südliche Giebelfeld des Steiermärkischen Landesarchivs am Grazer Karmeliterplatz Nr. 3, der ehemaligen, 1633 eingeweihten Karmeliter-Kirche.

Sonnenuhr im Klosterhof bei der Mariahilferkirche
Ein schöner Arkadengang führt um den ruhigen und stimmungsvollen Innenhof des Minoritenkonvents bei der Mariahilferkirche. Hier schmückt eine bildreiche Sonnenuhr den nördlichen Gebäudetrakt. Das Bildnis der Hl. Maria mit dem Gotteskind im Arm wird von vielen kleinen, kinderhaften Engelsfiguren umrahmt.

Sonnenuhr-Wandmalerei im Minoriten-Klosterhof bei der Mariahilferkirche. © 2016 Reinhard A. Sudy

Zwei Sonnenuhren im Grazer Franziskanerkloster
Die eine befindet sich - nach der Schilderung von W. E. Schmidt - im „Klausurbereich“ des so genannten Bienen- oder Binnenhofs, dem ehemaligen Wirtschaftshof. Sie schmückt das 1. Obergeschoß des Nordtraktes. Von dieser bemerkenswerten Uhr sind sechs Angabenbereiche ablesbar, wie z.B. die wahre Sonnenzeit oder die Tag- und Nachtlängen.

Einfacher aber auch sehr bunt gestaltet ist eine weitere Sonnenuhr, die sich in ebenfalls in einem Hof des Franzisklanerklosters  befindet. Im Klostergarten zur Albrechtsgasse ist diese heute teilweise von modernen Solareinheiten ummantelte historische Sonnenuhr über dem ehemaligen Brunnenhaus in der Höhe des 2. Obergeschoßes. Durch die Torgitterstäbe kann man heute  nicht mehr durchschauen. Aber von der Ecke Sparkassenplatz / Albrechtgasse in Richtung Norden blickend sieht man diese "Gartenuhr" über die Mauer hinweg.

Von modernen Solareinheiten ummantelte historische Sonnenuhr in einem Hof der Franziskanerkirche. © 2016 Reinhard A. Sudy

Stand-Sonnenuhr in der LSF Graz

Die lange Geschichte der Namensgebung der 'LSF Graz' ist nach wie vor nicht zu Ende. Aus dem Feldhof im Süden von Graz wurde zuletzt die Landesnervenklinik Sigmund Freud. Das war auch die Zeit, als hier eine Stand-Sonnenuhr errichtet wurde. Die im Jahre 2000 aufgestellte vertikale Stand-Sonnenuhr stammt von einem Mitarbeiter: Heinz Stiegler, Sozialarbeiter und begeisterter Sonnenuhrkenner und -bauer, hat mit dieser farbenprächtigen Sonnenuhr ein Sinnbild der Hoffnung geschaffen.

PS. Aktuell wird die LSF Graz als Standort Süd des gemeinsamen LKH Graz Süd-West bezeichnet. Und in einigen Jahren ...?

Die Stand-Sonnenuhr wird dann hoffentlich noch immer die Zeit anzeigen - zumindst bei Sonnenschein.

Eine originelle Stand-Sonnenuhr in einem Hof der Grazer Landesnervenklinik Sigmund Freud. © 2016 Reinhard A. Sudy
Quellen
Buchner, Wolfgang: Die Milchstraßenwand. Eine Wandmalerei mit Sonnenuhr. In: Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs, Folge 48, Seite 97-118. Graz 1998.

Schmidt, Wilma Elsbeth: Zwei Sonnenuhren im Grazer Franziskanerkloster. In: Blätter für Heimatkunde, 75. Jahrgang, Heft 4, Seite 164 - 168. Graz 2001.

Stiegler, Heinz: Symbolkräftige Sonnenuhr. LSF Graz: Wo helle Stunden doppelt zählen. In: G'sund. Menschen helfen Menschen. Nr. 28, Dezember 2000, Seite 10

 

Stand: Ergänzt und aktualisiert 2016.

Veröffentlicht: Sie zählen die schönsten Stunden. Auf den Spuren von alten und neuen Sonnenuhren. In: Gsund. Menschen helfen Menschen. Nr. 36 Dezember 2002. Seite 36 - 37.

Empfehlen Sie diese Seite auf: