Über Plätze mit Geschichte und Grazer Bauern-Märkte

 
vongroßen und
kleinen, bekann-
ten und versteck-
ten Plätzen.
Manch einer ist
nur als Parkplatz
bekannt, ohne
dass uns seine Geschichte oder
Schönheit bewusst ist. Angelehnt an
die Ausführungen von Edith Münzer,
Alt-Grazer-Spaziergänge, Edition
Strahalm 1996, wird diesmal kurz der
Freiheitsplatz mit seiner interessanten

Graz ist reich an großen und kleinen, bekannten und versteckten Plätzen. Manch einer ist oder war einst nur als Parkplatz bekannt, ohne dass uns seine Geschichte oder Schönheit bewusst geworden ist. Und manches Mal liegen sie dicht aneinander gereiht, ohne dass uns die Übergänge von einem zumnächsten Platz bewusst werden.

Eine unvergleichliche Atmosphäre bieten einige Grazer Bauernmärkte, die ihr Warenangebot auf Plätzen mit Geschichte anbieten. Gemüse und Obst, Brot und Kuchen, Fisch, Fleisch und Wurst aber auch Blumen können hier direkt beim Produzenten gekauft werden.

Hier lesen Sie über den

  • Freiheitsplatz
  • Kaiser-Josef-Platz
  • Kapaunplatz
  • Nikolaiplatz und Entenplatz

Freiheitsplatz. Einst mit und heute (fast) ohne Autos

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Graz ist voll
vongroßen und
kleinen, bekann-
ten und versteck-
ten Plätzen.
Manch einer ist
nur als Parkplatz
bekannt, ohne
dass uns seine Geschichte oder
Schönheit bewusst ist. Angelehnt an
die Ausführungen von Edith Münzer,
Alt-Grazer-Spaziergänge, Edition
Strahalm 1996, wird diesmal kurz der
Freiheitsplatz mit seiner interessanten
Lokal-Szene vorgestellt.
Das Denkmal von Kaiser Franz in der Mitte des Platzes, damals noch ein Parkplatz.
Angelehnt an die vor allem historischen Ausführungen von Edith Münzer (Alt-Grazer-Spaziergänge, Edition Strahalm 1996) stelle ich hier den Freiheitsplatz mit seiner interessanten Lokal-Szene kurz vor.
 
Kaiser Franz überblickt alles
Der architektonisch elegante, weiträumige Freiheitsplatz war ursprünglich zur Gänze verbaut. Die heutige Form hat er erst um 1840 erhalten. An der Nordseite des Freiheitsplatzes beeindruckt das stattliche Gebäude des Lamprechter Hofes. Hier stand einst einst mit der „Friedrichsburg“ ein Teil der Grazer Burg. Ein Blickgang ist auch die schön gegliederte Hausfassade mit einem hübsch geschmückten Balkon in der nordwestlichen Ecke. An der Ostseite steht das Schauspielhaus und die südliche Front wird von der Alten Universität gebildet. In der Mitte des Freiheitsplatzes thront eine prachtvolle Statue. Das von dem berühmten Mailänder Bildhauer Marchesi geschaffene Denkmal des österreichischen Kaiser Franz war einst dicht von parkenden Autos umgeben.
 
Kleine Lokalszene und wenig Parkplätze
Heute hat der Freiheitsplatz nur meht zwei kleinere, heiß begehrte Parkflächen, das große Areal um das Denkmal ist eine freie, geschotterte Fläche. Seine Rolle als Szene-Treff hat der Freiheitsplatz zwar inzwischen verloren, aber seine interessanten Lokale sind geblieben, wenn auch einige neue Namen haben. Einen Abstecher wert sind das knapp vor Weihnachten 2001 eröffnete Pichlers Spielzeugmuseum und die Buddha Style Bar in der Hartiggasse, einem kurzen Straßenstück zwischen dem Freiheitsplatzes und dem Karmeliterplatz.

Cafe Mitte (einst legendäres Cafe Fink)
Freiheitsplatz 2, 8010 Graz

www.cafemitte.at

 
elenors (davor Pierre’s Cafe - Bar)
Cafè - Bar im Schauspielhaus
Freiheitsplatz 6, 8010 Graz
www.elenors.at

Hathi (davor Della Libertà)
Indisches Spezialitäten Restaurant
Freiheitsplatz 1, 8010 Graz

Pfauengarten Buddha Style Bar (davor Mocca Bar)
Hartiggasse 4, 8010 Graz
 
Pichlers Spielzeugmuseum
Hartiggasse 4 am Pfauengarten, 8010 Graz
www.puppenmuseumgraz.at

 

Stand: 2002. Aktualisiert und geringfügig ergänzt am 10. Juni 2015.

Veröffentlicht: Der Freiheitsplatz. Grazer Plätze: Geschichte und Gegenwart. In: Gsund. Menschen helfen Menschen. Nr. 34 Juni 2002. Seite 38.

 

Kaiser-Josef-Platz

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Ein beliebter Bauernmarkt vor der Opernhaus-Kulisse. © 2015 Reinhard A. Sudy

Diesmal führt unser Spaziergang auf einen historisch interessanten Grazer Platz, der am Vormittag ein Bauernmarkt ist. Der Kaiser-Josef-Platz ist einer der großen Märkte der Garzer Innenstadt. Ursprünglich nach seiner Verwendung als Holzlagerplatz und Holzmarkt einfach als „Holzmarkt“ bezeichnet, wurde er erst 1888 in den „Kaiser-Josef-Platz“ umbenannt.

 

Bauernmarkt mit 'Lokalmeile'

Hier gibt es unter den Kastanienbäumen von Montag bis Samstag das geschäftige Treiben eines Bauernmarktes und unter den vielen Standln auch einige gemütliche Treffpunkte mit feiner Kulinarik. Bei einer kleinen Stärkung macht es Spass, mit Blick auf das Grazer Opernhaus so nebenbei auch das lebendige Treiben dieses Marktes zu beobachten. Ob Ihnen das eine oder andere Lokal zusagt, müssen Sie selbst herausfinden. Meine Favoriten habe ich am Ende dieser kurzen Beschreibung angefügt.

Kaisers smoked BBQ (davor Schnabelweide)
Kaiser-Josef-Platz, Stand 19-21, 8010 Graz

www.kaisersbbq.at

Rossian (davor Bratlfett & Prosecco)
Kaiser-Josef-Platz, Stand 6-8

www.rossian.cc

 

Stand: 2015.

Quellen:

1. Originalfassung dieses Beitrages in der G’sund-Ausgabe Nr. 29, März 2001, Seite 40 und 41.
2. Edith Münzer, Alt-Grazer Spaziergänge, Edition Strahalm, Graz 1996, Seite 239 - 240.   

Kapaunplatz

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Dieser idyllische, versteckt gelegene, winzige Platz hieß ursprünglich „Holzplatzl“ oder „Altes Fischplatzl“. Seinen heutigen Namen erhielt er 1792, als die Kapaunhändler hier ihre Ware zu verkaufen begannen. [PS. Ein Kapaun ist ein kastrierter, gemästeter Hahn.]
 
Zwischen Franziskanerplatz und Hauptplatz
Gut erreichbar ist der Kapaunplatz von der Franziskanerkirche her. Da wirkt er auf den ersten Blick wie eine breitere Sackgasse. Aber die Davidgasse, ein düsterer und unscheinbarer Durchgang, führt weiter auf den Hauptplatz.

Schauen und genießen
Die den Kapaunplatz umgebenden Häuser stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Ein Schmuckstück dieses sich zur Franziskanerkirche hin öffnenden Platzes ist das Haus Nr. 2 mit den prächtigen Stuckornamenten und der in einer Nische aufgestellten Madonna. Hier, zwischen dem Hauptplatz, der Murgasse und der Franziskanerkirche versteckt, liegen dicht nebeneinander gemütliche, kleine Gaststätten. Die Küche ist bodenständig, die Wirtsleute sind zuvorkommend und im Sommer sitzt man in gemütlichen, kleinen Gastgärten.

Durchgang mit Hausnummer 4

Als ich wieder einmal über den Kapaunplatz ging und ein paar Fotos machte, fiel mir zum ersten Mal die ganz schmale, gerade Tor-breite Fassade eines Hauses auf. Hinter dem alten Holztor öffnete sich ein langgestreckter, schmaler und nach oben hin offener Gang Richtung Hauptplatz, einer Reiche ähnlich, und gesäumt von den grau aufragenden Fassaden angrenzender Gebäude. Der kleine Raum oberhalb des Tors ist heute Teil eines Mode-Geschäfts mit dem Eingang am Eck Hauptplatz und Murgasse. Originellerweise hat das kleine Verbindungsbauwerk mit einem großen Holztor und einem winzigen Raum mit Fenster und innenliegendem Balkon eine eigene Adresse: Kapaunplatz 4.

 

 

Peter-Weinstube
Kapaunplatz 1, 8010 Graz

 

Mehlschwalbe

Kapaunplatz 3, 8010 Graz

 
Muki’s Weinstube und Franziskanerkeller
Kapaunplatz 5, 8010 Graz

Café Schmiedt
Kapaunplatz 7, 8010 Graz

 

Stand: 2015.

Quellen:

1. Originalfassung dieses Beitrages in der G’sund-Ausgabe Nr. 25, März 2000, Seite 62 und 63.
2. Edith Münzer, Alt-Grazer Spaziergänge, Edition Strahalm, Graz 1996, Seite 84 - 85.

Nikolaiplatz und Entenplatz

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

© Reinhard A. Sudy Die Statue des hl. Nikolaus. Ganz hinten der Glockenturm der Franziskanerkirche, davor der Uhrturm am Schlossberg.

Im Grazer Griesviertel liegen auf der rechten Murseite zwischen der Tegetthoffbrücke und der Radetzkybrücke zwei ineinander übergehende kleine Plätze, der Nikolai- und der Entenplatz. Um diese beiden Plätze gruppiert sich ein historisch und auch aktuell interessanter, etwas verwinkelter kleiner Stadtteil, der umschlossen wird vom Grieskai, der Gries- und der Brückenkopfgasse.    

 

Einst
Der ehemalige Nikolaikai und der Nikolaiplatz sind nach dem Patron der Schiffer und Flößer benannt. Hier war einmal eine Anlege- und Landestelle für Flöße. Vom Floßmeister Benedikt Wolf wurde eine Statue des hl. Nikolaus gestiftet. Nach mehrmaliger Verlegung und Zerstörung im letzten Krieg wurde die heutige Statue des hl. Nikolaus auf dem neu gestalteten Platz aufgestellt.
Der Entenplatz hat seinen Namen vom Entenbachl, einem alten Wasserlauf des Mühlganges, der hier geflossen ist. Der Entenplatz wiederum war Namensgeber für die einstige Frauenberufsschule, die im Volksmund humorvoll „Entenschule" hieß.

 

Heute
Ein interessanter Mix an Unternehmen und Institutionen hat sich im Umfeld der beiden ineinander übergehenden Plätze angesiedelt. Nikolaiplatz und Entenplatz sind zum Zentrum eines kleinen, lebendigen Viertels geworden, mit kleinen Gassen wie der Schiff- oder der Storchgasse, Gebäudedurchgängen und Höfen. Alte, restaurierte Gebäude und moderne Stahl-Glas-Architektur beherbergen zahlreiche Büros, einige kleine Läden und eine durchaus interessante Gastronomie.

  • Eine Besonderheit ist das historische Gebäude des Grazer Stadtarchivs: einst bis 1786 eine bürgerliche Schießstätte, ab 1910 die „Entenschule", ist hier seit 2000 das Stadtarchiv untergebracht. Sein Eingang hat gleich zwei Adresstafeln: Entenplatz 3a und Schiffgasse 4.
  • In unmittelbarer Nähe ist das Landeskonservatorium mit dem Haupteingang in der Nikolaigasse 2. Hier wirkte zwei Jahre lang Wilhelm Kienzl, der Komponist des musikalischen Schauspiels „Der Evangelimann".
  • Die „Koloniale" am Nikolaiplatz 3 ist das Haus für Wirtschaft und Innovation. Es beherbergt das Ressort für Wirtschaft, Innovation und Finanzen des Landes Steiermark.

Quelle:

Edith Münzer setzte sich in „Alt-Grazer Spaziergänge" ausführlich mit der interessanten Geschichte des Griesviertels und dabei auch mit dem Nikolai- und dem Entenplatz auseinander (Edition Strahalm 1996).

 

Stand: 2014.

Veröffentlicht: Nikolaiplatz und Entenplatz. In: Gsund. Menschen helfen. Nr. 55 September 2007. Seite

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