Kleine Tafeln erinnern an große Grazer Frauen

Texte und Fotos: Reinhard A. Sudy

Marienplatz 5: Erste Frauenberatungsstelle.

Eine beachtliche Zahl von Gedenktafeln erinnert in der Stadt Graz an verdienstvolle, mutige, erfolgreiche Frauen und ihre Wirkungsstätten. Die Standorte der Gedenktafeln sind nicht immer Blickfänge. Ich beschreibe die Standorte daher kurz und gebe zumindest Auszüge der Würdigungen wieder. Wie beispielsweise die der Gedenktafel am Standort der ersten steirischen Frauenberatungsstelle (1987-1997) in der Mariengasse 5. "Optimistisch glauben ihre Betreiberinnen, dass sich die Welt bewegen lässt, dorthin, wo Frauen nicht mehr aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt, unterdrückt und missachtet werden. Realistisch wissen sie, dass sie diese notwendigen Bewegungen einfordern müssen."

Hier sehen Sie einige Fotos und lesen dann ein wenig über

  • Inge Morath
  • Martha Tausk
  • Anna Susanna Prandtauerin
  • Herta Frauneder-Rottleuthner
  • Grete Schurz

Fotografin Inge Morath

Blick von der Klosterwiesgasse auf die Säule im Hofeingang.
Als ich wieder einmal auf dem Grazer Jakominiplatz stand, erinnerte ich mich, dass in dem prächtigen Gebäude zwischen Jakoministraße und Klosterwiesgasse einst die Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung untergebracht war. Im großen Innenhof dieses Gebäudekomplexes mit der Adresse Jakominiplatz 16 hatte ich den schönen Wandbrunnen von J. Klieber fotografiert. Den Brunnen gibt es übrigens noch immer. Überrascht war ich damals von den vielen Gastgärten der Lokale, die es im großen Innenhof dieses Gebäudekomplex gibt.

 

Inge Morath

Ich querte also den Innenhof und beim Verlassen durch das Tor Richtung Klosterwiesgasse entdeckte ich an einer Säule eine weitere Gedenktafel: Diesmal zur Würdigung der Fotografin Inge Morath (1923–2002). Hier, am Jakominiplatz 16, war der ehemalige Wohnort ihrer Großmutter Alexandra Morath. „Geprägt auch vom unkonventionellen Blick ihrer Grazer Großmutter auf das Leben hat sie die Welt mit wachen Augen gesehen. Aus der Reporterin wurde eine weltberühmte Fotografin. Nicht um vordergründige Schönheit ging es ihr, sondern um Wahrheit und die Poesie des Menschlichen.“

 

Menschen.Bilder im Greith-Haus

Ihr Mann, der Schriftsteller Arthur Miller, sagte einmal, dass sie in ihren Fotos nicht nur ausdrücke, "wie sie die Seele eines Motivs einfängt, sondern auch wie der eingefangene Augenblick gleichzeitig von Inge Morath Besitz ergreift". In der exklusiven Fotoausstellung "Menschen.Bilder" im süd-west-steirischen Greith-Haus, vom 28. März bis 19. April 2015, werden auch Fotos aus ihrer Spurensuche im steirisch-slowenischen Grenzraum "Last Journey" (2001) gezeigt.

www.greith-haus.at

 

Stand: 2009. Aktualisiert im Jänner 2015. 

Veröffentlicht: Gsund. Die besten Seiten der KAGes. Nr. 64 Dezember 2009. Seite 18.

Eine Abgeordnete und eine Wirtin. Martha Tausk und Anna Susanna Prandtauerin

Landhaushof: Gedenktafel für die Politikerin Martha Tausk.
Die Grazer Altstadt ist mir ganz gut vertraut. Dennoch stoße ich immer wieder auf mir Unbekanntes, wenn ich durch die Gassen und Höfe spaziere. Als ich kürzlich wieder einmal von der Schmiedgasse durch die Landhaushöfe zur Herrengasse ging, fiel mir eine der Tafeln auf, mit denen engagierte, große Grazer Frauen gewürdigt werden.
 
Martha Tausk 
Gleich gegenüber der Portiersloge im Landhaus wird an die erste weibliche Abgeordnete (1881-1957) erinnert, die 1918 in den provisorischen Landtag einzog. Ihr politisches Engagement galt der sozialen Versicherung für Heimgehilfinnen und Arbeiterinnen und dem selbstbestimmten Leben für alle Frauen.
 
Veröffentlicht: Gsund. Die besten Seiten der KAGes. Nr. 62 Juni 2009. Seite 14.

Architektin Herta Frauneder-Rottleuthner

Rechbauerstraße 12: Vorplatz der TU Graz.

Die Gedenktafel am Vorplatz der Technischen Universität Graz beschreibt deren erste Architektin folgendermaßen: "Herta Frauneder-Rottleuthner (1912-1999) absolvierte als erste Frau 1935 an der Technischen Universität Graz das Architekturstudium. Mehr als fünfzig Jahre arbeitete sie eigenständig und erfolgreich. Augrund ihres Geschlechtes wurde sie immer wieder gefragt, ob sie wirklich kann, was sie tut."

 
Stand: aktualisiert März 2012.
Veröffentlicht: Gsund. Menschen helfen Menschen. Nr. 55 September 2007. Seite 10.

Frauenbeauftragte Grete Schurz

Tummelplatz 9: Sitz der Grazer Frauenbeauftragten.
Der Sitz der Grazer Frauenbeauftragten ab 1995 war am Tummelplatz 9.
"Die einstige Frauenbeauftrage Grete Schurz zeigte, was Emanzipation für Frauen konkret heißt: Trotz Widerstände den eigenen Weg zu gehen. Engagiert und temperamentvoll kämpfte sie für Gleichstellung, soziale Sicherheit und gegen Rollenklischees. Ihr Motto: „Keine Rosen ohne Dornen!"

 

Stand: aktualisiert März 2012.
Veröffentlicht: Gsund. Menschen helfen Menschen. Nr. 55 September 2007. Seite 10.

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