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Karl Morre. Volksdichter und Landtagsabgeordneter

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Porträtbüste Karl Morre (1832–1897) mit der Gabi aus „s’Nullerl“. © Sudy

Im Grazer Volksgarten erinnert ein von Hans Brandstetter gestaltetes Denkmal an den engagierten Volksdichter und Landtagsabgeordneten Karl (manchmal auch Carl) Morre. Hauptfiguren aus seinem wohl bekanntesten Werk „s´Nullerl" flankieren seine Büste, die auf einem hohen Sockel steht.

 

Volksdichter

Karl Morre wurde am 8. November 1832 in Klagenfurt geboren, kam aber nach dem Abschluss des Gymnasiums in die Steiermark. Hier wurde er zu einem bekannten Volksdichter und Freund vor allem der unteren Schicht des Volkes. So schildert er im Volksstück „s´Nullerl" auch das Schicksal eines Köhlers, dem das Leben nicht allzu Gutes vorbehalten hatte.

 

Politisches Engagement für Arme

Als Abgeordneter zum Steirischen Landtag setze er sich intensiv für die Rechte der armen Leute auf dem Land und in der Stadt ein. Sein großes Engagement galt der Schaffung einer Alters- und Krankenfürsorge für das bäuerliche Volk. Der am 21. Februar 1897 in Graz verstorbene Karl Morre ist am Zentralfriedhof beigesetzt worden.

 

Spuren in Graz

Neben dem Denkmal im Grazer Volksgarten erinnert auch die eher ruhige Karl Morre- Straße im XIV. Grazer Bezirk Eggenberg an den Volksdichter und sein soziales Engagement.

 

Stand: Geringfügig geändert Februar 2015.

Veröffentlicht: Karl Morre. Volksdichter und Landtagsabgeordneter. In: Gsund. Die besten Seiten der KAGes. Nr. 63 September 2009. Seite 29.

Wolfgang Amadeus Mozart. Er war nie in Graz, aber ...

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Hier lesen sie in kurzen Geschichten über

  • Graz. Mozartbüste und Gedenktafel?
  • Graz. Garten-Pavillon als Mozart-Denkmal
  • Zum 250. Geburtstag
  • Familiengeschichte und Forschter-Grab in Graz
  • Steiermark. Erinnerungen an Mozart
  • Europäische Mozart-Wege
  • Live Mozart Now

Wo ist Mozart?

Das Mozartjahr 2006 war für mich auch Anlass, in Graz nach Mozart-Spuren zu suchen. Einige der damals gemachten Fotos sind bereits „Zeitzeugen" geworden: Die Mozartbüste im Grazer Stadtpark beispielsweise war verschwunden. Da hatte wohl ein Mozart-Fan zugegriffen. Zurück blieb nur der Sockel mit der aufgesprayten Frage "Wo ist Mozart?". , 2007 gab es bereits wieder eine neue Mozartbüste auf dem gereinigten Sockel, an der heute die Menschen mehr oder weniger achtlos vorbeigehen. Verschwunden ist auch eine Gedenktafel an der Gebäudefassade Murgasse 2, die an den Musikalien- und Kunsthändler und leidenschaftlichen Mozart-Verehrer Franz Deyerkauf erinnerte. Diese Gedenktafel ist nach einer Renovierung des Gebäudes und dem Einzug eines neuen Modegeschäftes leider nicht wieder montiert worden.

Franz Deyerkauf. Gedenktafel

Diese Gedenktafel war einst auf der Fassade des Grazer Eckhauses Murgasse 2 und Sackstraße montiert. Sie erinnerte an Franz Deyerkauf, einem großen Verehrer von Wolfgang Amadeus Mozart. In diesem Haus wurden Werke des Komponisten aufgeführt, einige überhaupt zum ersten Mal. Nach der Renovierung dieses Gebäudes 2009 wurde diese Tafel leider nicht wieder angebracht.

 

 

Stand: Sommer 2006.

Zum 250. Geburtstag des musikalischen Wunderkindes

Die ganze Welt und ganz besonders Österreich feiern den 250. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Die Schöpferkraft dieses musikalischen Genies und sein Leben vom Wunderkind bis zu seinem frühen Tod sind derzeit allgegenwärtig. Die Steiermark als Mozart-freie Zone hat daher - außerhalb unseres Bundeslandes - beachtliches Interesse gefunden. Sogar BBC und der Spiegel haben darüber berichtet, dass sich die Steiermark einer überbordenden Mozart-Vermarktung verschließt. Natürlich gibt es den Mozart auch in der Steiermark. Zur Halbzeit nähern wir uns Mozart daher von anderen, aber dennoch ganz besonderen Seiten. Wolfgang Amadeus Mozart ist zwar selbst nie nach Graz gekommen, wohl aber hielt sich seine Witwe Constanze (1762-1842) in Graz auf. Und hier in Graz steht auch das erste Mozart-Denkmal weltweit.

Mozart-Denkmal im Garten des Hauses von Franz Deyerkauf

Das Eingangstor der Grazer Schubertstraße 35. Auf dem dahinterliegenden Grundstück steht die wohl älteste Mozart-Gedenkstätte, ein 1792 im Auftrag von Franz Carl Deyerkauf errichteter Gartenpavillon. © Reinhard A. Sudy

Hier in Graz steht aber das erste Mozart-Denkmal weltweit. Der glühende Mozart-Verehrer Franz Xaver Deyerkauf (1750-1826) ließ bereits 1792 im Gartengelände seiner Villa in der Schubertstraße 35 ein tempelähnliches kleines Gebäude errichten. Dieses Mozart-Denkmal ist leider für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und von der Straße auch nicht zu sehen. Der Innenraum dieses Pavillons wird aber detailliert in der Mozart-Biographie von Georg Nikolaus von Nissen beschrieben.

 

„Zu Gräz, im Garten des Kaufmanns Deyerkauf, ist ihm am 15ten May 1972 ein Denkmal errichtet. Plafond: Gott Apollo hält das Bildniss des Verewigten in die Höhe, Genien unterstützen es und die neun Musen frohlocken darneben hin. Die Fama verkündigt seine Unsterblichkeit. Der Waldgott Pan mit seinen Gehülfen bedeutet die schlechten Autoren, denen der Genius den Mund zuhält. Die freyen Künste sind mit unten angebracht. – An der Seite des Tempels, weil auf dem Plafond kein Raum mehr übrig war, erscheint die Göttin der Ewigkeit, die die Büste Mozart’s krönt, und hinter ihr erscheint Minerva, welche mit ihrem Speere den Neid zu Boden schmettert. (Der personificirte Neid scheint auf Salieri zu deuten.) Zwey kleine Knaben erinnern durch Seifenkugelblasen an die Vergänglichkeit aller Dinge. – Die Buchstaben: MTIAM bedeuten: Mirabilia tua in aeternum manebunt.“

Literatur:

Hafner, Ottfried: Franz Deyerkauf, Initiator des ältesten Mozart-Denkmals der Welt. In: Mitteilungen der Internationalen Stiftung Mozarteum 24/1-2 (1976), 7-16.

Hafner, Otttfried: Mozart in Graz. Aspekte zur Begegnung des Komponisten mit der Stadt, Graz 1991.

Harer, Ingeborg: Constanze Mozart in Graz – alte Spuren neu gelesen. In: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark Graz 2015, 106. Jahrgang, Seite 49 -77.

Hudin, Silvia: Verborgene Gartendenkmale: Gartenpavillons in Graz. In: Historisches Jahrbuch der Stadt Graz 29/30 (2000), 273-308.

Nissen, Georg Nikolaus von: Anhang zu Wolfgang Amadeus Mozart’s Biographie. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1828. Nachdruck Hildesheim 1991, 176-177.

 

Stand. Sommer 2006, bearbeitet und ergänzt im Sommer 2016.

Die Familiengeschichte endet in der Grazer Landesnervenklinik

Eines vorweg: Wolfgang Amadeus Mozart kam nie nach Graz, und seine beiden Söhne waren Mitte des 19. Jahrhunderts kinderlos verstorben. Doch die Mozartfamilie war damit noch nicht erloschen. Mozarts Schwester Nannerl (Maria Anna Mozart, † 1829) hinterließ nämlich eine Tochter namens Henriette und deren Tochter Bertha. Nannerls Schwiegersohn, Franz Forschter, der diesen beiden letzten überlebenden Nachkommen der Mozartfamilie seinen Zunamen gab, stammte aus der Gegend von Fürstenfeld und war nach seiner Pensionierung mit ihnen nach Graz übersiedelt, wo er 1871 verstarb.
Aus alten Standesbüchern der Landesnervenklinik ist ersichtlich, dass Bertha Forschter in den achtziger Jahren fünfmal hintereinander als Pflegling III. Klasse in den „Feldhof" kam, zuletzt im Mai 1888. Im Juni darauf wurde auch ihre Mutter eingeliefert - mit derselben Diagnose: „Verrücktheit". Beide Damen sollten die damals so genannte „Landes- Irrenanstalt am Feldhof" nicht mehr lebend verlassen. Henriette starb dort am 18. Mai 1890, Bertha am 9. Jänner 1919. Das Forschter-Grab auf dem Grazer Zentralfriedhof (Feld 13a III 14) zählt zu den Ehrengräbern der Stadt.

Dr. Christa Höller, Dr. Norbert Weiss

Ehrengrab am Zentralfriedhof

Ein schlichtes schmiedeisernes Kreuz schmückt die Grabstätte von Henriette und Bertha Forschter. Es sind dies die letzten Nachkommen (Tochter und Enkeltochter) von Mozarts Schwester Nannerl (Maria Anna Mozart). Das Grab (Feld 13a III 14) liegt nur einige Schritte hinter der Südwest-Ecke der Zentralfriedhofskirche.

Steiermark – Erinnerungen an Mozart
  • Mozart-Gedenktafeln und -Reliefs gibt es an vielen Orten in der Steiermark. Eine Gedenktafel war zum Beispiel einst auf der Fassade des Grazer Eckhauses Murgasse und Sackstraße montiert. Sie erinnerte an Franz Deyerkauf, einem großen Verehrer und Logenbruder von Wolfgang Amadeus Mozart, der in diesem Haus noch zu Mozarts Lebzeiten dessen Werke aufgeführen hat lassen. Nach der Renovierung dieses Gebäudes 2009 wurde diese Tafel leider nicht wieder angebracht..
  • Auch Straßennamen erinnern im alltäglichen Verkehrschaos vielerorts an das musikalische Wunderkind. Im Grazer Geidorfviertel verbindet die Mozartgasse die Heinrichstraße mit der Humboldtstraße. Das am Eck, Mozartgasse 1, gelegene ehemalige Café Mozart heißt heute (2006) nach einem portugiesischen Kaffee "Bica". Mozartgassen gibt es auch in einigen steirischen Bezirksstädten, wie beispielsweise in Bruck a.d. Mur, Kapfenberg oder Voitsberg.
  • Das wohl älteste Mozart-Denkmal der Welt ist ein achteckiger Gartenpavillon im nicht frei zugänglichen hinteren Geländeteil der Grazer Schubertstraße 35. Dieser "Mozarttempel" wurde im Auftrag des Kunst- und Musikalienhändlers Franz (Carl) Deyerkauf errichtet und im Mai 1972 fertiggestellt. Über die vom Grazer Künstlers Matthias Schiffer geschaffenen Fresken, die bei einem Umbau 1911 zerstört wurden, ist nicht viel bekannt.
  • Ein jüngeres Mozart-Denkmal steht seit 1936 im Grazer Stadtpark an der Weggabelung Robert-Stolz-Promenade und Henry Dunant-Weg. Die Bronzebüste stammte vom Bildhauer Werner Seidl und wurde im Mozartjahr gestohlen. Inzwischen gibt es matürlich wieder eine Büste.
  • Es ist eines der ältesten Ehrengräber auf dem Grazer Zentralfriedhof (Feld 13a III 14), geschmückt von einem schlichten schmiedeisernen Kreuz: Hier sind Henriette und Bertha Forschter begraben - die letzten Nachkommen von 'Nannerl' Mozart.
Interessantes rund um Mozart
  • Der Sohn von Leopold Mozart und seiner Frau Anna Maria kam am 25. Jänner 1756 im Fürst-Erzbistum Salzburg zur Welt, das erst 1914 endgültig Österreich wurde.
  • Getauft wurde Mozart zwei Tage nach seiner Geburt, am 27. Jänner 1756, auf den Namen Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus. Er selbst nannte sich Zeit seines Lebens Wolfgang Amadé Mozart.
  • Gestorben ist Mozart am 5. Dezember 1791.
  • Die familiären Wurzeln Mozarts führen auch ins Salzkammergut. Sein Ururgroßvater Hans Wolfgang Zaller wurde 1610 in Goisern und seine Ururgroßmutter Regina, geborene Pöckl, 1613 in St. Wolfgang geboren. Mozarts Urgroßmutter Anna Sophia Altmann erblickte 1651 in Hallstatt das Licht der Welt.
  • Infos zum Wiener Mozartjahr: www.wienmozart2006.at
  • Infos zum Salzburger Mozartjahr: www.mozart2006.at
  • Infos zum Prager Mozartjahr: www.mozartprague2006. com
  • Infos zum Salzkammergut Mozartfestival: www.mozartfestival.org
  • Mozarthaus Vienna Dorngasse 5, 1010 Wien www.mozarthausvienna.at
  • Mozarts Geburtshaus Getreidegasse 9, 5020 Salzburg Mozarts Wohnhaus Markartplatz 8, 5020 Salzburg www.mozarteum.at
 
Europäische Mozart-Wege

"Europäische Mozart-Wege" sind ein europaweites Netzwerk entlang der historischen Reiserouten Mozarts, das vom Europarat die Auszeichnung „Major Cultural Route" erhielt. In englischer und deutscher Sprache werden die Reisebewegungen des begnadeten Künstlers nachvollzogen, der in seinem 35-jährigen Leben 10 Jahre, zwei Monate und acht Tage auf Reisen gewesen ist. Informationen über Mozarts Reiseaktivitäten, über die Orte, in denen er sich aufgehalten hat, seine Biografie und ein Veranstaltungskalender ergänzen das Angebot. Empfehlenswert sind die Reiserouten „auf Mozarts Spuren", die durch Österreich, entlang der Alpen, durch Deutschland, Italien usw. führen.


www.mozartways.com

Live Mozart Now für Menschen in schwierigen Lebenslagen

Sir Yehudi Menuhin hat 1977 die Initiative „Live Music Now" gegründet. Dieses humanitäre Projekt bringt Live-Konzerte zu den Menschen in Spitälern, Pflege- und Geriatriezentren, Obdachlosen- und Flüchtlingsheimen und Justizanstalten. Die Musiktherapeutin Gabriela Haffner hat diese Idee gemeinsam mit Live Music Now für das Mozartjahr aufgegriffen. Im Rahmen des Projektes „Live Mozart Now 2006" bringen junge Musiker in verschiedenen Kammermusik-Gruppierungen Mozarts Musik zu den kranken, behinderten, alten und gefangenen Menschen. Damit wird diesen Menschen in ihren schwierigen Lebenssituationen musikalische Freude vermittelt, und auch die Künstler selbst lernen aus oft außergewöhnlichen Konzertsituationen.

www.livemusicnow.at

 

Stand: 2006. Teils geringfügig geändert und ergänzt: Jänner 2015.

Veröffentlicht: Mozartjahr 2006. In: Gsund. Menschen helfen Menschen. Nr. 50 Juni 2006. Seite 13.

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