T

Hier lesen Sie über

  • Tempelritter
  • Tesla Nikola
  • Thiel Walter

Tempelritter. War der Ritterorden in der Steiermark?

Text: Reinhard A. Sudy

Im Mittelalter vereinten gleich zwei Orden erstmals die Ideale des Rittertums und der Mönche: Zum einen die Johanniter (Hospitaler), die sich der Krankenpflege widmeten. Zum anderen die Templer (auch als Tempelritter oder Tempelherren bezeichnet), die um den Schutz christlicher Pilger im Heiligen Land bemüht waren. Der Mythos, der die mittelalterlichen Templer umgab, ist heute noch lebendig (Schatz der Templer, Stein der Weisen, heiliger Gral).

 

Templerorden im Mittelalter

Der mittelalterliche Templerorden wurde 1118 von Hugo von Payens zusammen mit acht anderen Brüdern in Jerusalem gegründet und 1128 beim Konzil von Troyes anerkannt. Mit vollem Namen hieß der direkt dem Papst unterstellte, einflussreiche Templerorden „Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosalemitanis (Arme Gefährten Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem). Papst Clemens V. hob ihn dann 1312 auf Druck des französischen Königs Philipp IV. wieder auf.

 

Internationaler Templerorden der Neuzeit

Der heutige internationale Templerorden hat seine Wurzeln bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Paris. Neu gegründet wurde er dann Anfang des 19. Jahrhunderts unter der Ägide Kaiser Napoleons. Der Templerorden hat sich seither über die ganze Welt ausgebreitet. Der Ordo Supremus Militaris Templi Hierosolymitani (OSMTH) - so seine genaue Bezeichnung - sieht sich aber nicht als Fortsetzungdes mittelalterlichen Ordens, auch wenn er auf dessen Traditionen aufbaut. Er ist eine christlich- ökumenische Organisation mit humanitären und karitativen Aufgaben und von den Vereinten Nationen als Hilfsorganisation mit Berater-Status anerkannt. Der in der Schweiz registrierte Internationale OSMTH ist heute die größte Templer-Gruppierung.

Quelle: www.templerorden.at ist die informative Website des Internationalen Templerordens - Großpriorat Österreich.

 

Film-Drehort Steiermark

Bei einer filmischen Reise ins Mittelalter kam der amerikanische Film-Star Nicolas Cage gleich für mehrere Tage in die Steiermark. Es war im November 2008, als ein Filmteam am Loser im steirischen Salzkammergut einige Szenen des Streifens "Der letzte Tempelritter" mit Nicolas Cage in der Hauptrolle drehte. Der Actionfilm kam dann nicht gerade erfolgreich 2011 in die Kinos. Ein Wermutstropfen aus steirischer Sicht: Nicolas Cage reitet darin eine „steirische Küste“ entlang, die es in der Steiermark gar nicht gibt.

Stand: Dezember 2012.

Nikola Tesla. Einem großen Erfinder auf der Spur

Text: Reinhard A. Sudy

Fotos: Privat, Reinhard A. Sudy

Nikola Tesla, ein großer Erfinder. Foto: Privat

Der in Smiljan in der einstigen Donaumonarchie - im heutigen Kroatien - geborene Nikola Tesla (10. Juli 1856 bis 7. Jänner 1943) lebte und studierte auch eine Zeitlang in Graz. Dieser großartige Erfinder hat im Laufe seines Lebens zahlreiche Patente angemeldet. Nikola Tesla, ein Österreich fast vergessenes Genie, wird von vielen als der „größte Erfinder aller Zeiten" gesehen.

 

Erinnerungen

An ihn erinnern beispielsweise das Nikola-Tesla-Museum in Belgrad, Statuen im Statepark der Niagarafälle und vor der Universität Belgrad oder die Tesla-Turbine. Für uns eher ein Begriff ist die nach ihm benannte physikalische Einheit der magnetischen Flussdichte Tesla, eine Messgröße der heutigen Magnetresonanztomographen (MRT).

 

Spurensuche in Graz

Mit Graz ist Nikola Tesla durch die Technische Hochschule (seit 1975 Technische Universität Graz mit dem Beinamen Erzherzog-Johann-Universität) verbunden, an der er von 1875 bis 1878 studierte. Überdies ist er Namensgeber eines im Oktober 2006 in Graz von Studierenden aus seiner Heimatregion gegründeten Vereins, der

um bessere Informationen über das Studium und das Leben in Graz bemüht ist.

 

Gedankenprojektor

Die Ausstellung „Der Gedankenprojektor" im Grazer Künstlerhaus, Burgring 2, vom der 14. September bis 28. Oktober 2007 basierte auf einem Konzept und der künstlerischen Umsetzung der Gruppe „alien productions". Die Idee dazu wiederum geht auf eine nie realisierte Erfindung Nikola Teslas zurück. Dieser wollte eine Apparatur bauen, mit der man Gedanken fotografieren könne. Die Ausstellung „Der Gedankenprojektor" war das Ergebnis einer Zusammenarbeit der Teilsysteme Kunst, technische und medizinische Wissenschaft sowie Präzisionsinstrumentenbau.

 

Stand: Februar 2015.

Veröffentlicht: Nikola Tesla. Dieser großartige Erfinder studierte eine Zeitlang in Graz. In: Gsund. Menschen helfen Menschen. Nr. 55 September 2007. Seite 32.

Walter Thiel. 30 Jahre Vorstand des Anatomischen Instituts der Universität Graz

Text und Foto: O. Univ.-Prof. Dr. med.univ. Dr. h.c. Friedrich Anderhuber

Univ.-Prof. Walter Thiel.

Februar 2012. Walter Thiel wurde am 13. Oktober 1919 in Wetzwalde im Bezirk Reichenberg in Nordböhmen geboren. 1939 nahm er das Medizinstudium in Prag auf und arbeitete bereits als Student beim Prager Anatomen, Prof. Otto Grosser, der ein berühmter Vertreter der Wiener Schule war.

 

Karriere in Graz

In Graz konnte Walter Thiel 1947 schließlich sein Studium beenden. Das Zeugnis, das ihm Grosser in Prag ausgestellt hatte, verfehlte seine Wirkung in Graz nicht: Prof. Hafferl hat ihn sofort ins Anatomische Institut aufgenommen, wo er als Assistent verblieb. 1957 habilitierte er sich für das Fach Anatomie und er folgte schließlich 1960 seinem Lehrer auf dessen Lehrstuhl.

 

30 Jahre Institutsvorstand 

Genau 30 Jahrelang, von 1960 bis1990, leitete er als Vorstand das Institut. In dieser langen Zeit hat sich Walter Thiel als Wissenschaftler wie als akademischer Lehrer einen Bekanntheitsgrad weit über die Grenzen Österreichs hinaus erworben. Generationen von Medizinern haben ihn als engagierten Lehrer mit besonderem Charisma kennengelernt. Durch die Begeisterungsfähigkeit für sein Fach wie die Lebendigkeit, mit der er es in seinen Vorlesungen vermittelt hatte, erfreute er sich bei den Studierenden größten Respektes und enormer Beliebtheit. Obwohl oder gerade weil er bei Prüfungen nichts verschenkte,

 

Neues anatomisches Institut

Mit einer einzigartigen Konsequenz verfolgte er die Umsetzung seiner visionären Ideen bis zum perfekten Endergebnis. Sein Motto war sein Leben lang „Das Beste ist gerade gut genug“. Es gelang ihm ein völlig neues anatomisches Institut zu schaffen. Auf sein Betreiben wurde das damals baufällige Institut ersetzt und auf Basis seiner Pläne ein völlig neues Institut errichtet. Damit schuf Walter Thiel ein bereits damals sehr modernes und elegantes Institut, das nach über 35 Jahren nichts von seiner Attraktivität verloren hat. Nach wie vor ist es Vorbild ist für neu zu errichtende Institute in vielen Ländern des Auslands.

 

Neue Konservierungstechnik

Bereits mit seinem Amtsantritt als Vorstand des anatomischen Institutes hat er begonnen, eine neue Konservierungstechnik zu entwickeln, weil für ihn die damals üblichen hart konservierten Präparate für das studentische Sezieren nicht besonders gut und für die chirurgischen Übungen schon gar nicht geeignet waren. Obwohl in dieser Zeit die Anatomie in Ihren Curricula weltweit an Bedeutung verloren hat, hat Walter Thiel konsequent an seiner Idee weitergearbeitet und eine völlig neue Konservierung, die alle seine Wünsche erfüllte, entwickelt. Die neuerdings weltweite Renaissance der Anatomie und auch die große, zunehmende Bedeutung der postgraduellen Ausbildung hat ihm schließlich Recht gegeben und ist Zeugnis für seinen ihn kennzeichnenden Weitblick.

Damit hat er die Grundlage geschaffen, dass nach seiner Aktivzeit in seinem Institut die postgraduelle Ausbildung eingeführt werden konnte. Mittlerweile ist das Institut eines der größten postgraduellen Zentren mit teilnehmenden Ärzten aus aller Welt.

 

Liebe zur Anatomie und Philosophie

Als Krönung seiner Methode hat er nach seiner Emeritierung einen klinisch-anatomischen Atlas geschaffen, der in vielen Sprachen weltweit verkauft worden ist. Sein Leben lang hat Walter Thiel neben der Anatomie die Philosophie geliebt, und, nachdem er alle seine Visionen umgesetzt hatte, noch eine philosophische Betrachtung „Die Ethik des Seziersaals“ geschrieben. Ein kleines Werk, das aber jedem Mediziner ans Herz gelegt werden sollte.

 

Nachruf 

Univ.-Prof. Dr. Walter Thiel, einer der hervorragendsten Persönlichkeiten der Medizinischen Fakultät der Universität Graz, ist am 3. Februar 2012 friedlich entschlafen. Seine Frau Iris stand ihm sein Leben lang immer zur Seite und pflegte ihn in den letzten Monaten hingebungsvoll. Walter Thiel war schon zu Lebzeiten eine legendäre Persönlichkeit und hat sich seine Denkmäler schon zu diesen Zeiten selbst gesetzt. Er hat eine nicht zu schließende Lücke in der anatomischen Welt hinterlassen. 

 

 

Stand: Februar 2012. Leicht geänderter Originaltext.

Bücher zum Nachlesen

Gerhard Volfing. Die Templer und ihre Burgen

 

2012. Die Faszination des mittelalterlichen Templerordens, der einst unmittelbar dem Papst unterstellt war, ist nach wie vor ungebrochen. Geheimnisvolles und Heldenhaftes wird gleichermaßen mit den Tempelrittern verbunden, die schon durch ihre weißen Waffenröcke mit dem roten Tatzenkreuz auffielen: Der rasante Aufstieg des Ritterordens zur Zeit der Kreuzzüge, sein Einfluss und Reichtum, seine Aufhebung und Vernichtung. Der Autor hat sich auf Spurensuche begeben. Er schildert sehr engagiert den Anfang und das Ende des Templerordens und beschreibt detailliert und mit vielen Fotos dokumentiert einige seiner beeindruckenden Festungsanlagen im Nahen Osten und die Burg Lockenhaus in Österreich. An Hand deren Geschichte und Architektur werden die Leistungen der Tempelritter eindrucksvoll vermittelt.

 

Die Templer und ihre Burgen. Kreuzritterfestungen in Österreich und im Nahen Osten.

Pichler Verlag 2012. Styriabooks.

Empfehlen Sie diese Seite auf: