Liz Böck. Wenn sich Tagträume erfüllen

Text und Interview: Hedi Grager

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Elisabeth Böck hat in einen der größten österreichischen Familienclans, Kastner & Öhler, eingeheiratet. Ihr Mann Thomas ist ein Ururenkel von Hermann Öhler und arbeitet in fünfter Generation für das Familienunternehmen. Damit betrat Elisabeth Böck auch die „Glamourwelt“ von Graz, aber sie und ihr Mann gehören zu den „leisen“ Mitgliedern der Grazer Society.

 

Ich fahre durch ein eisernes Tor, über einen schmalen asphaltierten Weg, der noch nicht erahnen lässt, wie die junge Familie wohnt. Nach einer Kurve erblicke ich ein architektonisch beeindruckendes großes Steinhaus. „Dies ist das Ergebnis unserer beider Vorstellungen von einem Haus“, erzählt Elisabeth Böck in ihrem angenehm weitläufigen, modernen und doch so gemütlichen offenen Küchen- und Wohnzimmerbereich. Elisabeth Böck, groß, schlank, attraktiv, eine Frau, der man anmerkt, dass sie angekommen ist im Leben und die glücklich erzählt, dass all ihre Tagträume, die sie hatte, in Erfüllung gegangen sind.

 

Elisabeth Böck wuchs mit ihren beiden Brüdern auf dem Weingut mit Buschenschank Warga-Hack im südsteirischen Kitzeck auf. „Ich bin wirklich in einem Paradies aufgewachsen. Meine Mutter hat zwar immer gearbeitet, aber ich hatte nie das Gefühl, dass sie keine Zeit für mich gehabt hätte. Mit 14 Jahren“, erzählt sie weiter, „ging ich nach Kärnten auf die HBLA für Land- und Ernährungswissenschaft, die ich aber in Graz in einem Mädcheninternat beendete, da ich so großes Heimweh hatte“. Mittlerweile führt ihr älterer Bruder das Weingut und der jüngere Bruder ist in Wien im Immobiliengeschäft.

 

Elisabeth Böck begann das Studium der Germanistik, entschied sich nach einem Jahr aber doch für eine Visagisten- und Stylingausbildung, abends, während sie tagsüber bei einer IT-Firma arbeitete. Sie arbeitete auch einige Zeit als Visagistin, meint rückblickend „Ich hätte sicher die Möglichkeit gehabt Karriere zu machen, eventuell nach L.A. zu gehen, aber irgendwie habe ich schon als Mädchen gewusst, dass ich eine Familie haben möchte. Ich war nie karriereorientiert.“ Danach arbeitete sie in Wien für das Magazin Rondo, der Standard-Beilage. Nachdenklich erzählt sie weiter „Ja, und dann habe ich mich in meinen ersten Mann verliebt und bin zurück nach Graz. Ich arbeitete einige Zeit für Gerhard Krispl‘s ‚Luxury please‘ und danach als Eventmanagerin der Caffe-Bar Purberg am Hilmteich. Ich heiratete, ging auf Hochzeitsreise und danach kündigte ich den Job.“

Auf meine Frage, warum die Ehe nur einige Monate hielt, meint sie nachdenklich „Ich glaube, wir haben beide voneinander etwas erwartet, das der andere nie erfüllen konnte. Ich weiß, wir haben uns geliebt, aber wir waren nie befreundet und ich glaube, dass man in einer Ehe auch befreundet sein muss. Und wir haben auch unsere Eltern sehr traurig gemacht, als wir uns nach 11 Monaten wieder scheiden ließen. Tja, wir hätten uns einiges sparen können“, meint sie nachdenklich, und mit einem kleinen Schmunzeln „auch an Geld“.

 

Wie sie Thomas kennengelernt hat, erzählt sie mit einem Lächeln „Es war im Don Camillo. Er war mit seinem Freund dort, aß ein Positanoweckerl und trank ein kleines Bier, als ich mit meiner Freundin Tina ins Lokal kam. Er sah mich und fragte, ob er mir aus dem Mantel helfen darf. Später gingen wir alle noch tanzen. Ich muss zugeben, ich habe nicht gewusst wer er ist. Danach kam er jeden Tag mittags ins Don Camillo essen, da ich damals dort arbeitete. Es ist nicht so einfach den Mann zu bedienen, in den Du schon verknallt bist – aber es hat doch gut funktioniert“, lacht sie. „Als ich dann die Weinbar Cantinetta führte, kam Thomas jeden Tag um Mitternacht und hat mir geholfen, die Bar zu putzen und den Müll rauszutragen“. Nachdenklich und mit einem lieben Lächeln meint sie noch „Es war schon eine ganz besondere Zeit und ja - in so einen Mann muss man sich ja verlieben“.

 

Ich spreche sie auf das Tempo ihrer Beziehung an. Sie lacht herzlich und meint „Ja, wir haben wirklich ein ziemliches Tempo vorgelegt. Anfang 2008 haben wir uns kennengelernt, im Herbst war ich schwanger, im Mai 2009 haben wir standesamtlich geheiratet, Konstantin kam im Juli auf die Welt. Wir haben das alte Haus abgerissen und ein neues gebaut und kirchlich geheiratet. Die Hochzeitsfeier war eine etwas andere, als man es in diesen Kreisen gewohnt ist“. Ich will natürlich mehr darüber wissen. „Wir heirateten in Stainz. Mein Mann rockte ganz alleine als erster mit Sonnenbrille in die Kirche, 14 Freunde rockten hinterher. Bei der anschließenden Feier tanzten wir dann in Tracht zu ‚Don’t stop me now‘ von Queen. Dies führte zwar zu einigen empörten Blicken unserer Gäste, aber sie haben sich dann doch alle bestens amüsiert.“ Ich sehe sie etwas ungläubig an, kann mir Thomas gar nicht als Rocker vorstellen. Elisabeth meint aber, „Thomas ist der beste Tänzer der Welt, hat ein unglaubliches Körpergefühl und immer wenn ich mit ihm tanze, verliebe ich mich neu in ihn.“

 

Interessiert frage ich, wie sie in den Familienclan aufgenommen wurde. „Wirklich sehr gut. Stell Dir vor, ich war schon in das alte große Haus eingezogen und putzte gerade, als Thomas Vater kam. Er sagte ‚Guten Tag, ich bin Thomas Vater, möchten Sie zu uns essen kommen?‘ Ich war so perplex, dass ich sagte, nein ich kann nicht, ich bin so schmutzig. Und als sein Vater dann sagte ‚Das macht uns nichts, Sie können trotzdem kommen‘, wusste ich, welch liebenswerter Mensch er ist und ganz normal. Sie haben nie gesagt, die passt nicht oder ich wäre nicht standesgemäß.

Auf meine Frage, wie die sogenannte Grazer Society sie aufnahm erzählt Elisabeth Böck, dass es doch einige unschöne Attacken mancher Damen gab. „Das machte mich schon traurig. Mittlerweile stehe ich aber darüber und lächle milde. Aber das musste ich lernen.

 

Elisabeth Böck plaudert darüber, dass sie lieber Kochbücher als Romane liest und sehr gerne, aber nie nach Rezept kocht. Sie findet es absolut unerotisch, wenn eine Frau mit einem Kochbuch in der Küche steht. Sie liebt es, Lebensmittel einzukaufen, achtet schon auf gesunde Ernährung, genießt aber auch ein gutes Backhendl. Und am Wochenende ist ein Frühstück im Tribeka mit Schokolade ein Fixpunkt für die Familie.

Sport? „Wenig, muß ich ehrlich sagen. Thomas ist ein Extremsportler. Ich habe seinetwegen nach 13 Jahren wieder begonnen Ski zu fahren und gehe mit ihm biken. Aber prinzipiell muss ich zugeben dass ich niemand bin, der dreimal die Woche ins Fitnessstudio geht.“

 

Zum Thema Powerfrau und Gleichberechtigung meint sie „Eine Powerfrau ist für mich eine Frau, die aufgeht in dem, was sie macht und dabei glücklich ist. Wichtig ist auch, sich selbst treu zu bleiben, nur dann kann man über seine Grenzen hinauswachsen.“ Zur Gleichberechtigung der Frauen ist sie, wie sie meint, ein schlechter Gesprächspartner. „Denn ich bin überzeugt, dass es Dinge gibt, die Frauen besser können und die Männer besser können. Aber ich würde es als Frau unmöglich finden, wenn ein Mann mir nicht in den Mantel hilft. Abgesehen davon sollten Frauen natürlich bei gleichem Job gleich viel verdienen.“

 

Mit Schönheits -OPs hat Elisabeth Böck keine Probleme. „Ich habe bis jetzt noch nichts machen lassen, aber wenn es jemanden glücklicher macht, warum nicht? Mich hat ewig meine Nase gestört, sie stört mich noch immer, aber ich würde mich nicht trauen, sie zu ändern.“

 

Beim Thema Mode wird sie sehr lebendig. „Mode ist mir total wichtig, ist meine absolute Leidenschaft. Mir ist Mode sogar bei meinem Kind wichtig“, betont sie und spricht darüber, dass sie das Glück hat einen Mann zu haben, der sich auch dafür interessiert, schöne Dinge zu schätzen weiß und auch sehr großzügig ist. Mode kauft sie, im Gegensatz zu ihrem Mann, nicht nur bei Kastner & Öhler ein. Auf die Frage nach ihrem Stil meint sie nachdenklich „Ich mag von Tracht bis Sweater alles. Thomas mag mich am liebsten sportlich. Ich kann Dir auch sagen, was wo im Geschäft hängt“, erzählt sie mit einem Lächeln. Ich muss sie wohl sehr ungläubig angesehen haben, denn sie bestätigt nochmals, dass sie Thomas blind sagen könnte, welches Kleid wo und in welcher Farbe hängt.“ Natürlich will ich wissen, was ihre Traummarke ist. Leicht verschämt gesteht sie „Max Mara ist meine Traummarke. Vielleicht ist es dekadent, aber ….

 

Was sie sich wünschen würde, wenn Sie einen Wunsch frei hätte? „Ganz ehrlich, für mich ist kein Wunsch offen geblieben, ich habe alles was ich brauche und ich bin mehr als glücklich. Ich wünsche mir nur, dass es meiner Familie gut geht.“

                                                              

Und jetzt dürfen wir auch noch ein kleines Geheimnis verraten: Elisabeth und Thomas dürfen sich auf ihr zweites Kind freuen!

 

Stand: xxxx 2012.

Geringfügig geändert veröffentlicht: xxxxxxxxx. In: Steirer MONAT. Best of Styria. xxxx 2012. Seite x - xx.

Invita. Gesellschaft zur Förderung der Gesundheit von Kindern

Seit kurzem ist Elisabeth Böck Präsidentin von invita. Sie übernahm dieses Amt von Krista Kastner. Invita, eine Gesellschaft zur Förderung der Gesundheit von Kindern, organisiert finanzielle Mittel für die Erforschung von Kindererkrankungen, wie z.B. Fettleibigkeit bei Kindern, Glutenunverträglichkeit und Diabetes. Bei Veranstaltungen im Herbst und zu Weihnachten wird es darum gehen, den Verein vorzustellen, neue Mitglieder zu aquirieren und natürlich Spenden zu sammeln.

 

Spendenkonto: Hypo Bank, BLZ: 56000
Kontonummer: 202 410 48 471