Aquitanien. Faszinierender Südwesten Frankreichs

Die historische Provinz Aquitanien an der Atlantikküste ist heute eine Region im Südwesten Frankreichs. Ihre Hauptstadt ist Bordeaux und sie besteht aus den Départements Dordogne, Gironde, Landes, Lot-et-Garonne und Pyrénées-Atlantiques.

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  • Aquitanien. Streifzug von Nord nach Süd
  • Pau wird immer noch vorbereitet!
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Aquitanien. Von La Rochelle bis Saint-Jean-de-Luz

Text: Reinhard A. Sudy

Fotos: Hedi Grager, Reinhard A. Sudy

Der südwestliche Landstrich Frankreichs mag weit weg scheinen. Doch seine Geschichte und Kultur, die Landschaft. Lebensart und der Menschenschlag sind uns sehr rasch vertraut. Einzig das Meer an der Atlantikküste ist etwas rauer und erfrischender.

 

La Rochelle

Die westfranzösische Hafenstadt und Hauptstadt des Départements Charente-Maritime gehört zwar zur Region Poitou-Charentes, liegt aber mit den beiden vorgelagerten idyllischen Inseln, der Ile de Ré und der Ile d‘ Oléron, gleichsam wie ein Eingangstor im Norden der südwestlichsten Region Aquitaine. Das bezaubernde La Rochelle wird meerseitig von drei mächtigen mittelalterlichen Festungstürme gesäumt, die den alten Hafen (Vieux Port) der Wassersport- und Festivalstadt dominieren. (www.larochelle-tourisme.com, www.ville-larochelle.fr). Ein Spaziergang in der ausgedehnten Fußgängerzone der Altstadt führte durch teilweise von endlosen Arkaden gesäumte, angenehm schattige Gassen, vorbei an Kirchen und Gebäuden mit beindruckenden Fassaden und auf kleine Plätze mit Restaurants und Cafes. Eines der berühmtesten ist das „Café de la Paix“ mit einem gut erhaltenen Jugendstil-Interieur (54, Rue Chaudrier). Hier trank auch Georges Simenon seinen Kaffee, der als Autor von Kriminalromanen mit dem Kommissar Maigret bekannt geworden ist.

 

Rund um Bordeaux 

Zwei Autostunden südlich fließt die Garonne träge durch die Universitätsstadt Bordeaux, die Hauptstadt der Region Aquitaine (www.tourisme-aquitaine.fr). Flussabwärts vereinigt sich die Garonne mit der Dordogne und heißt dann als breiter, trichterförmig in den Atlantik mündender Fluss Gironde. Hier steht auf einer kleinen Felsinsel der entzückende Leuchtturm von Cordouan, Frankreichs ältester Leuchtturm. 270 Kilometer Strand gibt es von ihm bis zur spanischen Grenze, mit perlenähnlich aneinandergereihten Seen, endlosen Kiefernwäldern und der bis zu 100 Meter hohen Dune du Pyla, Europas größter Wanderdüne. Durch seine lange britische Vergangenheit, die französische Lebensfreude und Kultur, den spanischen Nachbarn und die Lebensart der Basken hat Aquitaine eine wunderbare Vielfalt entwickelt. Dazu gehören auch Feiern rund um ein klassisches Frühlingsgemüse, das hier in allen Küchen zu Hause ist: der weiße und grüne Spargel. Die schon traditionelle Weltmeisterschaft im Spargelbinden beispeilsweise fand heuer südöstlich von Bordeaux in der rund 400 Einwohner zählenden Gemeinde Fargues-sur-Ourbise statt, in dem an Kultur und Naturlandschaften reichen Dèpartement Lot-et-Garonne. Westlich der Weinhauptstadt wird im touristischen Badeparadies des Bassin d‘ Arcachon Austernzucht betrieben. Wer Austern frisch von den Austernbänken schlürfen möchte, tut dies am besten in La Teste de Buch (www.latestedebuch.fr), dem Austern- und Fischerhafen des Seebades Arcachon, oder nur ein Stück weiter im Hafenstädtchen Gujan-Mestras (www.ville-gujanmestras.fr), der heimlichen Hauptstadt der Austernzucht.

 

Bordeaux

Ein Spaziergang durch das Stadtzentrum zeigt den Charme von Bordeaux, Weltkulturerbe und Tor zu den umliegenden Weinanbaugebieten (www.bordeaux-tourisme.com): prachtvolle Bauten, weitläufige und versteckte Plätze mit Cafes und Restaurants und malerische Gassen in den Altstadtvierteln, die nach ihren Kirchen benannt sind. Ideal ist das stilvolle „Hotel des Quatre Soeurs“ gelegen (www.hotel-bordeaux-centre.com). Davor öffnet sich der Place de la Comédia bis zur Fußgängerzone mit der endlosen Geschäftsstraße Rue Sainte-Catherine. Nahe ist auch der Place Jean Jaurès mit dem Restaurant Jean Ramet, das selbst höchsten Ansprüchen gerecht wird (www.restaurant-jean-ramet-fr).

 

Bayonne

Weit im Süden der französischen Atlantikküste liegt Bayonne, die Hauptstadt des französischen Baskenlandes (www.bayonne-tourisme.com, www.bayonne.fr). Hoch in den Himmel ragen die Türme der von Häuserzeilen mit kleinen Läden und Handwerksbetrieben dicht umgebenen, Kathedrale Sainte-Marie. Von den kleinen Lokalen bei der Markthalle am Ufer des Nive ist der Blick auf die Fassaden baskischen Häuser mit den bunten Holzbalken, Fensterläden und Geranien-geschmückte Balkonen besonders eindrucksvoll.

 

Biarritz

Zum legendären Seebad und Treffpunkt des europäischen Adels wurde Biarritz zur Zeit der französischen Kaiserin Eugénie (www.ville-biarritz.fr). Ihr Sommersitz wurde nach einem Brand zum exklusiven Hotel du Palais (www.hotel-du-palais.com). Dahinter glänzen im Sonnenlicht die blau-goldenen Kuppeln der russisch-orthodoxen Kirche. Glänzend ist auch das Angebot an fantasie- und kunstvollen Schmuckgegenständen der Bijouterie Dora Zee (1, Avenue de la Reine Victoria). Heute ist Biarritz ein moderner Badeort und Surfparadies mit romantisch-felsigen Badebuchten, von den Wogen des Atlantiks umspülten Felsküsten und langen Strandpromenaden. Zumindest für eine Stärkung zwischendurch empfiehlt sich die Bar Basque mit ausgezeichneten Tapas und Weinen (1, Rue du Port Vieux).

 

Saint-Jean-de-Luz

Der entzückende Fischer- und Badeort Saint-Jean-de-Luz am Fuße der Pyrenäen und nahe der französisch- spanischen Grenze hat Weltgeschichte erlebt (www.saint-jean-de-luz.com). In der von schönen Gebäudefassaden und kleinen Läden gesäumten Haupteinkaufsstraße, der Rue Gambetta, steht die von außen unscheinbare Hochzeitskirche Saint-Jean Baptiste. Am 9. Juni 1660 heiratete hier der damals 22-jährige französische König Ludwig XIV. die spanische Prinzessin Maria Theresa von Spanien und beendete damit einen viele Jahre dauernden Krieg zwischen Frankreich und Spanien. Eine stimmungsvolle Küstenstraße führt von Jean-Saint-de-Luz entlang dem endlos weiten Atlantik, vorbei an seinen schroffen Felsküsten und Klippen, und durch eine hügelige grüne Weidelandschaft mit Pferden, Kühen und Schafen bis zur Grenzstadt Hendaye am südwestlichsten Zipfel Frankreichs (www.hendaye-tourisme.fr).

 

 

 

Stand: Sommer 2011. Zuletzt geändert am 25. Mai 2012.



Bayonne. Hauptstadt des französischen Baskenlandes

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Blick vom Kreuzgang auf die Kathedrale Sainte-Marie. (Foto: Sudy)
Einst wie heute teilen die beiden Flüsse Nive und Adour den alten Stadtkern in die drei Stadtteile Grand-Bayonne, Petit-Bayonne und Saint-Esprit. Dies hat meine Orientierung am Anfang doch etwas erschwert, als ich Bayonne zur Mittagszeit erreichte: verschlafen, mit gelassen freundlichen Menschen und angenehm wenigen Touristen. Mein Tipp: fahren Sie einfach hinein ins Zentrum, denn hier ist dann jeder Parkplatz richtig, um die einzelnen Stadtviertel zu erkunden. Am späten Nachmittag erwachten dann vor allem die Fußgängerzonen, als die kleinen Geschäfte öffneten, Menschen durch die Gassen bummelten und die vielen Restaurants und Cafes voller Gäste waren.
 
 
 
Blick vom Flussufer des Nive auf eine Steinbrücke und die Häuserfassade von Petit-Bayonne. (Fotos: Sudy)
Verlassen wirken die originellen, kleinen Handwerksbetriebe in der Mittagszeit.

Saint-Jean-de-Luz. Fischerhafen und Badestrand

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Stege führen von der Dammkrone zu den Eingängen der Häuser. (Foto: Sudy)

Am Fuße der Pyrenäen und am Atlantikufer, nahe der französisch- spanischen Grenze, liegt Saint-Jean-de-Luz, im baskischen Donibane Lohizune genannt. Nach den Schrecken und Zerstörungen einer gewaltigen Flutwelle im 18. Jahrhundert wurden massive, hohe Dämme und Wellenbrecher errichtet. Diese geben Saint-Jean-de-Luz heute eine angenehme Atmosphäre von Geborgenheit. Ich wollte dieses kleine Städtchen nur kurz besuchen, blieb dann einen ganzen Tag.

 
  

Pau. Einst königliche Stadt am Fuße der Pyrenäen

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Die königliche Stadt Pau - Heinrich IV. bewohnte hier einst ein Schloß - liegt am Rande der Weingebiete Jurançon und Madiran. Das Städtchen mit der gepflegten Altstadt ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Pyrenäen und das Baskenland.

 

 

 

 

 

 

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