Rom. Eine Stadt mit vielen Namen und dem Vatikan

"Die Stadt am Tiber, die Stadt der sieben Hügel oder ewiges Rom" sind einige der gängigen Beinamen der italienischen Hauptstadt.

 

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Kolosseum. Eine Erinnerung an große Geschichte. (Foto: Sudy)

Unterwegs in Rom. Kurzbesuch in der italienischen Hauptstadt

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Rom ist für mich temperamentvolles Leben, mit großer Geschichte, mit viel Verkehr, rastlos, laut und immer wieder überraschend. Mit einem 3-Tages-Ticket für Bus, Tram und Metro und natürlich viel zu Fuß war ich zuletzt in der Ewigen Stadt unterwegs. Ich besuchte wieder einmal die Città del Vaticano, den mit rund 44 ha kleinsten Staat der Welt mitten im Herzen der italienischen Hauptstadt. Mit etwas „Glück" kam ich diesmal an den Warteschlangen vorbei in die tatsächlich beeindruckenden Musei Vaticani.

 

Italienisches Lebensgefühl auf Roms Plätzen

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Am schönsten ist es in Rom an den langen und milden Tagen von Ende April bis in den Juni hinein, wenn es überall in den Gärten, auf den Balkonen und Terrassen zu blühen beginnt.

 

Zu Fuß unterwegs

„Alle Wege führen nach Rom“, hörte ich schon in meiner Schulzeit. Sicher ist aber, daß es viele Wege gibt, um diese Stadt zu entdecken. Am interessantesten ist es, zu Fuß durch diese Stadt zu streifen. Dabei kann man am besten ihre Kultur, alle Schönheiten und ihr pulsierendes Leben aufnehmen. Gewöhnungsbedürftig ist nur der Verkehr, der ohne jede Regel zu funktionieren scheint. Kirchen und alte Bauwerke, lange Einkaufsstraßen und unterschiedlichste Plätze mit ihren Cafes und Bars warten darauf, entdeckt zu werden. Rom ist voll damit: Mit kleinen und großen Plätzen, verkehrsreichen und lauten aber auch ruhigen und abgeschiedenen Plätzen.
Mein langer Rundgang beginnt an der Piazza di Spagna und endet gleich nebenan, an der kleinen Piazza Mignanelli mit zwei kulinarischen Tipps.

 

Piazza di Spagna
Dieser Platz ist ein beliebter Treffpunkt und zugleich Ausgangspunkt für einen Bummel in die umliegenden und exklusivsten Einkaufsviertel Roms. Beeindruckend ist die schön geschwungene, gewaltige Spanische Treppe, die hinaufführt zu den Doppeltürmen der Kirche Trinità dei Monti, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtet wurde. Von hier oben hat man einen wunderbaren Blick über die Dächer von Rom. Auf den Stufen der Spanischen Treppe läßt es sich herrlich rasten und mit Blick auf die malerische Fontana della Baraccia (ein versinkendes Schiff als Brunnen) das lebendige Treiben am Platz beobachten. Bekannt, eigenwillig und etwas teuer, aber doch sehenswert, ist die Cafe-Konditorei Babington’s Tea Rooms (Nr. 23). Von der Piazza dei Spagna führt die Via del Babuino, eine ganz exquisite Geschäftsstraße, direkt zu unserem nächsten Platz.       

 

Piazza del Popolo
Dieser großzügig geplante Platz wird im Norden begrenzt von einem mächtigen Stadttor im Rennaissancestil, der Porta del Popolo. Unmittelbar daneben steht die äußerlich unscheinbare Kirche Santa Maria del Popolo, an deren Innengestaltung so bedeutende Künstler wie Raffael, Salviati oder Caravaggio mitgewirkt haben. Ein Obelisk und ein Brunnen mit wasserspeienden Löwen zieren die Platzmitte, von der sternförmig einige Straßen wegführen. Berühmt ist auf diesem Platz die Cafe-Bar Rosati (Nr. 5) mit einem Art-nouveau-Interier von 1922. Sehr gemütlich auch das gegenüberliegende Canova (Nr. 16), mit einer sonnigen Terrasse, ideal zum Ausruhen und Schauen.
Von der Piazza del Popolo führt die lange Einkaufsstraße Via del Corso direkt zur Piazza Venezia mit ihren mächtigen und monumentalen Bauten. Wir folgen dem Corso nur bis zur eleganten Piazza Colonna, die sich rechterhand unvermittelt und weiträumig öffnet. Durch eine Fußgängerzone führt uns der Weg über den kleinen Piazza di Pietra und das enge Gäßchen Via dei Pastini zu unserem nächsten Ziel.



Piazza della Rotonda
Originelle Geschäfte und einladende Lokale beleben diesen kleinen Platz mit seinem hübschen Brunnen, der unmittelbar vor dem Pantheon liegt. Dieses massive und doch schlichte Bauwerk fasziniert durch die gewaltigen Säulen der Vorhalle und die größte freitragende Kuppel von Rom. Innen ist das Pantheon eher karg ausgestattet. Durch eine ca. 10 m im Durchmesser große Öffnung in der Kuppel ist der Himmel zu sehen. Hier fällt nicht nur Licht ein, sondern auch der Regen, der durch kleine Fugen im Marmorboden abgeleitet wird.

Weiter geht es durch die Fußgängerzone am Nordrand dieses kleinen Platzes in die Via Giustiniani, die dann in die kleine Via di Salvatori übergeht. An deren Anfang ist rechterhand das Kirchlein San Luigi dei Francesi. Hier hängen in der ganz links hinten gelegenen Contarelli-Kapelle 3 Gemälde des großartigen Malers Caravaggio mit beeindruckenden hell-dunkel-Effekten. Nachdem wir danach den Corso dei Rinasciento gequert haben, führt uns ein schmaler Durchbruch linkerhand unmittelbar zu meinem Lieblingsplatz.
 
Piazza Navona
Er wird von vielen als der römischte aller Plätze in der Ewigen Stadt bezeichnet. Auf dem Grundriß des ehemaligen Domitianstadions erbaut und planmäßig angelegt, ist dieser langgestreckte, ovale Platz zwar sehr belebt, aber verkehrsarm. Drei sehr bekannte, schöne Brunnen schmücken ihn in der Längsachse.
Der wohl bekannteste Treffpunkt hier ist das Cafe Tre Scalini (Nr. 28 - 32). In der Cafebar Ciampini (Nr. 94 - 100) sind die Getränke zwar sehr teuer, dafür kann man stundenlang den Fontana dei Quattro Fiumi betrachten. Ob sonnenhungrig oder nach Schatten suchend, in einem der vielen Cafes, Bars oder Trattorias findet man immer den richtigen Sitzplatz. Vom Südrand dieses Platzes sind es nur wenige Schritte, vorbei an den Palazzi Braschi und Massimo, zum verkehrsreichen Corso Vittorio Emanuele II. Diesen queren wir und nach einigen weiteren Schritten, z.B. entlang der Via della Baullari, sind wir am
 
Piazza Campo dei Fiori
Dieser hübsche Platz tut sich ganz plötzlich auf. Mit seinen Marktständen gehört er zu den lebendigsten der Altstadt. An den Vormittagen werden hier Obst, Gemüse, Fisch, Blumen und Pflanzen angeboten. Cafes, Bars und Trattorias säumen den Campo de‘ Fiori. Die sehr „naturbelassene“ Weinbar Vineria Reggio (Nr. 50) ist die urigste von allen. Unser Weg führt von hier zurück zu einem kleinen Platz unmittelbar neben der Piazza di Spagna, unserem Ausgangspunkt. Zu Fuß „querstadtein“ oder westwärts entlang dem verkehrsreichen Corso Vittorio Emanuele II und der Via del Plebiscito bis zur Piazza Venezia. Von hier dann zurück die Via del Corso bis zur rechterhand abzweigenden Via Borgognona. Dieses kleine Einkaufsgäßchen endet direkt zu unserem letzten Platz. Vom Campo dei Fiori fährt ein kleiner elektrischer Bus Nr. 116 durch das alte Rom hierher zurück. „Am Ende“ der Via Due Macelli, also unmittelbar an der Piazza Mignanelli, wendet er in einer engen Kurve in die kleine Via Propaganda. Vorher oder nachher heißt es aussteigen.
 
Piazza Mignanelli
Wenn man auf der Piazza di Spagna unmittelbar vor der Spanischen Treppe steht und nochmals zur Kirche Trinità dei Monti hinaufblickt, kommt man rechterhand nach ein paar Schritten zu einem weiteren kleinen Platz, der Piazza Mignanelli. Hier liegen in einer Ecke versteckt das Caffè Leonardo und das Restaurant Alla Ramba, beide mit hübschen kleinen Gastgärten, unmittelbar nebeneinander. Gleich danach beginnt ein schmaler Fußweg hinauf zur Tinità dei Monti.

Das Caffè Leonardo ist ein eleganter Treffpunkt der Römer mit täglichen Öffnungszeiten von 8.00 morgens bis 2.00 Uhr früh. Speisen und Getränke sind von höchster Qualität, aber auch in einer hohen Preisklasse. Unmittelbar daneben liegt das Restaurant Alla Ramba.

Geschäftsleute, Angestellte und Rom-Besucher genießen hier das dichte, aber gemütliche Ambiente und das ausgezeichnete Essen. Empfehlenswert der Wein des Hauses, der nicht nur sehr gut schmeckt, sondern äußerst preisgünstig ist, und das Vorspeisenbuffet. Für 15 000 Lire kann man sich einen Teller mit den herrlichsten - warmen und kalten - Köstlichkeiten füllen. Um all die vielen Sorten von Gemüse, Salaten, Teigwaren, Pasteten und Fischen durchzukosten, sollte man zumindest ein zweites Mal kommen.

Rom und Vatikan im Internet

Rom

 

www.romaturismo.it | englisch und italienisch

www.comune.roma.it | nur für italienisch-Kundige

 

Vatikan

 

www.vatican.va | Webseite des Vatikan

 

www.oebk.at | Webseite der Österreichischen Bischofskonferenz mit Verweis an die österreichischen Diözesen

 

www.ordensgemeinschaften.at | ...

Rom. Fotogalerie

Rom erlesen

Erik Wegerhoff. Das Kolossseum

 

2013. Ein mehr oder weniger ausgedehnter Besuch des Kolosseums ist wohl Teil jeder Rom-Besichtigung. Das einstige grandiose Amphitheater, ein Symbol römischer Größe und Macht, wurde nach dem Untergang der altrömischen Kultur für Jahrhunderte zu einer ständigen Baustelle. In einer gelungenen Mischung von Fachwissen und Erzählkunst schildert der Autor ausführlich diese Entwicklungen: Wie Gewölbe des Kolosseums im Mittelalter zu Läden, Werkstätten und Wohnungen, ja sogar zum Familiensitz einer mächtigen römischen Adelsfamilie umgebaut wurden, wie der gesamte Bau später in eine gigantische Kirche umgewandelt werden sollte und dann doch nur einen Kreuzweg entlang der Arena erhielt, und wie noch später die inzwischen von Pflanzen überwucherte Ruinenlandschaft zum Reiseziel wurde. Mit einem Blick auf den Beginn archäologischer Aktivitäten und die nationalstaatliche Bereinigung des Kolosseums endet ein ungemein interessanter und vergnüglicher Lese-Ausflug in eine faszinierende Literatur- und Architekturgeschichte des wohl bekanntesten Wahrzeichen Roms Der überaus umfangreiche Anhang gibt einen guten Einblick in die umfassenden wissenschaftlichen Recherchen der zu Grunde liegenden, 2010 eingereichten Doktorarbeit.

 

Das Kolosseum. Bewundert, bewohnt, ramponiert.

Verlag Klaus Wagenbach. Berlin 2012.

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