Turin. Architektur mit Arkaden, Aperitivo & Antipasti

Text: Reinhard A. Sudy

Fotos: Hedi Grager, Reinhard A. Sudy

Der im Herzen der Innenstadt gelegene Palazzo Madama mit den drei historisch unterschiedlichen Gebäudekomplexen beherrscht die Piazza Castello. Foto: Sudy
Kundgebung auf der Piazza San Carlo.

Die Hauptstadt der im Nordwesten Italiens gelegenen Region Piemont ist mit einer Million Einwohnern die viertgrößte Stadt Italiens und hat einiges zu bieten. Viele verbinden mit Turin die Automobilindustrie (Fiat-Werke) und noch mehr wohl den Fußball (FC Turino und Juventus Turin). Als ich im Sommer 2006 zum ersten Mal diese prächtige, etwas abseits gelegene Stadt am Po besuchte, wollte sie gerade mit Hilfe der Olympischen Winterspiele zu einer Touristen-Metropole werden. Dabei war es gerade ein besonderer Reiz von Turin, daß die Touristen nicht spürbar waren. Ich habe das damals sehr genossen. Dafür war die temperamentvolle Abschluss-Kundgebung auf der Piazza San Carlo nach einem Trommel-begleiteten Demonstrationsmarsch durch die Innenstadt ein stimmungsvolles Erlebnis. 

Arkaden und Architektur
Etwa 18 Kilometer lange, breite Arkadenwege mit Geschäften und Cafés sind ein wichtiger Schauplatz des Turiner Lebens. Beeindruckend sind beispielsweise die Arkadengänge der Via Roma, die vom Bahnhof „Stazione Porta Nuova“zum Zentrum der Stadt, dem Piazza Castello, führen, und sich dann gleich weiter entlang der Via Po bis zur Piazza Vittorio Veneto erstrecken. Neben den Arkadengängen beeindrucken auch die teils endlosen, von Linden- und Kastanien-Bäumen gesäumten „Corsi“ der Turiner Innenstadt, die von Barockbauten und Jugendstilfassaden geprägt wird. Prachtvolle Residenzen, zahlreiche teils düstere Kirchen, Museen und die vielen kleinen und großen Plätze prägen das Stadtbild. Die Paläste und Schlösser in der Umgebung von Turin wie beispielsweise das Jagdschloss von Stupingi wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

 
Empfehlenswerte Einkaufsstraßen
Neben den beiden exklusiven Flaniermeilen Via Roma und Via Po mit ihren endlosen Arkadengängen ist auch die Via Garibaldi eine preisgünstigere Einkaufsstraße. Ebenso sehenswert ist aber die Via Mazzini mit den vielen kleinen Geschäften und Handwerksläden.
An einem Ende öffnet sich die Via Garibaldi zur großen Piazza Statuto mit langgestreckten und harmonischen Gebäudefassaden. Foto: Sudy

Verkehr
Die überwiegend rechtwinkelig angeordneten Straßen Turins erleichtern das Zurechtfinden sehr. Der zeitweise heftige Verkehr und die unbekümmerte Fahrweise der Turiner ist gewöhnungsbedürftig. Die Verkehrsampeln haben eher nur Orientierungscharakter. Sogar die wenigen Radfahrer meiden die Straßen und benutzen vorwiegend die Gehsteige.

 
Aperitivo & Antipasti
Als Umschlagplatz für Barolo und weiße Trüffeln ist Turin den Gourmets wohl ebenso bekannt wie als Heimat des berühmten Wermut. Eine angenehme Besonderheit sind die mittags und abends zum Glas Wein, Prosecco oder Campari meist kostenlos angebotenen, zahlreichen und vor allem köstlichen Antipasti.

Infos & Tipps

  • Im Wahrzeichen der Stadt, der gleich oberhalb abgebildeten Mole Antonelliana, ist das Filmmuseum „Museo Nazionale del Cinema“ untergebracht. Die 70 Meter hohe Kuppel des modernen, mit einem spitzen Turm versehenen Gebäudes ist innen weit hinauf begehbar. Ein Muss ist die Fahrt mit dem Glaslift vom Kellergewölbe dieses Prachtbaues mitten durch die mächtige Kuppel und vorbei an den Museumsetagen hinauf zur Aussichtsplattform. Überwältigend ist von hier die Sicht auf die sich tief unten ausbreitende Stadt und die umliegenden Hügellandschaften und Gebirgsketten.

 

  • Sehr reizvoll ist die kleine Kapelle mit der Präsentation des Grabtuchs Christi im Turiner Dom (Chiesa Cattedrale di Turino San Giovanni Battista).

 

  • Ein origineller Szenetreff ab 20.00 Uhr, für Junge und jung Gebliebene, ist das La Drogheria unter den Arkaden der Piazza Vittorio Veneto (18 D).

Turin im Internet

Ausschnitt aus der Fassadengestaltung des Palazzo Rai, Via Giuseppe Verdi Ecke Via Montebello.

www.turismotorino.org | Turismo Torino e Provincia

 

www.comune.torino.it | Comune di Torino

 

 

 

 
Stand: 2002. Geringfügig ergänzt und aktualisiert Dezember 2016.
Veröffentlicht: Turin. Arkaden und Architektur, Aperitivo & Antipasti. In: Gsund. Menschen helfen Menschen. Nr. 36 Dezember 2002. Seite 38-39.
Quelle: www.gsund.net.

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