Belgien. Flanderns herausragende Kunst-Städte

Antwerpen, Brügge, Gent, Löwen und Mecheln sind nur einige, wenn auch die prachtvollsten der üblicherweise als Flanderns Kunst-Städte bezeichneten Besuchermagneten. Von der belgischen Metropole Brüssel aus, selbst ein kunst- und kulturhistorisches Erlebnis, sind sie bei normalen Verkehrsbedingungen in kurzer Zeit erreichbar. Ich habe meine Rundgänge und Bootsfahrten in ihren mittelalterlichen Zentren trotz teilweise dichtestem An- und Abreise-Verkehr, manchesmal zu knapper Zeit und der vielen anderen Touristen sehr genossen. Einiges an Sehenswertem habe ich mir bereits für einen weiteren Besuch dieser Perlen Flanderns vorgemerkt, denn wiederkommen werde ich auf jeden Fall.

Texte: Reinhard A. Sudy

Fotos: Hedi Grager, Reinhard A. Sudy

Hier lesen Sie über die Perlen Flanderns

  • Löwen. Studentenstadt mit historischem Charme
  • Mechelen. Einst Hauptresidenz von Margarete von Österreich
  • Antwerpen. Diamanten-Handelsplatz und Heimat großer Maler
  • Gent. Hafenstadt am Zusammenfluss von Schelde und Leie
  • Brügge | Vorschau 
  • Webseiten und Lesetipps

Kleinod Löwen. Eine lebensfrohe Universitätsstadt

Ein Ausschnitt der faszinierenden, über und über mit Figuren geschmückten Rathaus-Fassade am Grote Markt in Löwen. © 2019 Reinhard A. Sudy

Juli 2019. Nur rund 30 km sind es vom Herzen Brüssels, dem Grand Place/Grote Markt, bis zum Großen Marktplatz/Grote Markt in Löwen/Leuven, einer der ältesten und wohl bedeutendsten Universitätsstädte Europas. Sogar Erasmus von Rotterdam hat hier im heute stimmungsvollen Universitätsviertel gelehrt. Die gemütliche Atmosphäre dieses Städtchens genießen Einheimische, Studenten und Besucher gleichermaßen. Und viele Jahrhunderte alte Baudenkmäler, stimmungsvolle Plätze wie der Grote Markt/Große Marktplatz oder der Oude Markt/Alte Marktplatz und moderne Gebäude bilden eine bezaubernde Kulisse für Stadtfeste und Musikfestivals. 

Leuven/Löwen im Internet

 

www.visitleuven.be | Offizielle Webseite der Stadt Leuven/Löwen

 

www.leuven.be  | Stadt Leuven

© 2019 Reinhard A. Sudy

Tafelrond - The Fourth

 

Die große, leicht erhöhte Terrasse des Restaurants Tafelrond [Hotel The Fourth] hat mich auf Anhieb begeistert. Mit einem traumhaften Blick auf die außergewöhnliche Fassade und filigranen Türmchen des Rathauses und das Treiben am Grote Markt habe ich hier gleich nach der Ankunft meinen Cafe genossen. Dann erst raffte ich mich auf zu einem gemütlichen Entdeckungs-Spaziergang durch die gut überschaubare, kleine Altstadt von Löwen.

 

Tafelrond - The Fourth

Grote Markt 5, 3000 Leuven

E-Mail: info@tafelrond.com 

Web: www.th4th.com

Rathaus/Stadhuis. Grote Markt 9, Leuven. © 2019 Reinhard A. Sudy

Rathaus [Stadhuis]  

 

Das spätgotische Rathaus wurde zwischen 1439 und 1469 ohne den üblichen mächtigen Turm errichtet, dafür krönen aber sechs achteckige Türmchen den Giebel. Die Fassade des Rathauses, das heute nur noch für Zeremonien verwendet wird, ist über und über mit filigranen Ornamenten und mit Statuen einst bedeutender Persönlichkeiten von Löwen geschmückt. 236 Figuren sind es insgesamt, die aber erst nach dem Jahre 1850 in die Fassade eingefügt wurden.

Sankt-Peterskirche/Sint-Pieterskerk. Grote Markt, Leuven. © 2019 Reinhard A. Sudy

Sankt-Peterskirche [Sint-Pieterskerk]

 

Unstabile Bodenverhältnisse haben bei dieser spätgotischen Kirche die Fertigstellung der Türme verhindert. Eindrucksvoll ist ihr Chorumgang, vielbesucht ist der wunderbare Abendmahlsaltar, ein meisterliches Werk des flämischen Malers Dieric Bouts, der auch als 'Maler der Stille' bezeichnet wurde. 

 

Vom Großen Markt/Grote Markt zum Alten Markt/Oude Markt

Keine 300 Meter sind es vom zentralen Grote Markt bis zum gemütlichen Oude Markt - und Lokale gibt es auf beiden Plätzen zur Genüge. Vor allem der langgestreckte Oude Markt ist im Sommer ein einziger Gastgarten. Hier versteht man dann, dass Löwen gerne als 'Hauptstadt der belgischen Biere' bezeichnet wird. Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts soll es noch rund 30 Brauereien direkt in der Innenstadt oder auch am Stadtrand gegeben haben, einige können sogar heute noch besucht werden. Die Brauerei von Stella Artois zum Beispiel ist inzwischen zwar Teil eines weltweit agierenden  Brauereikonzerns - Anheuser-Busch InBev (AB InBev) - geworden, aber immer noch fest in ihrer Heimatstadt verwurzelt.

Universitätsbibliothek & Turm und Beginenhöfe 

 

Die 'Universität' von Löwen zu besuchen wird zu einer Wanderung durch eine über Jahrhunderte gewachsene Universitätsstadt. Die vielfach historischen Gebäude sind ja über die ganze Stadt verteilt. Aber in 10 Minuten höchstens kommt man vom Großen Markt zum Gebäudeensemble der Universitätsbibliothek mit einem schönen Lesesaal und dem Bibliotheksturm [Monseigneur Ladeuzeplein 21].

Vom fünften Stockwerk der Universitätsbibliothek aus erreicht man den Balkon des Turms mit einem herrlichen Panoramablick über die Stadt.

 

Etwas mehr Zeit braucht man, um sich die beiden Beginenhöfe von Löwen anzuschauen. 

Das Viertel des Kleinen Beginenhofs, einst eine Straße und zwei Sackgassen, liegt gleich bei der Sint-Geertrui-Abtei in der Halfmaartstraat. Es wurde nach der Restaurierung zwar verkauft, eine Reihe von Häuserm im traditionellen flämischen Stil sind aber erhalten geblieben. Vom Großen Markt geht man schon 10 bis 15 Minuten dorthin.

Der Große Beginenhof mit den vielen traditionellem Backsteinbauten besteht aus einer Reihe von Gassen und Plätzen, Gärten und Parks entlang der Schapenstraat. Vom Großen Markt braaucht man etwa 15 Minuten in dieses studentisch-universitäre Viertel.

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Mechelen. Flair rund um den St. Rombouts-Turm

Blick vom Rathaus-Eck über den Großen Marktplatz und auf die Kathedrale mit dem St. Rombouts-Turm. © 2019 Reinhard A. Sudy

August 2019. Mit Belgiens wichtigster Kathedrale als Highlight, einer faszinierenden Vergangenheit und auf halber Strecke zwischen Brüssel und Antwerpen gelegen, wäre es unverzeihlich, in der einstigen Hauptstadt der Burgundischen Niederlande nicht für einen Stadtbummel Halt zu machen. Dazu ist dieses reizende Städtchen aufs Engste mit Margarete von Österreich verbunden [geb. 10. Jänner 1480 in Brüssel | gest. 1. Dezember 1530 in Mechelen]. Die einzige Tochter Maximilians I. aus der Ehe mit Maria von Burgund hatte in Mechelen ihre Hauptresidenz. Ihr Denkmal auf dem Schustermarkt [Schoenmarkt] erinnert noch ein wenig an den Ruhm und Glanz ihrer langjährigen Herrschaft in Mechelen. 

Schon auf dem Weg ins Zentrum der fast kreisrunden Innenstadt hatte ich über einen Hinterhof meinen ersten Blick auf den wirklich alles überragenden, weithin sichtbaren und stumpfen Turm der Kathedrale. Der St. Rombouts-Turm ist ‘natürlich’ das Wahrzeichen der Stadt und dazu ein augezeichneter Orientierungspunkt.

Die Zeit reichte dann leider nur für einen kurzen Rundgang um den zentralen Großen Marktplatz und für eine Besichtigung der St. Rombouts-Kathedrale - der Aufgang auf den Turm war 'leider' nicht möglich und ich ersparte mir eine schwierige Entscheidung. Na ja, ein Glas Rosé in einem der unzähligen und gut besuchten Gastgärten am Großen Marktplatz ging sich auch noch aus.

So habe ich mir einiges für meinen nächsten Besuch vorgenommen:

 

Museum Hof van Busleyden Sint-Jansstraat 2a (Eingang durch den Garten), 2800 Mechelen

Dieser großartige Stadtpalast führt Erwachsene wie Kinder auf einen faszinierenden Parcours durch alle Zimmer des Museums und die große Geschichte der Stadt.

Spaziergang an der Dijle

Der 'schwimmende' Dijlepfad führt gemütlich an den schönen Häusern am Ufer des Flusses entlang. Dieser Ponton-Steg reicht von der Haverwerf bis zum Botanischen Garten und zeigt Mecheelen von einer ganz anderen Seite.

 

Wintergarten des Ursulineninstituts | Wintertuin OLV-Waver
Bosstraat 9, 2861 Onze-Lieve-Vrouw-Waver

Die Faszination des Jugendstilgebäudes aus dem Jahr 1900 - ein märchenhafter Wintergarten mit einer bunten Bleiglaskuppel - ist nach wie vor ungebrochen und atemberaubend. Der Wintergarten ist Bestandteil eines unter Denkmalschutz stehenden Komplexes, in dem sich Jugendstil mit Neogotik, Neoempire und Art déco auf unnachahmliche Weise verbunden hat.

Gebäudeflügel des Palastes des Großen Rates, heute Teil des Rathauses. © 2019 Reinhard A. Sudy

Rathaus [Stadhuis]

 

Wie ich gelesen habe, gab oder gibt es in Mechelen drei Rathäuser: das alte Schöffenhaus (Schepenhuis), das Haus Den Beyaert und das heutige Rathaus (Stadhuis). Und hinter Letzterem steht das neue Verwaltungszentrum Haus des Mechelners (Huis van de Mechelaar).

 

Das Foto gleich unterhalb zeigt das Rathaus am Großen Marktplatz mit seinen unterschiedlichen Flügeln:

Rechts die ehemalige Tuchhalle mit einem aus finanziellen Gründen nie vollendeten Belfried, der letzten Endes doch noch ein Dach erhielt und heute ein UNESCO-Weltkulturerbe ist.

Links der geplante und begonnene Bau des Palastes des Großen Rates, dessen linker Gebäudeflügel erst im 20. Jahrhundert nach den ursprünglichen Plänen von Rombout Keldermans fertiggestellt wurde.

Die Rathaus-Front zum Großen Marktplatz. © 2019 Reinhard A. Sudy

Die vielen Menschen, die in den Rathaushof drängten, und das Plakat (Bild gleich links oberhalb) machten mich neugierig und ich versuchte es zu verstehen:

Stellt Mechelen einen geschmackvollen Weltrekord auf?

Entdecken Sie es am Freitag im Chipladen des Rathauses und genießen Sie eine kostenlose Packung Pommes.

Dabei ging es um einen Weltrekordversuch im Frittieren der köstlichen Kartoffelstreifen, für den sogar die Mutter-Kind-Statue im Innenhof stilvoll mit einer Serviette versehen wurde (Bild rechts oberhalb).

Leider weiß ich nicht, ober er gelungen ist

© 2019 Reinhard A. Sudy

St.-Rombouts-Turm [Sint-Romboutstoren]

 

Mechelens unvollendeter Kirchturm ist nicht nur sein Wahrzeichen und ein weithin sichtbares Prunkstück, er ist auch UNESCO-Weltkulturerbe. Über 500 Stufen geht es hinauf zum Skywalk ganz oben auf dem 97 Meter hohen Turm der Kathedrale. Der Blick über die Stadt ist herrlich. Ruheplätze und Informationen in den 6 Turmkammern der Stockwerke machen den Aufstieg für Große und Kleine etwas leichter.

 

St.-Rombouts-Kathedrale [Sint-Romboutskathedraal]

 

Ebenso wie ihr Turm ist auch die mit kostbaren Gemälden und anderen Kostbarkeiten ausgestattete Kathedrale selbst ein Highlight Mechelens. Sie ist übrigens eine der 8 gotischen und barocken Kirchen im Zentrum der Stadt.

Mechelen im Internet

 

www.mechelen.be | Stadt Mechelen

 

https://visit.mechelen.be | Visit Mechelen/Tourismus Mechelen

 

https://meetin.mechelen.be/en  | Meet in Mechelen

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Antwerpen. Belgische Schatzkammer an der Schelde 

© 2019 Reinhard A. Sudy

Oktober 2019. Als berühmter Handelsplatz für Diamanten und als Heimat großer Maler, wie z. B. von Peter Paul Rubens oder Anthonis van Dyck, ist die im Zentrum mittelalterliche Hafenstadt Antwerpen eine der vielbesuchten belgischen Städte. Nur wenige Geh-Minuten vom Ufer der Schelde entfernt öffnet sich der Große Marktplatz/Grote Markt mit einem prachtvollen Rathaus und ebenso prachtvollen Gebäudefassaden im Stil der flämischen Renaissance. Dieser zentrale und große Platz ist ein idealer Ausgangspunkt, um die vielen Sehenswürdigkeiten Antwerpens zu entdecken. Und die größte, sehr gemütliche und doch lebendige Stadt Flanderns ist reich an historischen und originellen Schätzen

Antwerpen im Internet

 

www.visitantwerpen.be | Visit Antwerpen

 

Eingerüstete Rathausfassade, Antwerpen. © 2019 Reinhard A. Sudy Rathaus in Antwerpen. © 2019 Reinhard A. Sudy

Rathaus [Stadhuis]

 

Unübersehbar und meist mit vielen Flaggen geschmückt dominiert ein großes Gebäude  den Grote Markt. Das schöne Antwerpener Rathaus ist eines der wichtigsten Renaissance-Gebäude des Landes und wurde 1999 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.

 

Bronzeplastik am Brabobrunnen am Grote Markt, Antwerpen. © 2019 Reinhard A. Sudy Antwerpen. Bronzeplastik am Brabobrunnen in Antwerpen. © 2019 Reinhard A. Sudy

Brabobrunnen mit Bronzeplastik

 

Einer Legende nach hat einst ein Riese von vorbeifahrenden Schiffern Wegzoll verlangt und denen die Hand abgehackt, die nicht zahlen konnten. 1887 hat der Antwerpener Bildhauer Jef Lambeaux den Brunnen mit der Bronzeplastik am Grote Markt vor dem Rathaus geschaffen. Sie zeigt den Helden Silvius Brabo, wie er die abgetrennte Hand eines Riesen in die Schelde wirft. 

Blick über den Grote Markt auf die Liebfrauenkirche, Antwerpen. © 2019 Reinhard A. Sudy Liebfrauenkirche in Antwerpen. © 2019 Reinhard A. Sudy

Liebfrauenkathedrale

[Onze-Lieve-Vrouwekathedraal]

 

Diese Kathedrale gehört sicherlich zu den schönsten Kirchenbauten in Belgien - auch wenn ich ihren weit in den Himmel ragenden 123 m hohen Nordturm nur teilweise eingerüstet zu sehen bekam. Auf ihrer Webseite wird die Kathedrale als Synthese unterschiedlichster Stilepochen, darunter Gotik, Renaissance, Barock und Rokoko beschrieben, und das scheint auch ihre Faszination auszumachen.

 

Vier Werke in der Kirche sind übrigens von Peter Paul Rubens: 

Die Kreuzerhöhung (1609-1610)
Christi Auferstehung (1611-1612)
Die Kreuzabnahme (1611-1614)
Mariä Himmelfahrt (1625-1626)

 

www.dekathedraal.be | Liebfrauenkathedrale [Onze-Lieve-Vrouwekathedraal] | 

Handschoenmarkt 3, 2000 Antwerpen

Groenplaats 21, 2000 Antwerpen

 

www.topa.be | Antwerpen, Kirchen und Tourismus / Tourismus Pastoral Antwerpen e.V. (TOPA)

 

www.akc-orgel.be | Antwerpse Kathedraalconcerten

Vlaeykensgang - der Zugang in ein enges Gassengewirr. © 2019 Reinhard A. Sudy Vlaeykensgang in Antwerpen. © 2019 Reinhard A. Sudy

Vlaeykensgang

 

Diese kleine, ein wenig versteckt gelegene mittelalterliche Gasse führt durch verwinkelte Hinterhöfe, vorbei an Antiquitätengeschäften, Kunstgalerien und Restaurants.

Der Vlaeykensgang, in dem früher die Schuhmacher gelebt haben, verbindet die Hoogstraat, den Oude Koornmarkt und die Pelgrimstraat miteinander. 

 

Nach einem ausgedehnten Altstadtbummel durch Antwerpen reichte die Zeit leider nicht mehr zu einem etwa 15-Minuten-Spaziergang vom Grote Markt zum Plantin-Moretus-Museum und weiter zum Rubenshaus. Ich habe aber einen Besuch beider Sehenswürdigkeiten auf meine 'to do-Liste' für's nächste Mal gesetzt. Ebenso auf diese Liste genommen habe ich eine Führung durch das Diamantenviertel mit einem Abstecher zum nahen Antwerpener Hauptbahnhof, um mir den auch als 'Eisenbahnkathedrale' bezeichneten Prachtbau genauer anzuschauen.

 

Plantin-Moretus-Museum | Vrijdagmarkt 22-23, 2000 Antwerpen |www.museumplantinmoretus.be

Der beeindruckende Backsteinbau und die schöne Gartenanlage im Innenhof waren einst Wohnstätte und dann auch Druckereibetrieb der Familien Plantin und Moretus. Neben der Dauerausstellung in den Wohnräumen und der Druckerei mit eine der ältesten Druckpressen der Welt gibt es immer wieder Wechselausstellungen, die verschiedene Aspekte der Familiengeschichte beleuchten. 2005 erfolgte die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste.

Rubenshaus | Wapper 9-11, 2000 Antwerpen | www.rubenshuis.be

Der ursprünglich von Peter Paul Rubens (teilweise) selbst entworfene Gebäudekomplex mit Wohnhaus und Atelier, Torbogen, Innenhof, Garten und Gartenpavillon ist heute eine vielbesuchte Sehenswürdigkeit. Hier hat der bekannte Maler 32 Jahre lang gelebt und gearbeitet.

Diamantenviertel und DIVA

Die wichtigsten Orte dieses von einigen Hundert Kameras überwachten Viertels liegen zwischen dem nördlichen Spitz einer großen Parkanlage [Stadspark] und dem langestreckten Antwerpener Hauptbahnhof [SNCB Antwerpen Centraal Station] mit dem dahinterliegenden Zoo. Und nur wer Mitglied einer der vier Diamanten-Börsenvon Antwerpen ist, darf hier mit Diamanten handeln.

Einen interessanten Einblick in die Welt der 'Diamanten-, Juwelen- und Edelschmiedekunst' gibt auch das nur wenige Schritte vom Grote Markt entfernte Museum DIVA, ein 2018 eröffnetes Erlebniszentrum.

Suikerrui 17-19, 2000 Antwerpen

www.divaantwerp.be

Hauptbahnhof  [Antwerpen centraal station] | Koningin Astridplein 27, 2018 Antwerpen | www.belgianrail.be

Ein mächtiges, palastähnliches Gebäude mit beeindruckenden Treppenaufgängen und einem gewaltigen Glasdach über den Bahngleisen - liebevoll 'Eisenbahnkathedrale' genannt - wartet auf die Antwerpener Bahnreisenden. 

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Gent. Von den Tafeln des Altarbilds zur Grafitti-Gasse

Blick von der Leie-Promenade Korenlei auf auf die Leie-Promenade Graslei und zur Grasbrug. © 2019 Reinhard A. Sudy

November 2019/Februar 2020. Die Hafenstadt Gent breitet sich am Zusammenfluss der Flüsse Schelde und Leie aus. Sie ist die zweitgrößte Stadt in Flandern und die drittgrößte in Belgien. Der im Mittelalter mächtige Stadtstaat liegt im Nordwesten Belgiens und ist wohl untrennbar mit dem weltberühmten und natürlich vielbesuchten Genter Altar verbunden. Das wurde mir bei meiner Erkundungs-Tour durch die angenehm verkehrsberuhigte aber ungemein verwinkelte Innenstadt bewusst: Hier tummelten sich die Besuchermassen wie in den Kanälen die Touristen-Boote. Aber die Grachten sind ja wirklich sehenswert, sowohl von den Brücken als auch von einem Boot aus.

Blick von der Grasbrug über die Leie zur Sint-Michielsbrug und der Sint-Michielskerks. © 2019 Reinhard A. Sudy

Der Charme von Patershol

Beeindruckend und dicht nebeneinander stehen im Zentrum die im Laufe der Jahrhunderte in unterschiedlichsten Baustilen errichteten Bauwerke. An ihnen vorbei bummelte ich in den gemütlich-ruhigen  Stadtteil Patershol mit kleinen Häuschen, Vorgärten, gepflasterten Gassen, Läden, Galerien und Restaurants. Hier, zwischen der Burg Gravensteen und der Kraanlei, eine Promenade am Flussufer der Leie, schien die Zeit stehen geblieben zu sein.

 

Und: OMG! Van Eyck was here

Unter diesem Slogan feiert Gent im Jahr 2020 den großen altniederländischen Meister und Universalgelehrten Jan van Eyck, der hier mit seinem Altarbild ein weltberühmtes Meisterwerk geschaffen hat. Eigentlich erhielten die Brüder Jan und Hubert Van Eyck von Joos Vijd und seiner Frau Elisabeth Borluut den Auftrag für dieses gewaltige Gemälde, für das in der St.-Bavo-Kathedrale sogar eine zusätzliche Kapelle mit dem Namen Vijdkapel errichtet wurde. Da aber Hubert Van Eyck bereits in der Anfangsphase des Meisterwerks verstarb, wurde der Genter Altar von Jan Van Eyck gemalt und 1432 vollendet. 

 

Mehr über die Ausstellungen, Events und Aktivitäten im Van Eyck-Festjahr 2020 in Gent:

https://visit.gent.be/de/omg-van-eyck-was-here

Der Van Eyck-Altar in der Vijdkapel der Sint Baafskathedraal. © 2019 Hedi Grager

Der Flair von Türmen

Ein besonders eindrucksvolles Zeugnis einer großen Vergangenheit sind die über 400 denkmalgeschützten Monumente. Darunter auch einige weithin sichtbare und alles überragende Türme, die das Panorama von Gent prägen: Die Türme der St.-Niklaas-Kirche und der St.-Baafs-Kathedrale sowie der Belfried. Diese hat auch Jacques Brel in seinem Lied 'Marieeke - zwischen den Türmen von Brügge und Gent' besungen. 

Immer wieder auf der Suche nach einem guten Standort für ein schönes Turm-Foto, ging es kreuz und quer durch das quirlige Gent.

Turm-Panorama von Gent | Ghent von OMG! Van Eyck was here. © Bas Bogaerts

 

Gent im Internet

 

https://visit.gent.be/de | Fremdenverkehrsamt Gent

 

https://stad.gent/nl | Offizielle niederländischsprachige Webseite der 

                                Stad Gent

 

https://stad.gent/de | Auswahl der relevantesten Artikel und

                                 Informationen der Webseite der Stadt Gent in 

                                 deutscher Sprache

 

 

Groot Vleeshuis | Fleischerei-Markthalle mit Restaurant

Groentenmarkt 7, B-9000 Gent 

Telefon: +32 9 223 23 24

E-mail: info@grootvleeshuis.be

www.grootvleeshuis.be 

 

Restaurant Korenlei Twee

Korenlei 2, B-9000 Gent

Telefon: +32 9 224 00 73

E-mail: info@korenleitwee.be

www.korenleitwee.be 

St.-Bavo-Kathedrale [Sint Baafskathedraal]

 

Dieses majestätische Bauwerk ist ein unübersehbares Wahrzeichen von Gent. Es ist innen fast noch beeindruckender als von aussen -und dazu die Heimat des weltberühmten Genter Altars, der in einer eigens dafür errichteten Seitenkapelle steht. Beeindruckt haben mich aber auch die vielen anderen Kunstschätze der Kathedrale, wie z. B der barocke Hochaltar aus schwarzweißem und rot-geflammten Marmor, die Rokokokanzel aus Eiche, vergoldetem Holz und Marmor, das Kreuzigungstriptychon von Justus van Gent oder die Prunkgräber der Genter Bischöfe. [Sint-Baafsplein]

Genter Altar

 

1432 wurde mit dem Genter Altar [Die Anbetung des Lamm Gottes] der Gebrüder van Eyck eines der heute wohl berühmtesten Gemälde enthüllt. Die 18 Tafeln zeigen besondere biblische Szenen mit 248 Personen - erkennbar ist z. B. ein Porträt des Auftraggebers und Kirchenvorstehers Joos Vijd und seiner Ehefrau Elisabeth Borluut.

 

Weltweites Aufsehen erregte im April 1934 der Diebstahl zwei dieser Tafeln: 'Die Gerechten Richter' und 'Johannes, der Täufer' waren aus der St.-Bavo-Kathedrale entwendet worden. Der Diebstahl konnte bis heute nicht aufgeklärt werden, wohl aber wurde die Tafel „'Johannes, der Täufer' zurückgebracht. Die andere Tafel 'Die Gerechten Richter' blieb unauffindbar und wurde mit einer Reproduktion ersetzt. 

Grafenburg [Burg Gravensteen]

 

Die einst hölzerne Festigungsanlage am Zusammenfluss der Leie und der Schelde ist heute eine mächtige Wasserburg mit Waffenmuseum und herrlichem Panoramablick auf die Stadt [Sint-Veerleplein 11]. Für einen Rundgang fehlte mir leider die Zeit, aber ich komme ja wieder.

Graffitistraat & Street Art 

 

Fast hätte ich sie übersehen: Die langgezogene, schmale und natürlich autofreie Graffitistraat, die eigentlich 'Werregaren Straat' heißt und die Hoogpoort und die Onderstraat verbindet. Aber Achtung, Radfahrer haben es mitunter ungeduldig eilig. Hier wurden einmal einige Graffiti geduldet, bald schon erhielt die Gasse den Spitznamen 'Graffitigasse' und heute ist die Werregarenstraatje (diese Schreibweise taucht auch öfter auf) eine 'offene Leinwand für

junge Straßenkünstler'.

 

Mehr: www.reinhardsudy.comGraffiti, Street Art & Tattoos > Europa.

 

Ein Graffiti & Street Art Paradies

In Gent haben sich aber auch bekannte Künstler wie Roa oder Bué The Warrior mit großflächigen bunten Arbeiten 'verewigt. Der "Sorry, not sorry Streetart"-Plan macht es einfacher, zu Fuß oder mit dem Rad auf eine Streetart-Entdeckunstour durch die graffitifreundlichen Stadt zu gehen.

Rollladen in der Hoogpoort mit einem kraftvollen Graffito. © 2019 Reinhard

 

Die folgenden Links geben ausführlichere Einblicke mit detaillierten Informationen über die vielen bunten Kunstwerke.

 

Street Art in Gent | Street Art-Erlebnis bei Stadtführung durch Gent! [deutsch]. © Visit Gent. Fremdenverkehrsamt Gent

 

Street Art in Ghent | Übersicht aller bunten Pieces und Walls in der Stadt Gent [englisch]. © Culture Ghent, the cultural service of Ghent 

 

SORRY, NOT SORRY Street art map | An overview of all the murals in Ghent [englisch]. © Stad Gent - Dienst Toerisme

 

SORRY, NOT SORRY Street art map
An overview of all the murals in Ghent
© Stad Gent - Dienst Toerisme
20200225_DO_Street art map_En_1.pdf
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Kulturhauptstadt Brügge. Im 'Venedig des Nordens' 

St.-Salvator-Kathedrale [Sint-Salvatorskathedraal, Sint-Salvatorskoorstraat 8], Brügge. © 2019 Reinhard A. Sudy

April 2020. Die Hauptstadt der Provinz Westflandern liegt im Nordwesten Belgiens und war 2002 gemeinsam mit Salamanca Kulturhauptstadt Europas. Der gemütliche und ausgezeichnet erhaltene mittelalterliche Stadtkern von Brügge wurde nur kurz davor - 2000 - von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Die Erinnerungen an meinen ersten nur kurzen Besuch vor vielen, vielen Jahren waren schon sehr verblasst, als mich ein ausgedehnter Spaziergang auf kopfsteingepflasterten Straßen und durch enge Gässchen, entlang von Kanälen, über Brücken und vorbei an mittelalterlichen Gebäuden ins Stadtzentrum führte.

 

Vom großen Parkplatz-Gelände Bargeplein (Katelijnparking) im Süden der Altstadt ging es gleich über die erste Brücke [Bargebrug], eine moderne und schwungvolle Stahlkonstruktion. Bald darauf stand ich vor der Minnewaterbrug, einer alte Steinbogenbrücke, und dem

Poertoren [Begijnenvest 1], einem ehemaligen Pulverturm und einer Erinnerung an die spätmittelalterlichen Stadtmauer. 

Ehemaliger Pulverturm [Poertoren, Begijnenvest 1], Brügge. © 2019 Reinhard A. Sudy

Begijnhofkerk Sint-Elisabeth und Rooms Convent 1330

Am breiten und romantischen Minnewater entlang und vorbei an einigen kräftig-roten Backsteinbauten und dem Sashuis, einem Brücken-Gebaüde, erreichte ich bald darauf die in eine große und schattige Parkanlage des Begijnhofs eingebettete Begijnhofkerk Sint-Elisabeth. Nach einer kurzen Besichtigung verließ ich diesen Ruhepol  und tauchte auf der anderen Seite des Kanals ein in ein faszinierendes Gassengewirr [Wijngaardplein - Walplein - Stoofstraat], das mich bis zur Katelijnestraat brachte, einer der Hauptstraßen Brügges. Damit war ich auch schon ich Sichtweite der vielen bekannten und prächtigen Sehenswürdigkeiten. Vor ihrer Erkundung brachte mich ein kurzer Abstecher in den Rooms Convent 1330 noch einmal in eine Ruheoase.

 

Begijnhofkerk Sint-Elisabeth

Begijnhof B, Brügge


Der im Begijnhof gelegene rote Backsteinbau der Begijnhofkerk Sint-Elisabeth [St.-Elisabeth-Kirche] ist nach der heiligen Elisabeth von Ungarn benannt. Er ist außen wie auch innen sehr schlicht gehalten, überrascht aber mit einem schönen Hochaltar und den beiden Seitenaltären.

Rooms Convent 1330

Katelijnestraat 21A, Brügge 

 

Die 1330 gegründete Stiftung für (arme) Frauen öffnete sich nach dem kleinen Eingangstor in der Katelijnestraat. Ein schmaler Gang führte mich weiter zur nächsten Tür. Dahinter wurde ich von einem kleinen denkmalgeschützten Paradies überrascht: Kleine, ziegelgedeckte Häuser, weiß getüncht mit knallroten Türen und Fensterrahmen, und eine gemütliche Grün- und Gartenanlage.

Im Hintergrund sah ich den unverkennbaren, hohen Turm der Liebfrauenkirche [Onze Lieve Vrouwekerk].

Die einstige Kapelle gibt es schon lange nicht mehr, aber ein kleiner Raum im Eingangsbereich ist heute als Andachtsraum gestaltet.

Rundgang zu großen Plätzen und Prachtbauten mit Türmen

Nach einer süßen Stärkung mit etwas Marzipan in der Mariastraat ging's dann mit der Erkundung der Prachbauten richtig los:

  • Liebfrauenkirche [Onze Lieve Vrouwekerk, Mariastraat]
  • Gruuthusemuseum [Dijver 17C]

  • Burgplatz [Burg]

  • Rathaus [Stadhuis, Burg 12]

  • Heilig-Blut-Basilika [Basiliek van het Heilig Bloed, Burg 13]

  • Belfried [Belfort, Marktplatz 7]. Auf den 83 m hohen Turm mit einem Glockenspiel von 47 Glocken habe ich es leider nicht geschafft. Die 366 Stufen zur Aussichtsplattform mit herrlichem Rundumblick stehen mir wohl bei einem weiteren Besuch bevor.

  • St.-Salvator-Kathedrale [Sint-Salvatorskathedraal, Sint-Salvatorskoorstraat 8]

Und am Ende dieses Rundgangs machte ich mich auf den Weg zur Boots-Abfahrtsstelle, davor aber suchte ich noch ein nettes Lokal mit einem schattigen Gastgarten-Platz. An der Ecke Heilige-Geetstraat, Mariastraat und Guido Gezelleplein fand ich dann einige zwar gut besuchte aber auch sehr einladende Lokale mit einem schönen Blick auf die Liebfrauenkirche gleich gegenüber.

  • Gruuthuse Hof [Mariastraat 36]
  • Marieke Van Brugghe [Mariastraat 17]

  • L.A. Invest [Guido Gezelleplein 1] 

  • Maria Van Bourgondië NV [Guido Gezelleplein 1] 

  • 'T Schrijverke [Gruuthusestraat 4

Eine Bootstour in den Wasserstraßen [Reien] von Brügge 

Im Mittelalter hatte Brügge durch ein kanalähnliches Flüsschen eine direkte und daher wirtschaftlich sehr wichtige Verbindung mit der Nordsee. Diese verlandete später, und erst vom Ende des 19. bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts entstand rund 13 km von Brügge entfernt mit dem Seehafen Zeebrugge ein bedeutendes Zentrum für die Fischerei und den europäischen Handel. Der Boudewijnkanal führt heute vom Seehafen nach Brügge - ein Stichkanal verbindet ihn mit dem über die Jahrhunderte erhalten gebliebenen ausgedehnten  Kanalnetz im Stadtkern. 

Auf einer Bootsfahrt erlebte ich dann eine weitere faszinierende Seite von Brügge: prachtvolle Hausfassaden, versteckte Winkel und romantische Gärten, malerische Brücken, bei denen ich manchmal meinen Kopf einzog, und einen unterhaltsamen Bootsführer. 

Brügge im Internet

 

www.visitbruges.be | Tourist-Information

 

www.brugge2002.be | Kulturhauptstadt Europas

 

https://whc.unesco.org/ | UNESCO’s World Heritage Centre

 

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Flandern in Print und Online

 

 

 

Da bin ich noch auf der Suche!

 

https://www.belgium.be/de

www.belgium.be | Offizielle Informationen und Dienste Belgiens 

 

 

www.visitflanders.com | Tourismus-Zentrale Flandern

 

www.toerismevlaamsbrabant.be | Toerisme Vlaams-Brabant

 

www.ostbelgien.eu | Tourismusagentur Ostbelgien VoG

 

 

www.belgien-tourismus-wallonie.de | Offizielle Website des Tourismusverbandes Belgien-Tourismus Wallonie

 

 

www.belgique-tourisme.net | Office de Promotion du Tourisme Wallonie-Bruxelles

 

 

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