Lombardei. Region zwischen Bergseen und Poebene

Hier lesen Sie über

  • Cremona
  • Mantua
  • Sabbioneta

Cremona. Stadt berühmter italienischen Geigenbauer

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Blick über die Piazza Marconi auf das Museo del Violino in Cremona. © 2019 Reinhard A. Sudy
Piazza Marconi. © 2019 Reinhard A. Sudy

 

2019. Diese Stadt in der Region Lombardei mit dem klingenden Namen liegt am linken Flussufer des Po und unmittelbar an der Autobahn (A21 Torino - Piacenza - Brescia). Sie ist auch Sitz der Verwaltung der gleichnamigen Provinz Cremona und bezaubert mit einer reizvollen Altstadt. Bekannt, ja sogar berühmt wurde Cremona vor allem durch die hier ansässigen Geigenbauerfamilien mit den klingenden Namen wie Amati, Bergonzi, Guarneri und Stradivari. Straßennamen, Skulpturen, das Violinen-Museum (Museo del Violino) und zahlreiche Geigenbauer-Werkstätten, wie ein bei unserem Spaziergang entdeckter Laden eines Maestro liutaio, zeigen die starke Verbundenheit der Stadt mit ihrer handwerklich-musikalischen Geschichte. Die traditionelle Geigenbaukunst in Cremona wurde 2012 sogar von der UNESCO in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. 

Hotel Duomo Cremona in der Via dei Gonfalonieri. © 2019 Reinhard A. Sudy

Sightseeing von der Parkgarage zum Hotel

Als ich das kleine 3-Sterne-Hotel Duomo Cremona im Herzen der Altstadt und nur wenge Schritte vom Domplatz entfernt gebucht habe, hätte ich es eigentlich wissen müssen: Eine Zufahrt mit dem Auto - auch nur um das Gepäck auszuladen - war nicht möglich. So machten wir uns halt zu Fuß und bei leichtem Nieselregen von der geräumigen Tiefgarage an der Piazza Guglielmo Marconi aus - hier ist auch das Violinen-Museum (Museo del Violino) - auf den Weg. Unser erster Stadtbummel führte uns dann um zwei Ecken gleich auf die kleine und von vielen Gastgärten gesäumte Piazza Della Pace - und schon standen wir am Anfang der Via dei Gonfalonieri und blickten auf einen Teil der prachtvollen Domfassade. Den kleinen Zugang zu unserem ebenso kleinen Hotel hätten wir dann fast übersehen.

Blick von der Via dei Gonfalonieri auf die reich gegliederte Domfassade. © 2019 Reinhard A. Sudy

Nachmittags-Spaziergang. Am Domplatz geht's los

Inzwischen hatte die Sonne die letzten Regenwolken vertrieben und wir standen vor dem Dom (Duomo / Cattedrale di Santa Maria Assunta) bzw. auf seinem Vorplatz (Piazza del Comune) - einem idealen Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung. Hoch in den Himmel ragen hier die reich verzierten Fassaden, Türme, Türmchen und Kuppeln eines beeindruckenden Gebäude-Ensembles mit dem dreischiffigen Dom (Duomo), der achteckigen Taufkapelle (Battistero), einem 112 m hohen Glockenturm (Torrazzo), dem Rathaus (Palazzo Comunale) und der Loggia dei Militi. Es hätte sich wahrscheinlich gelohnt, die 487 Stufen des unten quadratischen und oberhalb der Zinnen achteckigen Glockenturms hinaufzusteigen und den Rundblick über Cremona zu genießen - aber 'chiuso'.

So versuchten wir auch auf der Rückseite des Doms, die faszinierende Turmwelt ein wenig vom Boden aus 'einzufangen' und folgten dann den kleinen Läden durch die autofreie Via Mercatello. Auf dem belebteren Corso Giuseppe Mazzini ging es mit kurzen Abstechern in kleine Seitengässchen bis zur grünen Parkoase der Piazza Roma.

 

Durch die Galleria 25 Aprile in die Fußgängerzone Corso Campi

An seiner südwestlichen Ecke standen wir dann vor dem mit hohen Säulen gerahmten Zugang zur imposanten Galleria 25 Aprile [auch: Galleria XXV Aprile], deren eigenwilliger, rechteckiger Turmaufbau  sich markant verjüngt. Im Inneren des symmetrisch angelegten Gebäudekomplexes mit zwei Innenhöfen überraschte uns eine fast überdimensionale Halle mit Läden und Lokalen, an derem anderen Ende wir uns am Beginn der Fußgängerzone des Corso Campi wiederfanden. Bei der Weggabelung an ihrem Ende entschieden wir uns für den Flair des belebteren Corso Garibaldi und trafen dann nahe dem Torre Torresini die beste Entscheidung für eine kurze Rast. Nur wenige Schritte entfernt vom immer noch sehenswerten Rest dieses mittelalterlichen Turms, der einst zum Haus des Richters Giovan Giacomo Torresino gehört hattte, setzten wir uns an der Ecke Corso Garibaldi und Via Villa Glori ins La Mantovana. Diese moderne Café-Bar mit einem kleinen Gastgarten am Vorplatz hat ihre lange Geschichte als gemütliche Trattoria und Treffpunkt von Künstlern und Sängern begonnen. Es war gerade Happy Hour und wir wurden bei jeder Getränkerunde mit Unmengen kleiner Köstlichkeiten verwöhnt.

Zurück spazierten wir auf denselben Straßen, einen Häuserblock weit auf der unmittelbar anschließenden Via Giuseppe Verdi und wir standen am Rande der herrlichen Piazza Antonio Stradivari.

Blick über die Piazza Antonio Stradivari Richtung Glockenturm 2019 Reinhard A. Sudy
Pasticceria Gelateria DiBianco. © 2019 Reinhard A. Sudy DiBianco. © 2019 Reinhard A. Sudy

Piazza Antonio Stradivari

Hier gab es noch in der Pasticceria Gelateria DiBianco einen süßen Abschluss unseres Spaziergangs durch die Innenstadt von Cremona. An einem Hochtisch an der Glasfront sitzend blickten wir mit einem Espressso und ein paar köstlichen 'Mono' vor uns über den weiten Platz und auf die schönen Fassaden der Gebäude auf der anderen Seite. 

Zu unserem Hotel waren es ja nur mehr wenige Schritte.

 

Cremona im Internet

www.comune.cremona.it/ | Comune di Cremona

 

Infos und Tipps

 

Duomo di Cremona / Cattedrale di Santa Maria Assunta

Piazza del Comune, 26100 Cremona 

+39 372 406391

www.cattedraledicremona.it/

 

Galleria XXV Aprile 

Eingänge: Corso Cavour/Via Marcantonio Ingegneri und Corso Campi/Via Guarneri del Gesù,26100 Cremona 

 

Torre Torresini

Corso Garibaldi, 62, 26100 Cremona

 

Museo del Violino

Piazza Guglielmo Marconi, 26100 Cremona

+39 372 801801

www.museodelviolino.org

 

Hotel Duomo Cremona

Via Dei Gonfalonieri, 13, 26100 Cremona

+39 372 35242 oder 35255

www.hotelduomocremona.com

 

Bar La Mantovana

Corso Garibaldi, 78, 26100 Cremona 

+39 327 889 7564

https://www.comune.cremona.it/node/425722

 

Pasticceria Gelateria DiBianco

Piazza Antonio Stradivari, 17, 26100 Cremona

+39 372 1661827

www.dibianco.eu

Mantua. Einstige Residenzstadt der Gonzaga-Herzöge

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Duomo San Pietro an der Piazza Sordello. © Sudy

2006/2014. Dort, wo die drei italienischen Regionen Venetien, Lombardei und Emiglia Romagna aufeinander treffen, liegt auf einer kleinen Halbinsel das reizvolle Städtchen Mantua. Umgeben wird die einstige Residenzstadt der Gonzaga-Herzöge, heute ein UNESCO Kulturerbe, von der wunderbaren Seenlandschaft des Flusses Mincio, der sich hier gleich zu vier Seen erweitert hat. Atemberaubend ist der Blick auf die Altstadt von Mantua von der Gonzaga-Brücke. Und in der  Altstadt folgt ein schöner Platz dem anderen.

 

Piazza Sordello und Piazza Broletto 

Das kleine historische Zentrum besteht aus vier einander folgenden Plätzen. Den Anfang macht die weitläufige Piazza Sordello mit markanten Bauten wie dem Dom (Duomo San Pietro), einem Stilgemisch verschiedenster Epochen, dem mächtigen Herzogspalast (Palazzo Ducale) mit dem dahinter liegenden Castello di San Giorgio und einigen Stadtpalästen. Über die kleinere Piazza Broletto, den Obst- und Gemüsemarkt von Mantua, öffnet sich nach einigen Schritten die malerische Piazza del Erbe.

Piazza del Erbe und Piazza Mantegna

Vor der zinnengekrönten Fassade des alten Rathauses (Palazzo della Ragione) und dem wuchtigen Renaissance-Uhrturm (Torre delle Orologio) leuchten die weißen Sonnenschirme der Restaurants und Cafés. Die Uhr zeigte einst auch die Zeit für den Aderlass, die Ernte und die Frühjahrskuren.Schöne Bürgerhäuser, von Laubengängen mit kleinen Läden gesäumt, schmücken die andere Seite dieses malerischen Platzes. Gleich „ums Eck" ist die Piazza Mantegna mit der Basilica di Sant' Andrea, ein gewaltiger Renaissancebau mit gotischem Campanile, einer Riesenkuppel und einem turmhohen Eingangsportal. In den kleinen Gassen und Straßen bei der Piazza Mantegna kann man wunderbar einkaufen oder in einem der kleinen Cafés die torta sbrisolana kosten. Dieser feste Mandel-Streuselkuchen ist eine wahre Köstlichkeit der Küche von Mantua.

Mantua im Internet

www.comune.mantova.gov.it | Comune di Mantova

www.turismo.mantova.it | Turismo Mantova

 

 

Stand: 2006. Geringfügig geändert im Februar 2014.

Veröffentlicht: Mantua. Die einstige Residenzstadt der Gonzaga-Herzöge. In: Gsund. Menschen helfen Menschen. Nr. 52 Dezember 2006. Seite 57.

Sabbioneta. Eine „ideale Renaissancestadt“

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Die Fassade der Kaiserpforte (1579) in der vollkommen restaurierten Stadtmauer ist mit weißem Marmor verkleidet. © Sudy

2006/2012. Auf meinem Weg von Parma nach Mantua wurde ich 'im Vorbeifahren' auf das kleine von Herzog Vespasiano Gonzage Colonna (1531-1591) gegründete Städtchen Sabbioneta aufmerksam. Dieser wollte damit eine „ideale Renaissancestadt" verwirklichen, die heute noch nahezu in ihrer ursprünglichen Gestaltung erhalten ist. Die beeindruckende Stadtmauer wurde in der Form eines unregelmäßigen Sternes errichtet. Sie ist vollkommen restauriert und kann von einer außen liegenden Allee bequem besichtigt werden. Schöne Stadttore führen in ein verschlafenes kleines Städtchen mit einigen prachtvollen Bauwerken, wie beispielsweise dem Herzogspalast (Palazzo Ducale), der Galerie der antiken Kunst (Galleria degli Antichi) oder der Kirche S. Maria Assunta (Chiesa di S. Maria Assunta).

Sabbioneta im Internet

www.comune.sabbioneta.mn.it | Comune di Sabbioneta

www.iatsabbioneta.org | La Associazione Pro Loco Sabbioneta

 

In der 96 m langen „Galleria degli Antichi“ mit einer langgestreckten, ...
... eleganten Säulenhalle befanden sich einst die Kunstwerke des Herzogs Vespasiano Gonzaga Colonna. © Sudy

 

Stand: 2006. Aktualisiert am 17. August 2012.

Veröffentlicht: Sabbioneta. Eine "ideale Renaissancestadt". In: Gsund. Menschen helfen Menschen. Nr. 51 September 2006. Seite 56.

Quelle: Langfassung in www.gsund .net.

Empfehlen Sie diese Seite auf: