Steirischer Süden. Wandern und Genießen 

Weit ins süd- und weststeirische Hügelland reicht der Blick vor der Panoramaschenke Tertinek [Altenbach 35, 8455 Oberhaag]. © 2019 Reinhard A. Sudy
Reinhard A. Sudy. Foto: Jasmin Rathkolb

2020. 'Südsteiermark, Schilcherland & Lipizzanerheimat' übertitelt das steirische Tourismusportal die Beschreibung der Vielfalt an Natur- und Kultur-Landschaften, Freizeit- und Genussangeboten der weitläufigen Süd- und Weststeiermark. Da passt es gut, dass das in eine 'sanfte und grüne Hügellandschaft eingebettete Lipizzanergestüt Piber' 2020 seinen 100. Geburtstag feiert. 

Und im Südosten der Steiermark hat sich das Thermen- und Vulkanland zu einem weiteren touristischen Highlight entwickelt.

[Stand 2020]

 

Steirischer Süden

Da die politischen Bezirke der Steiermark, die teils übergreifende Landes-Regionalplanung und ab 2021 eine neue touristische Landkarte räumlich nicht deckungsgleich sind, habe ich die politischen Bezirke Voitsberg, Deutschlandsberg, Leibnitz und Südoststeiermark als 'Steirischer Süden zusammengefasst. Vielleicht wird es dadurch einfacher.

Von Westen nach Osten

Ich führe Sie hier aber zuerst zu den großen Freizeit- und Stauseen im weststeirischen Randbergland, nehme Sie dann mit auf romantische Klammwanderungen im südsteirischen Wein- und Grenzland und zeige Ihnen auch einige schöne Flussufer-Rundwege. Natürlich lade ich Sie ein, mit mir da und dort einzukehren und die regionalen Köstlichkeiten auszuprobieren.

 

Den Anfang mache ich mit zwei nahezu vergessenen aber sehr romantischen Stauseen: Hirzmann Stausee und Langmann Stausee. Danach geht's zur Stärkung in den Leibnitzer Raum und auf eine abwechslungsreiche kleinere Wanderung am Sulmufer.

Hier finden Sie folgende Wandern & Genießen Beiträge:

 

 

Von Stausee zu Stausee

  • Hirzmann Stausee
  • Langmann Stausee | Vorschau
  • Hebalm (Speicher-)See

 

Im Tal und am Berg. Grottenhof und Seggauberg 

  • Grottenhof | Ranninger .... Vorschau
  • Seggauberg | Schloss Seggau .... Vorschau

 

An den Ufern von Sulm und Laßnitz.  

  • Vom Grottenhof zum Sulmsee  .... Vorschau

 

und ganz unten interessante Bücher.

 

Hebalm See. Ein kleiner Speichersee mit viel Flair

Text: Reinhard A. Sudy

Fotos: Hedi Grager, Reinhard A. Sudy

Der kleine Hebalm See mit seiner ganz kleinen 'Berginsel'. © Reinhard A. Sudy

Mai 2021. Eingebettet in die Alm- und Waldlandschaft der Koralpe und im unmittelbaren Grenzgebiet zwischen Steiermark und Kärnten liegt auf einem kleinen Hochplateau der bezaubernde Hebalm See. Rund um diesen 'Beschneiungsteich' für das beliebte und heute sehr familiäre Skigebiet hat sich in den letzten Jahren einiges verändert. Unverändert aber ist die herrliche Sicht von der teilweise bewaldeten Hangböschung am Ost- und Südufer des Speichersees und von seinem westlichen Ufer weit ins Kärntner Bergland. Rund um den Hebalm See, dessen östlicher Streifen gerade noch in der Steiermark liegt, wartet ein kleines Natur- und Freizeitparadies - im Sommer auf Wanderer, Läufer und Radfahrer, im Winter auf Skifahrer, Langläufer und Schneeschuhwanderer.

Ein Spaziergang um diesen kleinen See und durch den ein wenig mystischen den Dom des Waldes sind für mich Anreiz genug, immer wieder einmal einen kurzen Ausflug hierher zu machen. Der Bummel auf dem breiten Schotterweg um den Hebalm See dauert zwar nicht lang, aber es gibt so viele Kleinigkeiten zu entdecken: Bemooste felsige Uferböschungen, knorrige Baumreste, ein aus dem glasklaren Wasser ragender Baumstumpf, da und dort eine kleine Seeroseninsel, ein massiver Felsblock, der wie eine Berginsel aus dem Wasser ragt, und im Uferschilf einige träge Fischchen.

 

Info-Tafel mit ausführlichen Erklärungen über den "Dom des Waldes". © Hedi Grager

Dom des Waldes und Kapellenrundweg

Zwei kurzweilige Kultur- und Natur-Wanderungen beginnen ebenfalls am Parkplatz vor dem Hebalm See.

 

     Die Erkundung des Dom des Waldes beginnt gleich neben dem einstigen Seestüberl. Im dahinter leicht aufsteigenden Waldhügel verborgen liegt ein großer Felsblock, der zum zentralen Veranstaltungsort dieses Natur-Kunst-Projektes wurde. Um ihn herum haben - angeregt von einem Vergleich des Waldes mit einem Dom durch Peter Rosegger - die beiden Künstler Anne und Peter Knoll den Umriss des Mailänder Doms mit Holzstegen nachgezeichnet. Die Eingangsportale wurden mit Lärchenholz originell vereinfacht aber in Originalgröße nachempfunden. Näheres über die vielen Details dieses ‚Nachbaus‘ in einer romantisch-düsteren Waldkulisse zeigt eine gut gestaltete Schautafel im Zugangsbereich.

 

     Die markierte Kapellen-Rundwanderung Nr. 52 führt in 1 ½ Stunden durch die ruhige Alm- und Waldlandschaft der Hebalm und zu zwei schönen gelegenen Aussichtspunkten. Links, also an der östlichen und steirischen Uferseite am Hebalm See vorbei führt der Forstweg zur Hebalmkirche mit der sehenswerten Malteserkapelle. Auf dem weiteren Weg lohnt es sich, dem Wegweiser zur Aussichtsplattform des Kampelekogels (1.494 m) zu folgen. Wieder am Forstweg heißt es dann beim Kreuzen mit dem Weitwanderweg Nr. 505 spitz zurück nach rechts abzubiegen und zum Hebalm See zurückzukehren. Ein Wegweiser kurz vor dem Ziel verweist noch zu einem weiteren Aussichtspunkt.

Nord-West-Blick über den Hebalm See. Rechts im Hintergrund steht hier noch das Gasthaus Seestüberl. © Reinhard A. Sudy

Anreise und Zufahrt

Auf der Süd Autobahn A2 von Osten (Graz) und Westen (Klagenfurt) kommend bis zur Ausfahrt Packsattel und dann ein kurzes Stück bis zur Packer Straße B 70 (bzw. zur Vier Tore Straße L 138 auf der Ärntner Seite). Hier weiter Richtung Preitenegg bis zur gut gekennzeichneten Abzweigung der Hebalm Straße, die bis zum Parkplatz beim Hebalm See führt.

 

Informationen und Tipps

Der Hebalm See liegt auf einer Seehöhe von 1.389 m und hat eine Wasserfläche von etwa 2 ha. Er wurde als Beschneiungsteich angelegt.

 

Vereinshaus - Erlebnis Hebalm

Das ehemalige Gasthaus Seestüberl am Parkplatz unmittelbar vor dem Hebalm See gibt es ja leider schon seit einigen Jahren nicht mehr. Es wurde aber zu einem Vereinshaus umgebaut.

 

dieser Teil ist noch in Arbeit !!!

 

Gemeinde Hirschegg-Pack

A    Hirschegg 24, A-8584 Hirschegg-Pack
T    +43 (3141) 2207
M   gde@hirschegg-pack.gv.at 

W   www.hirschegg-pack.at

 

Gemeinde Preitenegg

www.preitenegg.gv.at

 

Hebalm Tourismusunternehmen: www.hebalm.at

Tourismusverband Lippizanerheimat: www.lipizzanerheimat.com

 

Rundweg mit 'Alpinsteig' um den Hirzmann Staussee 

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Hirzmann Stausee, von der Sperre aus gesehen. © Reinhard A. Sudy

Oktober 2020. Eingebettet in eine wirklich idyllische Landschaft zieht sich vom Mündungsbereich der Teigitsch bis zur Hirzmann Sperre der stark gewundene, anfangs sehr schmale, mit dem Verlauf immer breiter werdende Hirzmann Stausee. Ein wenig Vorbereitung lohnt sich, um die Zufahrt zu den Parkplätzen bei der Seebrücke (Stauseebrücke Edelschrott) rasch zu finden. Sie sind der beste Ausgangspunkt für eine Rundwanderung im Schatten des Waldes - mit einem kurzen 'alpinen Klettersteig' als Überraschung. 

Wenn sich bei der Anreise nach der letzten Kehre der Seestraße der Wald öffnet, liegt vor einem der ruhige, ein wenig verträumte und nach meinem Empfinden fast vergessene Stausee. Beim Buffet Seeblick vor der Seebrücke ist das Herzstück des Badebereichs und ein öffentlicher Holzsteg macht bequemen Badespaß möglich. Fischreichtum und einsame Uferstellen begeistern wiederum Angler und mit Ruderbooten lässt sich der Stausee vom Wasser aus erkunden.

Ströhberne Brücke

Dieses historische und denkmalgeschützte Kleinod ist ein reizvoller Teil der Geschichte des Stausees. Nach einer hölzernen Info-Tafel ist die Brücke über die Teigitsch bereits in einer alten Karte der Steiermark von 1678 zu finden. Auf dem Tragwerk ist die Jahreszahl 1816 eingeschnitten. Im Zuge des Baus der Hirzmann Sperre zwischen 1947 und 1950 musste die Ströhberne Brücke verlegt werden. Im Jahre 1949 wurde sie an ihren heutigen Platz beim Guggibach übertragen, nur wenige Meter südlich vom ursprünglichen Standort. Die berühmte Strohdeckung der Überdachung wurde bei der letzten Sanierung im Jahr 2014 durch eine ähnlich aussehende und langlebige Schilfdeckung ersetzt. Die heutige, 1948 erbaute und 1984 erneuerte 72 m lange Brücke über den Stausee wird als schlicht als Seebrücke bezeichnet, heißt korrekterweise Stauseebrücke Edelschrott.  

Wanderwege und Alpinsteig

'Über die Seebrücke und die Hirzmann Sperre führt ein gut beschilderter und schöner Wanderweg in 2 ½ bis 3 Stunden um den Stausee' - so oder so ähnlich hatte ich es bei meiner Recherche über den Hirzmann Stausee mehrfach gelesen, bevor ich mich zu meiner ersten Stausee-Umrundung aufgemacht hatte.

Doch von Anfang an:

Gleich von den Parkplätzen bei der Seebrücke weg ging ich entlang des westlichen Seeufers und vorbei an stillen, lichten Plätzen durch eine zauberhafte Wald-Landschaft. Es war ein herbstlicher Wochentag, andere Wanderer bekam ich nicht zu Gesicht und ich freute mich schon auf die Stausee-Querung über die Sperre. Als ich bei der Staumauer ankam, war nur ein Stück des Damms begehbar und eine Querung nicht möglich. Für einige schöne Fotos reichte es. Aber dafür ging es über einer kurze Eisenleiter hinunter zu den endlosen Stufen eines steilen Abstiegs bis zum Fuße der Staumauer. Unten angekommen folgte ich dem Weg bzw. der Straße zurück hinauf auf die östliche Seite der Staumauer und des Stausees. Hier brachte mich dann ein ufernaher, wurzelreicher Waldsteig zurück zur Seebrücke und zu den Parkplätzen.

Anreise und Zufahrt

Auf der Packer Straße B 70 von Nordosten (Köflach) oder von Südwesten (Pack) kommend bis nach Edelschrott. Hier zweigt gut beschildert die Seestraße ab, die zu den Parkplätzen gleich nach der Brücke über den Hirzmann Stausee führt.

 

Rundwanderung um den Hirzmann Stausee

Start: Parkplatz Seebrücke 

Wegstrecke: ca. 9 km

Gehzeit: 2 ½ bis 3 Stunden 

Schwierigkeit: leicht, aber trittsicher und schwindelfrei beim Abstieg von der Staumauer

 

Informationen und Link-Tipps

In der Literatur finden sich beide Schreibweisen: ‚Hirzmann‘ und ‚Hierzmann‘. Häufiger Verwendung findet vor allem im Alltag die Schreibweise ‚Hirzmann‘.

 

Der Hirzmann Stausee in 711 m Seehöhe entstand zwischen 1947 und 1950. Seine maximale Tiefe wird mit 30 m angegeben. Die Teigitsch durchfließt den Hirzmann Stausee und entwässert ihn in den Langmann Stausee. Die Staumauer ist 58,6 m hoch, ihre Krone 172 m lang und 3 m breit.

 

Der Langmann Stausee in 630 m Seehöhe entstand zwischen 1922 und 1925. Die Staumauer ist 26 m hoch.

Zwischen diesen beiden Speichern wurde in den Jahren 1964 bis 1965 das Speicherkraftwerk St. Martin errichtet.

 

 

 

 

 

  • Buffet Seeblick zur Ströhbernen Brücke                      Seestraße 137a, A-8583 Edelschrott

 

Kommt demnächst!

Um den Seggauberg. Vom Grottenhof zum Sulmsee

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

 

 

 

 

                     Vorschau   

 

 

 

© 2016 Reinhard A. Sudy
© 2016 Reinhard A. Sudy

Tina Veit-Fuchs. Genießen in Oststeiermark & Vulkanland 

 

2020. Dieses wunderbare Buch ist zwar kein Wanderführer zu den vielen schönen Uferwegen und herrlichen Wasserabenteuern der Region. Mit ihren eigenwillig-originellen Titeln, kurzweiligen Texten, schönen Fotos und unendlich vielen Tipps entführt uns die Autorin aber in die Landschaften und zu den Genussplätzen der Oststeiermark und des Vulkanlandes. Sie erzählt unnachahmlich von Streuobstwiesen und endlosen Almen, von Weingärten und heilenden Quellen, sie macht einem Lust auf Hirschbirne, Apfelwein, Sterz und Wollschwein, und sie zeigt, wo die Küchen- und Kellerkunst zu Hause ist. Insidertipps und Hintergründe zu den  Regionen und ihren köstlichen, fantastischen Produkten sind bei Tina Veit-Fuchs ja bereits selbstverständlich. 

Es ist ein Vergnügen, sich auf eine intensive Reise durch gepflegte Gärten, endlose Apfelreihen, erlesene Wirtshäuser und edle Manufakturen zu begeben und dabei immer einen Notizblock bereitzuhalten, um sich besondere Anregungen für ein eigenes Erleben gleich aufzuschreiben.  

 

Genießen in Oststeiermark & Vulkanland. Unterwegs zu Wein, Kulinarik und Lebensfreude.

Styria Verlag 2020. 192 Seiten. € 27,00.

Tina Veit-Fuchs. Genießen in der Südsteiermark

 

2019. Die Autorin entführt Sie zu vielen herrlichen Genussplätzen der Südsteirischen Weinstraße, der Klapotetz Weinstraße und der Sausaler Weinstraße und ergänzt damit wunderbar klassische Wanderführer. In ihrer unnachahmlichen Art erzählt sie von Begegnungen mit interessanten Menschen, von ihren Entdeckungen, von Hotspots und Hideaways. Die bunte Reise beginnt mit orginellen, interessanten Geschichten und mit zusammengefassten kurzen Tipps. Das Weingut Holger Hagen und das Gasthaus Thaller in St. Veit machen den Anfang. Mit der Weinbank und der Traussner Mühle in Ehrenhausen, den Weingütern Tement und Firmenich in Berghausen, dem Polz Garten in Grassnitzberg und dem Schmuckatelier Krisper in Gamlitz - beispielhaft für viele andere - geht es weiter. Und die vielen vielen Geschichten gehen mit dem Möbelbau Breitenthaler in Gralla, dem Gaumengut in Wildon und Herzogs Bierbotschaft in Wundschuh zu Ende.

Dieses Genuss-Buch durch Land und Natur der Südsteiermark, zu den Kleinoden und Menschen in dieser Region und mit den vielen Tipps ist ein ideales 'Nachschlagewerk' für alle - für Gäste und Urlauber wie für Einheimische.

 

Genießen in der Südsteiermark. Entdeckungen entlang der Weinstraße.

Styria Verlag 2019. 192 Seiten. € 25,00.

Reinhard A. Sudy. Steirische Bergseen

 

2016. Entdecken Sie mit mir im Sonnenlicht glitzernde türkisblaue Gebirgsseen und gewaltige Freizeit-Stauseen oder begleiten Sie mich auf einer Wanderung zu verborgenen wild-romantischen Seen mit noch naturbelassenen Biotopen.

Hier finden sie die Kette von Stau- und Speicherseen, einige bereits im Grenzbereich von Steiermark und Kärnten, mit teils wild-romantischen Rundwegen: Hirzmann Stausee, Packer Stausee, Hebalm-See und Stausee Soboth.

 

Sterische Bergseen. Erlebnisreiche Wanderungen und Touren.

Styria regional 2016. 176 Seiten. € 29,90.

Bernhard Kaps. Wein-Wander-Wege

 

2012. In dem ausgiebig bebilderten Wanderführer erläutert der Autor anfangs kurz seine regionale Gliederung des steirischen Weinlandes (Schilcherland, Sausal, Südsteirische und Klapotetz-Weinstraße, Südost- und Oststeiermark) und die steirische Weinsorten. Die gut beschriebenen Spaziergänge und Rundwanderungen führen dann zu Buschenschänken, einigen "Gaststätten" und Sehenswürdigken. Die Kartenausschnitte sind dem handlichen Buchformat entsprechend klein geraten. Dafür sind die Info-Kästen (Weglänge, Gehzeit, Gesamtanstieg, Ausgangspunkt usw.) der 50 Routenvorschläge umso hilfreicher.

 

Wein-Wander-Wege. Die schönsten Wanderungen zu den steirischen Buschenschänken.

Styria Regional 2012.

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