Österreich. Nanotechnologie im Vormarsch

 Hier lesen Sie über

  • TU Graz. Nanosatellit PRETTY startklar 
  • News. TU Graz als Bodenstation der Sternebeobachtung
  • Countdown für österreichische Satelliten
  • Infoportal über Nanotechnologie
  • Nanosatellit TUGSAT-1
  • Fotogalerie TUGSAT-1

Klimabeobachtungssatellit PRETTY der TU Graz wird der sechste österreichische Satellit im All sein

Im Bild der Satellit mit ausgeklappten Solarpanelen im Reinraum an der TU Graz. Bildquelle: Lungenhammer - TU Graz

Februar 2023. PRETTY wird der sechste rot-weiß-rote Satellit im All sein und der dritte aus den Labors der TU Graz. Der österreichische Klimabeobachtungssatellit ist fertig gebaut, getestet und startklar. Er soll im Frühjahr 2023 vom Weltraumbahnhof Kourou im südamerikanischen Französisch-Guayana an Bord einer europäischen Vega-C-Rakete ins All starten. 

Der Nanosatellit wird das Ausmaß von Eis- und Meereshöhen sowie Meeresströmungen der Ozeane vermessen und Einblicke und Erkenntnisse zu Sonnenaktivität und Weltraumwetter ermöglichen.

Auftraggeberin ist die Europäische Weltraumorganisation ESA und Beyond Gravity Austria (ehemals RUAG Space ) hat die Gesamtprojektleitung über.

 

PRETTY?

PRETTY steht für Passive REflectomeTry and DosimeTrY und wird als Nutzlast zwei wissenschaftliche Experimente fliegen: Das Herzstück ist ein passives Reflektometer System zur genauen Vermessung der Erdoberflächen, entwickelt von Beyond Gravity (Konzept und Softwaresystem) und dem Institut für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation der TU Graz (Hardware).  Die zweite Nutzlast ist ein Strahlungsdetektor für Einblicke und Erkenntnisse zu Sonnenaktivität und Weltraumwetter von der Seibersdorf Labor GmbH. Die TU Graz steuert außerdem die Satellitenplattform bei, führt die Fertigungs-, Montage-, Integrations- und Testaktivitäten durch und wird mit der Bodenstation am Campus Inffeldgasse für den Betrieb des Satelliten verantwortlich sein.

 

Nur knapp fünf Kilogramm

PRETTY ist ein Cubesat mit den Maßen 10x10x34 Zentimeter und einer Masse von 4,6 Kilogramm, der in einer polaren Umlaufbahn in rund 565 Kilometern Höhe die Erde umkreisen wird. 

Ausklappbare Solarpanele mit einer Fläche von jeweils 30x20 Zentimetern versorgen den Satelliten mit einer Leistung von durchschnittlich 24 Watt. 

PRETTY wird nach der Mission, die auf mindestes ein Jahr ausgelegt ist, auf natürliche Weise wieder in die Erdatmosphäre eindringen und verglühen. Der Satellit entspricht den ESA- und UN-Richtlinien zur Minimierung von Weltraumschrott.

 

Österreichische Satelliten im All (Stand 2023)

PRETTY wird der sechste rot-weiß-rote Satellit im All sein, und der dritte aus den Labors der TU Graz.

Die bisherigen österreichischen Satelliten (allesamt Kleinsatelliten) im Überblick:

  • TUGSAT-1/BRITE-Austria der TU Graz
  • UniBRITE der Universität Wien

[TUGSAT-1 und UniBRITE sind Teil einer Flotte von fünf Nano-Satelliten, die Helligkeitsschwankungen von Sternen messen; beide sind seit 2013 im All]

  • PEGASUS der FH Wiener Neustadt [untersucht die Beschaffenheit der Erdatmosphäre; seit 2017 im All]
  • OPS-SAT der TU Graz [erprobt und validiert neue Techniken im Bereich der Missionskontrolle und On-Board-Systeme, erste Nanosatellitenmission der ESA; seit 2019 im All]
  • ADLER-1 des Österreichischen Weltraum-Forums [beobachtet Weltraumschrott, testet neue Technologien; seit 2022 im All]

 

 

Information | PRETTY Projektkonsortium:

Beyond Gravity Austria GmbH (vormals RUAG Space GmbH)

TU Graz | Institut für Kommunikationsnetze und Satelliten- 

               kommunikation

Seibersdorf Labor GmbH

European Space Agency (ESA)

 

 

Quelle: Medienservice der TU Graz vom 10. Jänner 2023 | Bereit fürs              All: Pretty ist startklar | Von Susanne Filzwieser

News. TU Graz ein Zentrum der Sternebeobachtung

4 Jahre im All und bei bester Gesundheit: TUGSAT-1, der erste österreichische Satellit im All, gebaut und getestet an der TU Graz. Montage: © TU Graz

Februar 2017. Die 'steirische' Satellit TUGSAT-1 ist nun bereits seit 2013 im All unterwegs. 350 Sterne wurden bislang beobachtet, neue helligkeitsschwache Sterne wurden 'gesichtet' und 12 wissenschaftliche Arbeiten publiziert. Für zwei Jahre noch rechnet Otto Koudelka vom Institut für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation mit hochwertigen Daten zur Helligkeit ausgewählter Sterne. Mit seine Team war für den Bau von TUGSAT-1 verantwortlich und betreut nun den den technischen Betrieb der beiden österreichischen Satelliten und die Grazer Bodenstation der Mission.

Otto Koudelka am Flughafen Graz-Thalerhof bei der Verabschiedung von TUGSAT-1 zum indischen Weltraumbahnhof im November 2012. © Lunghammer - TU Graz

 

Quelle: Medieninfo der TU Graz vom 22. Februar 2017.

Countdown. TUGSAT-1 startete am 25. Februar 2013

Nanosatellit TUGSAT-1. (© TU Graz/Lunghammer)

Februar 2013. Der an der TU Graz gebaute und getestete Satellit TUGSAT-1 ist gemeinsam mit seinem Wiener Zwillingssatelliten erfolgreich ins All gestartet. Damit ist Österreich nun offiziell eine Weltraumnation.

 

Umlaufbahn erreicht

Im südindischen Satish Dhawan Space Centre startete am Montag, den 25. Februar 2013, eine Trägerrakete und setzte die beiden rot-weiß-roten Nanosatelliten planmäßig ab. Als Teil der internationalen Mission BRITE werden sie Daten über Helligkeitsschwankungen bestimmter Sterne sammeln und zu den Bodenstationen der TU Graz und auch der TU Wien senden.

 

Mission BRITE

Die BRITE-Mission wird insgesamt aus sechs Nanosatelliten bestehen und damit die weltweit erste Nanosatelliten-Konstellation bilden. 2013 und 2014 sollen noch je zwei weitere Nanosatelliten aus Polen und Kanada ins All starten.

Studierende mit Schlüsselrolle
Die intensive Mitarbeit des wissenschaftlichen Nachwuchses der TU Graz ist das Besondere an TUGSAT-1. Studierende waren und sind in alle Projektphasen vom Bau über den Test bis zum Betrieb des Satelliten unmittelbar eingebunden und spielen auch im Management des komplexen Weltraumprojekts eine wichtige Rolle.

 

www.tugsat.tugraz.at

 

 

Quelle: Medieninfos der TU Graz vom 20. und 25. Februar 2013.

Österreichisches Info-Portal über Nanotechnologie

Website www.nanoinformation.at.

 

Jänner 2013. Mit der Website www.nanoinformation.at steht in Österreich ein übersichtliches, sehr hilfreich gegliedertes Informationsportal über die Nanotechnologiezur Verfügung. Hier finden sich aktuelle und umfassende Informationen (z. B. über Grundlagen, Produkte, Lebensmittel, Gesundheit, Umwelt und Arbeitswelt), die von Experten verschiedenster Bereiche aus Behörden, Institutionen und Organisationenzusammengestellt wurden.

 

Nanotechnologie?

Die Nanotechnologie umfasst viele verschiedene Forschungsgebiete, die sich mit der Manipulation von Stoffen auf atomarer oder molekularer Ebene befassen. Dadurch wird es möglich, neue Materialien, Strukturen und auch Geräte zu entwickeln.

 

Beteiligte Institutionen

Für die Entwicklung der Website „nanoinformation.at“ haben österreichische Behörden, Forschungseinrichtungen, Interessensvertretungen und NGOs unter der Leitung des BMG zusammengearbeitet:

  • Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
  • Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK)
  • Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW)
  • Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF)
  • Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT)
  • Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)
  • Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA)
  • Arbeitsinspektion (AI)
  • BioNanoNet Forschungsgesellschaft mbH
  • EU-Umweltbüro
  • Forschungsförderungsgesellschaft (FFG)
  • Montanuniversität Leoben
  • Nanonet Styria
  • NanoTrust (Institut für Technikfolgenabschätzung, Österreichische Akademie der Wissenschaften)
  • Umweltbundesamt GmbH
  • Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)

 

Der Österreichische Aktionsplan Nanotechnologie (ÖNAP)

Der Österreichische Aktionsplan Nanotechnologie (ÖNAP) wurde am 2. März 2010 von der österreichischen Bundesregierung beschlossen. Er befasst sich u. a. mit der bestmöglichen Nutzung der Nanotechnologie-Chancen für Österreich und dem österreichischen Beitrag zur Sicherheit nanotechnologischer Anwendungen. Konkrete Maßnahmen des ÖNAP sind etwa

  • Eröffnung neuer Chancen für viele Lebens- und Wirtschaftsbereiche und Ausbau der Stellung Österreichs als "High-Tech-Standort"
  • Sicherung eines hohen Schutzniveaus für die Umwelt und die menschliche Gesundheit
  • Stärkung der Zusammenarbeit aller in Österreich mit Nanotechnologie befassten Stellen) sowie die internationale Vernetzung

www.nanoinformation.at

 

 

Stand: Jänner 2013.

Quelle: www.nanoinformation.at.

Rot-weiß-roter Nanosatellit auf dem Weg ins All

TUGSAT-1 wurde unter Beteiligung von Studierenden an der TU Graz gebaut und getestet. (© TU Graz/Lunghammer)

 

November 2012. Mit dem Start des eigenen Satelliten „TUGSAT-1“ wird Österreich zur Weltraumnation.

 

Mission „BRITE“ 

Im Rahmen der von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderten Mission „BRITE“ – abgekürzt für Bright Target Explorer – haben Forscher und Studierende der TU Graz den ersten österreichischen Satelliten TUGSAT-1 gebaut und getestet. Mindestens zwei Jahre lang wird er in einer Höhe von 800 Kilometern wissenschaftliche Daten über Helligkeitsschwankungen bestimmter Sterne sammeln und an das Kontrollzentrum in die steirische Landeshauptstadt senden.

 

Erfolgsrezept Kooperation
Die TU Graz trägt die Hauptverantwortung für TUGSAT-1 – bei ihr liegen neben Bau und Test des Satelliten auch das Projektmanagement, der Start einschließlich Logistik sowie der Betrieb des Satelliten und der Bodenstation in Graz. Die Sternenkamera an Bord des Satelliten ist das wissenschaftliche Herzstück der Mission – sie kommt von den Universitäten Wien und Toronto. Die TU Wien ist mit der zweiten Bodenstation ebenfalls am Projekt beteiligt.

 

Trägerrakete. Start in Indien

Eine Trägerrakete nimmt den Grazer Satelliten vom südindischen Satish Dhawan Space Centre mit ins All. Mit an Bord ist mit dem kanadischen Prototypen UniBRITE auch der Schwestersatellit der Universität Wien, der am Space Flight Lab Toronto gebaut wurde. Im Rahmen der Mission werden insgesamt sechs Nanosatelliten aus Österreich, Polen und Kanada ins All geschickt.

 

Weltraumwürfel mit 20 cm Kantenlänge
Dank nickelbeschichtetem Aluminium wiegt der Würfel mit einer
Kantenlänge von 20 Zentimetern lediglich sieben Kilogramm. Er zählt damit zur Klasse der „Nanosatelliten“. Die technische Ausstattung ist beeindruckend: Eine Sternenkamera, zwei Computer, Massenspeicher, Lageregelung, thermische Kontrolle, Stromversorgung und Datenübertragung sind im Weltraumwürfel integriert. TUGSAT-1 ist außerdem einer der ersten Nanosatelliten mit derart präziser Dreiachsenstabilisierung: Diese sorgt dafür, dass der Satellit im Orbit exakt in Position bleibt und die Spezialkamera die Sterne jeweils bis zu 15 Minuten lang präzise im Fokus behält.

 

Helle Sterne im Visier
Im Fokus der Mission stehen sogenannte helle, massereiche Sterne. Diese etwa 500 Sterne sind von der Erde aus zwar mit freiem Auge sichtbar, bislang aber ein noch zu weiten Teilen ungelöstes Rätsel. Über einen längeren Zeitraum beobachtet erlaubt das feine Pulsieren der Sterne Rückschlüsse auf ihren Aufbau, ihre chemische Zusammensetzung und ihr Alter. Die Forscher erwarten sich außerdem neue Erkenntnisse über die Rotation und die inneren chemischen Vorgänge der leuchtenden
Himmelskörper. Mit neuem Wissen will man die Theorien über die Entstehung dieser Sterne zu verbessern.

Daten und Fakten zu TUGSAT-1
Abmessungen: 20 x 20 x 20 cm (Nanosatellit)
Gewicht: ca. 7 kg
Datenübertragungsrate: mindestens 32 kbit/s, maximal 256 kbit/s
Übertragenes Datenvolumen pro Tag: ca. 2.000 bis 8.000 KB
Sendeleistung: 0,5 Watt
Frequenzbereiche: S-Band (downlink), UHF (uplink)

 

Weitere Informationen: www.tugsat.tugraz.at.

Quelle: Medieninfo der TU Graz vom 5. November 2012.

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