Berlin. Die deutsche Metropole im Überblick

Hier lesen Sie über

  • Einige Highlights. Von Ost nach West
  • Lokale. Tour d' Autriche
  • Jüdische Gedenkstätten
  • Gendarmenmarkt, Potsdamer Platz und 100er Bus
  • Rund um den Alexanderplatz, Berlin von oben, Mode und Kultur, Ampelmänner und Bären
  • Berlin. Top 11, Websites und Verkehrsverbund
  • Lesetipps

Quer durch Berlin. Highlights von Ost nach West

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Der Turm der St. Marienkirche am Alexanderplatz. © 2016 Reinhard A. Sudy
Der langgestreckte Westflügel mit der Großen Orangerie und dem Theaterbau ganz am Ende. © 2016 Reinhard A. Sudy

Dezember 2016. Quer durch Berlin und dabei zu interessanten Plätzen und Bauten führt mein ausgedehnter Spaziergang vom ehemaligen Osten in den einstigen Westen. Eigentlich ist es eine Stadtwanderung, die schon ihre Zeit braucht und einiges an Kondition abverlangt. Mit der Hilfe von U-Bahn oder Bus geht es natürlich sehr viel bequemer. Warum ich beim Alexanderplatz beginne und mit dem Schloss Charlottenburg aufhöre? Weil ich heuer selbst an einem schönen Sommertag auf dieser Route unterwegs war.

Fernsehturm und St. Marienkirche nahe dem Alexanderplatz

Der weitläufige und wichtige Verkehrsknoten Alexanderplatz könnte uns so einiges erzählen. Zwei architektonische Highlights, ein himmelwärts ragender Bau der jüngeren Gegenwart und ein historisches kirchliches Bauwerk, stehen am Anfang meines Bummels vom Osten in den Westen Berlins.

St. Marien-Kirchturm und Fernsehturm an Alexanderplatz. © 2016 Reinhard A. Sudy

Der in den sechziger Jahren errichtete schlanke Turm mit einer Kugel in 200 m prägt unverändert die Silhouette der deutschen Hauptstadt. Einen unvergesslichen Blick über Berlin bieten die Panoramaetage & Bar in 203 m und das Restaurant Sphere in 207 m. 

Berliner Fernsehturm | www.tv-turm.de

Panoramastraße 1A, 10178 Berlin

Wie ein historischer Solitär wirkt die evangelische St. Marienkirche am Fuße des Fernsehturmes im Berliner Ortsteil Mitte. Sie ist die älteste noch sakral genutzte städtische Pfarrkirche Berlins und dient heute als Gemeinde- und Citykirche sowie als Predigtstätte des Bischofs der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Und über die Grünanlage mit dem berühmten Neptunbrunnen sieht man auf das noch berühmtere Rote Rathaus.

St. Marienkirche | www.marienkirche-berlin.de

Karl-Liebknecht-Str. 8, 10178 Berlin

Immer wieder prachtvolle und mächtige Bauwerke vor Augen führte mich mein - oft gegangener - Weg dann die Karl-Liebknecht-Straße entlang, über die Museumsinsel und auf dem wahrlich herrschaftlichen Boulevard Unter den Linden bis zu seinem architektonischen Abschluss, dem Brandenburger Tor.

Vom Brandenburger Tor zum Potsdamer und Leipziger Platz

Eine Bilderserie der Dokumentation der Geschichte des Brandenburger Tors in der gleichnamigen U-Bahn Station. © 2015 Reinhard A. Sudy

Als krönender Abschluß der Prachtstraße Unter den Linden öffnet sich der Pariser Platz mit dem Brandenburger Tor an seiner Westseite. Hoch oben drohnt weithin sichtbar die Quadriga, ein von vier Pferden gezogener Streitwagen. Das Brandenburger Tor, einst ein Mahnmal der Teilung von Berlin, ist längst zu einem Symbol der deutschen Einheit geworden. Kurz davor und ebenfalls legendär ist das Adlon Kempinski. Herzstück dieses wohl berühmtesten Berliner Hotels und zumindest einen Cafe-Abstecher wert ist die Lobby Lounge & Bar.

Brandenburger Tor | www.berlin.de

Pariser Platz, 10117 Berlin

Ich schritt durch das Brandenburger Tor, das man kaum ohne Touristen davor fotografieren kann, und stand am Platz des 18. März. Hier folgte ich bereits mit Blick auf die hochaufragenden modernen Bauwerke am Potsdamer Platz der breiten Ebertstraße nach Süden: Vorbei an der gut bewachten Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika, am sehr berührenden Stelen-Feld des Denkmals für die ermordeten Juden Europas und am kleinen aber feinen Skulpturenpark vor der Berliner Vertretung des Landes Niedersachsen. Und dann stand ich am Rande des verkehrsreichen Potsdamer Platzes, der sich eigentlich zu einem modernen Stadtviertel entwickelt hat, und schaute linkerhand auf das nach wie vor gut erkennbare Achteck des Leipziger Platzes.

Eher unauffällig präsentieren sich die Gebäude um die weite Fläche des als Octogon angelegten Leipziger Platzes. Mit bunten Graffiti bemalte Berliner Mauerteile im Wiesengrün und der Eingang zur Mall of Berlin, einem gelungen gestalteten und eleganten Einkaufszentrum, weckten dann doch meine Neugier.

Leipziger Platz, 10117 Berlin

www.leipziger-platz-berlin.org

Die markante Skyline des Potsdamer Platzes. © 2015 Reinhard A. Sudy

Die Geschichte des Potsdamer Platz liest sich faszinierend und tragisch zugleich. Heute ist er ein pulsierendes Stadtquartier mit Büros und Wohnungen, Hotels, Restaurants, Bars und Cafés, einer Shopping Mall und einer unwahrscheinlich beeindruckenden Architektur.

Potsdamer Platz, 10785 Berlin

www.potsdamerplatz.de

Auch mit einem guten Stadtplan und einem Riecher für die schöneren Straßen war es doch ein weites Wegstück bis zu meinen beiden nächsten Zielen: Der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und dem einstigen Areal Zentrum am Zoo, dem heutigen Bikini Berlin. Bequemer ist es da schon, eine der nahe gelegenen U-Bahn Stationen anzusteuern (Bahnhof Zoologischer Garten, Kurfürstendamm, Wittgenbergplatz) oder - etwas schwiereiger herauszufinden - mit dem Bus zu fahren.

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und Bikini Berlin

Alt und neu der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. © 2016 Reinhard A. Sudy.

Die Kaiser-Wilhelm-Kirche wurde 1943 weitgehend zerstört und ihre Ruine zum Symbol der Westberliner. Zwischen dem vollkommenen Abriss dieser Ruine und einem kompletten Kirchen-Neubau wurde der heute sichtbare Kompromiss gefunden. Die rund 68 Meter hohen alten Turmreste blieben als Mahnmal gegen den Krieg erhalten. Ein vierteiliges Bauensemble mit einem achteckigen Kirchenschiff, dem sechseckigen neuen Glockenturm, der viereckigen Kapelle und dem Foyer ergänzt die heutige Anlage der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche im Berliner Ortsteil Charlottenburg.

Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche | www.gedaechtniskirche-berlin.de

Breitscheidplatz, 10789 Berlin

Aus einem denkmalgeschützten Gebäudekomplex am Zoologischen Garten Berlin, von den Berlinern einst schlicht Bikinihaus bezeichnet, wurde 2014 Bikini Berlin. Diese junge Concept Shopping Mall ist eine gelungene Kombination aus Boutiquen und Gastronomie, dazu gelegentlichen Pop-Up Boxes, Büro- und begrünten Erholungsflächen und einem 25hours Hotel mit dem NENI Berlin. Der Stadtblick von diesem zweiteiligen Dachterrassen-Lokal mit Fusionsküche, origineller Innenarchitektur und hohen Glasfronten bleibt unvergesslich, vor allem auf den Zoologischen Garten.

Bikini Berlin | www.bikiniberlin.de

Budapester Straße 38-50, 10787 Berlin

Schloss Charlottenburg

Der westliche Flügel des Schlosses Charlottenburg, die Große Orangerie, und der abschließende Theaterbau. Unten einige Details beim Eingangsbereich zum Schloss und aus dem Schlossgarten. © 2016 Reinhard A. Sudy

Die brandenburgischen Kurfürsten, preußischen Könige und deutschen Kaiser haben mit dem Schloss Charlottenburg Schritt für Schritt ist die größte und bedeutendste Schlossanlage in Berlin geschaffen. Zu den vielen Glanzpunkten gehören die Silberkammer und der Kronschatz der Hohenzollern, die Festsäle mit dem Weißen Saal und der Goldene Galerie, der durch die langgestreckte Große Orangerie mit dem Alten Schloss verbundene Theaterbau, und der weitläufige Schlossgarten mit dem Neuen Pavillon, dem Belvedere und dem Mausoleum.

Spandauer Damm 10-22, 14059 Berlin

Schloss Charlottenburg | www.spsg.de/schloesser-gaerten/objekt/schloss-charlottenburg

Große Orangerie | www.orangerie-charlottenburg.com

Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg | www.spsg.de

Unterwegs. Auf den Spuren von Österreichern

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Cordobar. Weinbar und InTreff in Berlin Mitte seit 2013

 

Eigentlich ist sie, die Cordobar, eine österreichisch-deutsche Koproduktion. Zwei österreichische Topsommeliers aus der Steiermark, ein deutscher Musikkenner und ein deutscher Regisseur haben sich zusammengetan und heraus kam eine Weinbar und InTreff in der Große Hamburger Straße 32 in Berlin Mitte.

www.cordobar.net

Die steirischen Topsommeliers Gerhard Retter und Willi Schlögl. © Cordobar

Gerhard Retter und Willi Schlögl sind steirische Topsommeliers. Gerhard stammt aus einer Wirtsfamilie im steirischen Pöllauberg. Er arbeitete bei Witzigmann und Giradet und wurde 2009 zum „besten Sommelier Österreichs“ geadelt. Willi holte sich seine Erfahrungen bei Wein&Co und zuletzt im Berliner Luxushotel Adlon. Beide hatten einen Traum: eine Weinbar in Berlin! Diesen Traum hatten auch Christof Ellinghaus, der das Berliner Plattenlabel City Slang betreibt, und der deutsche Regisseur Jan-Ole Gerster. Er wurde für seinen Film „Oh Boy“ mit Preisen überhäuft. 2013 wurde dieser steirisch-deutsche Traum dann wahr. In der Küche der Cordobar zaubert übrigens Lukas Mraz, der Nachwuchs vom Wiener Gourmetlokal „Mraz und Sohn“.

 

Mehr: hedigrager.com | "Cordobar – Die Bar in Berlin Mitte" vom 16. April 2014. 

 

Zur Fotostrecke gleich unterhalb:

Zurückhaltend, ja fast spartanisch in der Ausstattung, ausgesuchte Weine und köstlich-eigenwillige Speisen-Kreationen.

Österreichisches Essen. Österreichische Restaurants

 

Nußbaumerin

Leibnitzstraße 55, 10629 Berlin (Charlottenburg)

www.nussbaumerin.de

 

Sissi

Motzstraße 34, 10777 Berlin (Schöneberg)

www.sissi-berlin.de

 

Heuriger Gustav

Motzstraße 10, 10777 Berlin (Schöneberg)

www.heuriger-gustav.com

 

Brenner

Regensburger Straße 7, 10777 Berlin (Schöneberg)

 

Quelle: Folder von OUT in Berlin QUEER Map |

www.out-in-berlin.com oder www.siegessaeule.de

 

Stand: Sommer 2016.

Gerd Wolfgang Sievers. Über die Österreich-Lokale

 

In seinem Buch "Berlin für Genießer. Das kulinarische Porträt" hat der Kochexperte auch Österreich-Lokalen einige Seiten gewidmet. "Weit mehr als Schnitzel und Tafelspitz" hat er seine genußvollen Ausflüge in die bei Berlinern sehr beliebte österreichische Küche übertitelt. Seine Tour d' Autriche führt dann zu Lokalen wie

 

Quelle: Gerd Wolfgang Sievers. Berlin für Genießer. Das kulinarische   

           Porträt. Mit Insidertipps & Restaurantadressen.

           Pichler Verlag 2013. 240 Seiten. € 24,99.

Stand: Sommer 2015.

Berlin. Jüdisches Museum und Holocaustgedenkstätte

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Außenansicht der Avantgarde-Architektur des Jüdischen Museums. © Sudy
Das Stelenfeld des Denkmals für die ermordeten Juden Europas in Berlin. © Sudy

Heute vor 70 Jahren, am 27. Jänner 1945, wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz befreit. An diesem Tag wird daher weltweit der Opfer des Holocausts gedacht. Das ist ein guter Anlass, zumindest kurz über meine Besuche und Eindrücke von zwei beeindruckenden Erinnerungsstätten in Berlin zu berichten. Beide haben mich sehr berührt.

 

Jüdisches Museum Berlin

Die moderne Architektur des Libeskind-Baus, Altbau, Exilgarten, Holocaust-Turm und Garten sind seit der Eröffnung 2001 zu einem Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt geworden: Mit einer Dauer- und Sonderausstellungen, dem Rafael Roth Learning Center und Kunst-Installationen.

 

Lindenstraße 9 -14, 10969 Berlin

www.jmberlin.de

 

Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Dieses Denkmal im Zentrum Berlins, gleich hinter dem Hotel Adlon Kempinski, gilt als zentrale Holocaust-Gedenkstätte Deutschlands. Es besteht aus aus einem Stelenfeld mit 2.711 unterschiedlich großen, grauen Betonquadern und aus dem Ort der Information mit einigen Ausstellungsräumen.

 

Cora-Berliner-Straße 1, 10117 Berlin

www.stiftung-denkmal.de

 

 

Quellen:

1. Folder ...

2. Folder "Informationen. Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Ort der Information".

 

 

Stand: 27. Jänner 2015.

Berlin. Unterwegs auf Plätzen und mit dem 100er Bus

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Die europäische Metropole Berlin ist beeindruckend vielseitig und weitläufig. Mit einigermaßen guter Kondition und öffentlichen Verkehrsmitteln kann man aber in einigen Tagen ihre Attraktionen kennenlernen, durch das eine oder andere Stadtviertel streifen und nebenbei die Einkaufswelten erleben.

 

Sightseeing mit dem 100er Bus

Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wie den Buslinien 100 und 200 oder den Stadtbahnlinien der S-Bahn, sind eine bequeme und preiswerte Gelegenheit, um einen ersten Eindruck von Berlin und seinen Sehenswürdigkeiten zu bekommen. Der 100er Doppeldeckerbus beispielsweise fährt vom Zoologischen Garten bis zum Alexanderplatz. Vorbei am Elefantentor, dem Haupteingang des Zoos, und der Goldelse, wie die vergoldete Victoriastatue auf der 67 Meter hohen Siegessäule volkstümliche bezeichnet wird, geht die Fahrt im Doppeldecker durch den größten Berliner Park, den Tiergarten, ins Regierungsviertel. Hier sind die moderne Stahl-Glas-Kuppel über dem Reichstagsgebäude und die Menschenschlangen davor nicht zu übersehen. Nach dem Brandenburger Tor fährt der 100er entlang der Prachtstraße Unter den Linden, über die Museumsinsel vorbei an Lustgarten und Berliner Dom bis zum Alexanderpatz. Hier wartet der alles überragende Fernsehturm und seine Aussichtsplattform, der ganz Berlin zu Füßen liegt. Knapp nebeneinander ragen im Hintergrund Zwillingstürme mit glänzenden Kuppeln (www.berlin.de) in den Berliner Himmel.

 

Stop and go am Gendarmenmarkt

Sie stehen am geschichtsträchtigen Gendarmenmarkt, einem der schönsten Plätze Berlins. Seinen Namen verdankt er übrigens dem Garderegiment „Gens d´armes“, das hier einst seine Stallungen hatte. Drei prachtvolle Bauten dominieren den weitläufigen, von Häuserfronten umgebenen, ruhigen Platz. In der Mitte das Konzerthaus und zu seinen Seiten der Deutsche Dom und der Französische Dom mit der angebauten Französischen Friedrichstadtkirche. Im Deutschen Dom, einem historischen Ausstellungszentrum des Deutschen Bundestages, führt ein Lift in die 5. Etage. Von hier geht es bequem zurück hinunter, durch die Geschichte der parlamentarischen Demokratie in Deutschland (www.bundestag.de > Suche Deutscher Dom). Im Französischen Dom heißt es dann aber Treppensteigen, um zur Aussichtsplattform zu kommen (www.franzoesischer-dom.de). Stärkung gibt es in einladenden Lokalen rund um den Gendarmenmarkt. So etwa im Schokoladen-Restaurant im 1. Stock des wohl einzigartigen Schokoladenhauses „Fassbender & Rausch“, (Charlottenstraße 60, www.fassbender-rausch.de). Oder einige Schritte weiter in einem gemütlichen Lederfauteuil des Kaffee-Brot-Kultur Cafes Quchnia (Markgrafenstraße 35, www.quchnia.de). Nicht ganz einfach wird die Wahl zwischen Cafe, Bistro und Restaurant im elegant-gemütlichen Amici (Jägerstraße 56, www.amici-berlin.de).

 

Highlights am Potsdamer Platz

Ultramodern ist dagegen die Architektur am wiederbelebten Potsdamer Platz (www.potsdamerplatz.de). Wo einst eine Mauer Ost- und Westberlin trennte ist in den letzten Jahren ein neues Stadtviertel aus Stahl, Glas, Beton und Stein in die Höhe gewachsen: für Wohnungen, Büros, Geschäfte, Restaurants, Kunst und Unterhaltung rund um die Uhr. Im Zentrum die Daimler City mit den Einkaufs-Arkaden, dem Musical-Theater, einem dreidimensionalen Kugelkino und einem Lift, der in wenigen Sekunden die Aussichtsplattform im "Kollhoff-Tower" erreicht, einem markant-ziegelroten Hochhaus. Ein technisches Meisterwerk ist die einem Zeltdach ähnelnde Stahlkonstruktion der luftig wirkenden Überdachung des Platzes im benachbarten Sony Center. Integriert in dieses Freizeit -und Vergnügungszentrum sind die erhaltenen gebliebenen Prunksäle des einst berühmten Grand Hotels Esplanade.

 

Ein-Blicke in Modezentren

Zweimal im Jahr ist Berlin mit der Fashion Week Mittelpunkt der europäischen Modewelt. Ihre Einkaufs- und Flaniermeilen wie der heuer 125 Jahre alte Kurfürstendamm, Kaufhäuser wie das gigantische KaDeWe (Kaufhaus des Westens) oder die kleinere Ausführung der Galeries Lafayette und die vielen Shoppingcenter garantieren das ganze Jahr über Einkaufsvergnügen (www.kudamm2011.de, www.kadewe.de).

 

 

Stand: Sommer 2011.

Gekürzt und geändert veröffentlicht: Berlin. In: box. das südsteiermark magazin. Ausgabe 50 Herbst 2011. Seite 32 - 33. 

Rund um den Alexanderplatz, Berlin von oben, über Mode und Kultur, Ampelmännchen und Berliner Bären

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Rund um den Alexanderplatz

Die 1903 vor dem damaligen Spandauer Tor zwischen der Rosenthaler Straße und der Sophienstraße feierlich eröffneten Hackeschen Höfe sind heute ein ausgedehnten Altstadtquartier. Die acht miteinander verbundenen Höfe mit Wohnungen und Gewerbebetrieben, Restaurants und Bars, sind nach wie vor ein beliebter Treffpunkt.

Die Karl-Marx-Allee ist ein fast zwei Kilometer langer Straßenzug, der bis 1961 noch Stalinallee hieß. Beherscht wird die Allee von den monumentalen und dabei variantenreichen Gebäudekomplexen einer stalinistisch-neoklassizistischen Architektur der 1950er Jahre. Ihr Wahrzeichen sind die beiden Turmbauten am Strausberger Platz und am Frankfurter Tor.

Das Nikolaiviertel an der Spreeinsel, mit den vielen Restaurants, Cafés und Läden, wird durch die Nikolaikirche beherrscht, dem ältesten erhaltenen Bauwerk Berlins.
Die Museumsinsel, seit 1999 Unesco-Weltkulturerbe, ist ein auf einer Spree-Insel gelegenes prachtvolles Ensemble von Museumsgebäuden. Vom Lustgarten vor dem Berliner Dom aus reiht sich, verschachtelt, ein prachtvolles Museum an das andere. Darunter auch als absoluter Hit das Pergamonmuseum.

© 2016 Reinhard A. Sudy

Berlin von oben

Atemberaubende Blicke, beeindruckende Panoramen, überraschende Perspektiven und Ansichten gibt es gleich von mehreren Gebäuden.

  • 368 Meter hoch ist der Fernsehturm am Alexanderplatz. Die Panoramaetage mit kleiner Bar ist in 203 Meter Höhe – und darüber auf 207 Meter Höhe gibt es ein Drehrestaurant (www.tv-turm.de). Sonnenstrahlen zaubern auf der westlichen, im Licht glänzende Kugelfassade manches Mal ein Kreuz.
  • Am Potsdamer Platz steht der auf einer Seite schmal zulaufende, ziegelrote "Kollhoff-Tower" mit den goldenen Zinnen, benannt nach seinem Architekten Hans Kollhoff. Mit einer Geschwindigkeit von 8,5 Meter/ Sekunde bringt ein Lift die Besucher zum "Panoramapunkt" im 24. und 25.Stock: eine Kombination aus Aussichtsplattform, Ausstellung und Café inklusive Sonnenterrasse in 100 Meter Höhe (www.kollhoff.de).
  • Nach strengen Kontrollen führen gleich mehrere Aufzüge auf die Dachterrasse des Reichstagsgebäudes und zur darüber aufragenden begehbaren Stahl-Glas-Kuppel. Zwei spiralförmige, gegenläufige, 230 Meter lange Rampen führen im Inneren der Kuppel zu einer Aussichtsplattform, auf dem Weg überraschen tolle Spiegeleffekte und Lichtbrechungen.
  • Ebenfalls nach einer Kontrolle geht es mit Lift und über Stiegen in den Turmraum der Neuen Synagoge (Oranienburgerstraße 28-30, www.cjudaicum.de). Durch schmale Fenster dringt Tageslicht in das Innere des außen goldglänzenden Kuppelraumes.
  • Am Gendarmenmarkt ermöglichen der Deutsche und der Französische Dom einen Blick von oben, und auch die Siegessäule am Großen Stern im Tiergarten hat eine Aussichtsplattform. Eine Wendeltreppe mit 285 Stufen schraubt sich im Inneren in die Höhe auf 48 Meter.
  • Im monumentalen Berliner Dom mit der Adresse Am Lustgarten führen 270 Stufen in die 70 Meter hohe mächtig Kuppel . Prächtig ist die Aussicht auf die umliegenden Sehenswürdigkeiten beim Kuppelumgang in der größten Kirche Berlins (www.berliner-dom.de).
  • Das 1960 fertig gestellte Telefunkenhochhaus am Ernst-Reuter-Platz 7 mit insgesamt 22 Stockwerken ist 80 Meter hoch. Es steht unter Denkmalschutz und hat in der 20. Etage eine öffentlich zugängliche Cafeteria, die TU "Skyline" (www.studentenwerk-berlin.de).
  • Die Stahl-Konstruktion des Funkturms wurde 1924 nach den Plänen von Heinrich Straumer als Teil des Messeareals in Charlottenburg errichtet. Im 150 Meter hohen Turm ist in 55 Metern Höhe auf der unteren Plattform ein Restaurant mit einer Bar. Die Einrichtung stammt noch aus den 1920iger Jahren. Die Aussichtsplattform liegt 126 Meter über dem Boden (Hammarskjöldplatz 1, www.capital-catering.de). 
  • Einen herrlichen Blick über die Havellandschaft gibt es vom 1897 zum hundertsten Jahrestag der Geburt von Kaiser Wilhelm I. errichten Backsteingebäude des Grunewaldturms. Der von Franz Schwechten entworfene Turm beherbergt im oberen Teil eine Kuppelhalle mit einer Marmorstatue von Wilhelm I. 204 Stufen führen zu einer Aussichtsplattform (Havelchaussee 61, Berlin Wilmersdorf).

 

Modekult und Einkaufsparadies

Zweimal im Jahr ist Berlin während der Fashion Week an originellen und an historischen Standorten, wie dem Flughafen Berlin-Tempelhof, Mittelpunkt der europäischen Modewelt. Ihre Einkaufs- und Flaniermeilen, wie der heuer 125 Jahre alte Kurfürstendamm, die Tauentzienstraße oder die Friedrichstraße, Kaufhäuser wie das gigantische KaDeWe (Kaufhaus des Westens) oder die Friedrichstadt-Passagen mit der kleineren Ausführung der Galeries Lafayette und die vielen Shoppingcenter und Läden garantieren das ganze Jahr über Einkaufsvergnügen (www.kudamm2011.de, www.kadewe.de, www.lafayette-berlin.de).

Gleich nach dem Ausgang Tauentzienstraße der U-Bahn-Station am Wittenbergplatz, ein Architektur-Kleinod, steht der wuchtige Gebäudekomplex des KaDeWe. Es ist heute das letzte Berliner Warenhaus der Jahrhundertwende. In der Feinschmecker-Etage überwältigen das Angebot an Lebensmitteln, kleinen Bars und Restaurants. Begehrt sind die Plätze unter der transparenten Kuppel des Selbstbedienungsbuffets im 7. Stock mit Blick über eine etwas chaotische Dachwelt.

Die Friedrichstadt-Passagen verbinden unterirdisch auf einer Länge von 260 Metern drei Gebäudekomplexe zu den Quartieren 205 – 209. An einem Ende dieses Einkaufszentrums sind die Galeries Lafayette, im Inneren ähnlich einer gläsern-spiegelnden Pyramide gestaltet. Diese kleinere Ausführung des berühmten Pariser Kaufhauses hat ebenfalls eine sehenswerte Feinkostabteilung (Ecke Friedrichstraße / Französische Straße).

 

Kunst- und Kulturszene

Berlin ist mit Galerien von Weltrang, den beiden großen Kunstmessen (Art Forum Berlin und Art Berlin Contemporary), den halbjährlichen Fashion Weeks mit mittlerweile drei großen Modemessen und der wachsenden Designerszene zu einer europäischen Kultur- und Modemetropole geworden. Einmal jährlich sind die unter Denkmalschutz stehenden Ermisch-Hallen am Berliner Messegelände zum Treffpunkt des internationale Kunsthandels geworden. Beim Art Forum Berlin, einer der großen europäischen Kunstmessen, stehen zeitgenössische Werke im Mittelpunkt. Die „abc art berlin contemporary“ wiederum zeigte 2011 in der „Station-Berlin“, dem ehemaligen Postbahnhof am Gleisdreieck, Künstler aus nationalen und internationalen Galerien.

 

Über Bären und Ampelmänner

Wer müßig und mit offenen Augen durch Berlin spaziert, stößt unweigerlich immer wieder auf die beiden: den Bären und das Ampelmännchen.

 

Aufgerichtet steht ein schwarzer Bär mit roter Zunge und roten Krallen im silbernen Schild des Berliner Landeswappens. Zu seinem 725. Jahrestag als Berliner Wappentier gab es im März 2005 sogar eine "Bärenparty" im Bärenzwinger (www.berliner-baer.de/). Immer wieder stieß ich auch auf bunte Bären, die lebensgroß ihre Pfoten Richtung Himmel strecken. 140 dieser Bären-Skulpturen sollen von Künstlern individuell bemalt worden sein. Als „United Buddy Bears“ waren sie auf einer zehnjährigen Weltreise Botschafter für Toleranz und ein friedliches Miteinander. Nun sind sie alle wieder eine Zeit lang in Berlin und können noch bis zum 3. Oktober 2011 rund um die Uhr am Kurfürstendamm Ecke Knesebeckstraße besichtigt werden. Dann geht diese Bären-Skulpturen wieder auf große Reise (www.buddy-bear.com).

 

Die Geschichte des ursprünglich ostdeutschen Ampelmännchens reicht nicht soweit zurück. Es hat sich nach seiner "Erfindung" 1961 durch den Ost-Berliner Verkehrspsychologen Karl Peglau erst seit Mitte der 90er Jahre langsam zu einem weiteren Berliner Markenzeichen entwickelt. Heute ziert es T-Shirts, Vasen, Gläser und Lampen, Schirme u.a., die in eigenen Geschäften verkauft werden (www.ampelmann.de). Nahe dem Hackeschen Markt gibt es in den historischen Stadtbahnbogen 159/160 am Monbijoupark sogar ein Ampelmann Restaurant (www.ampelmann-restaurant.de).

Ein 1997 erschienes "Buch vom Ampelmännchen" schildert ausführlich seine Entstehung, Geschichte und Rettung, als der nach der Wiedervereinigung beginnende Austausch des Ost-Ampelmännchen gegen das westdeutsche Ampelmännchen die Bevölkerung aufbrachte. Die Proteste waren erfogreich und das Ost-Ampelmännchen gibt es heute noch. Auch im Berliner Westen. Seit einigen Jahren ist die Gleichberechtigung auch bei öffentlichen Verkehrszeichen und Ampeln angekommen und das Ampelmännchen hat eine Familie gegründet. Das zum Ost-Ampelmännchen passende Ampelfrauchen mit Rock und Zöpfen hatte seinen ersten großen Auftritt im "Buch vom Ampelmännchen".

Weltweit gibt es heute die originellsten Ampel-Figuren und Symbole. Sie alle wollen die Ampel und ihre Signale für den Fußgänger deutlicher erkennenbar machen.

 

 

Stand: Sommer 2011.

Die Top 11 Berlins * Berlin Online *  Verkehrsverbund

Text und Fotos: Reinhard A. Sudy

Die Top 11 der Sehenswürdigkeiten kurz gefasst

 

1. Alexanderplatz mit dem Fernsehturm

2. Gendarmenmarkt mit dem Schauspielhaus und den Dombauten

3. Museumsinsel mit dem Pergamonmuseum

4. Unter den Linden, Berlins geschichtsträchtiger Boulevard mit  

    Prachtbauten

5. Brandenburger Tor mit der berühmten Quadriga

6. Potsdamer Platz mit dem Sony-Center

7. Reichstagsgebäude mit der modernen Stahl-Glas-Kuppel

8. Jüdisches Museum

9. Schloss Charlottenburg mit Schlosspark

10. Botanischer Garten

11. Kaufhaus des Westens (KadeWe)

 

Berlin im Internet

 

www.berlin.de (offizielles Hauptstadtportal

www.visitberlin.de (offizielles Tourismusportal)                                                                                       www.berlinonline.de                                                                                                                                          www.berlin-tourist-informationen.de (durchaus nützliche und hilfreiche Linksammlung)                                 

www.kudamm2011.de (alle Infos zum 125. Jubiläumsjahr des Ku’damms)   

www.s-bahn-berlin.de                                              

www.bvg.de

 

Mit dem Verkehrsverbund preiswert durch Berlin

 

Ein ausgedehntes System aus U- und S-Bahnen, Bussen, Straßenbahnen und Fähren vernetzt die einst in Ost und West geteilte Mauerstadt. Durch den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) genügt ein Ticket, um Berlin mit den unterschiedlichen Verkehrsmitteln bequem und preiswert zu erkunden. Die Buslinien 100 und 200 ermöglichen Fahrten vorbei an den vielen innerstädtischen Sehenswürdigkeiten. Mit der schon berühmten Buslinie 100 kann man im Doppeldeckerbus eine schöne Stadttour vom Zoologischen Garten über den Tiergarten bis zum Alexanderplatz machen. Die Buslinie 200 fährt ebenfalls vom Zoologischen Garten ab, dann über den Potsdamer Platz zum Alexanderplatz und weiter auf den Prenzlauerberg. Auch die Stadtbahnlinien der S-Bahn ermöglichen einen bequemen ersten Blick auf einige Sehenswürdigkeiten. Die Fahrt zwischen den Stationen Zoologischer Garten und Alexanderplatz führt durch den Tiergarten mit der Siegessäule, vorbei am Reichstag und anderen Regierungsbauten und zwischen den Gebäuden auf der Museumsinsel hindurch zum Hackeschen Markt. Berlin bewegt sich aber auch auf dem Wasser: Auf der Spree, in den vielen Kanälen und auf den Seen. Bootsfahrten zeigen die deutsche Hauptstadt von ganz anderen, ungewöhnlichen Seiten.

 

Stand: Sommer 2011.

Leseecke

Susanne Schüssler und Linus Guggenberger (Hrsg). Berlin
 
2017. Die Autoren aus allen Himmelsrichtungen Berlins erklären in dem liebevoll und handlich gestalteten Reisführer die raue Schönheit und weitläufige Vielfalt der bundesdeutschen Hauptstadt, und auch der zeitweise spröde und gewöhnungsbedürftige Charme ihrer Bewohner kommt nicht zu kurz.
 
Mit teils unveröffentlichten Texten von Fatma Aydemir, Jurek Becker, Wolf Biermann, Volker Braun, Jan Peter Bremer, Tanja Dückers, Günter Grass, dem GRIPS-Theater, Annett Gröschner, Durs Grünbein, Katharina Hacker, Christoph Hein, Monika Maron, Thomas Melle, Heiner Müller, Katja Petrowskaja, Tilman Rammstedt, Ingo Schulze, Anke Stelling, Ton Steine Scherben, David Wagner, Christa Wolf und anderen.
 
Lese ich gerade, bitte Geduld!

 

Berlin. Eine literarische Einladung.

Verlag Klaus Wagenbach. Berlin 2017. 229. SALTO. 144 Seiten. Rotes Leinen. € 17,00.

Gerd Wolfgang Sievers. Berlin für Genießer


2013. Es ist ein genussvoller, eigenwillig-ungewöhnlicher und ausgedehnter Stadtbummel mit dem Kochbuch-Autor und zweimaligen Gewinner des Gourmand World Cookbook Awards kreuz und quer durch Berlin: Er beginnt schlicht und köstlich mir der Kartoffel, ihrer nicht ganz einfachen Geschichte, bis sie als Nahrungsmittel Fuß fassen konnte, mit Rezepten für eine Kartoffelsuppe à la Kaiser Wilhelm oder dem Berliner Kartoffelpuffer und endet in der unvergleichlichen Feinschmeckerabteilung des KaDeWe. Unterwegs gibt es natürlich das beste Frühstück der Stadt, die Currywurst an der Würstl-Bude, einfache und edle Gerichte in gutbürgerlichen Lokale und Spitzenrestaurants hoch oben, dazwischen Legenden, Geschichten und Anekdoten rund um das Essen und Trinken in Berlin. Eingestreut sind immer wieder Alt-Berliner Rezepte und die Adressen usw. der Lokal-Tipps. Der Kochexperte Gerd Wolfgang Sievers hat hier kein klassisches Nachschlagewerk aber liebevoll ein kulinarisches Lese-Bild von Berlin gezeichnet.

 

Berlin für Genießer. Das kulinarische Porträt. Mit Insidertipps & Restaurantadressen.

Pichler Verlag 2013. 240 Seiten. € 24,99.

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