Beisl, Restaurants, Bars und Cafes. Da rührt sich was
Hier lesen Sie ein wenig über die Grazer Beisl-, Kaffeehaus- und auch Bar-Kultur. Und über einige Gasthäuser und Restaurants. Sehr persönlich ausgewählt sind die meist knapp gehaltenen Bild-Text-Informationen und Schilderungen über Altes, Neues und auch Vergangenes dieser lebendigen und manches Mal (leider) sehr kurzlebigen Szene.
- Am Rande der Stadt. Top-Lokale
- Meine Lieblings-Lokale
- Die besten Brötchen und Tramezzini in Graz. Frankowitsch, Tergeste & Cosimo
- L'angolo. Es war einmal ... Erinnerung - Vorschau!
- Zum Schmökern
Streifzug durch die (neuen) Grazer Stadtrand-Viertel
Text und Fotos: Reinhard A. Sudy
streets - famous food & drinks in der Waagner-Biro-Straße 109
streets – famous food & drinks
Waagner-Biro-Straße 109, A-8020 Graz
Telefon +43 316 573357
Mail: eat@streets-graz.at
Meine Lieblings-Bars, -Cafes und -Restaurants in der Grazer Altstadt
Text und Fotos: Reinhard A. Sudy
März 2017/2024. Essen gehe ich fast ausschließlich mit meiner Frau, der Journalistin und Bloggerin Hedi Grager. In einem Kaffehaus finden Sie mich aber sehr oft auch allein, beim Zeitunglesen und beim Arbeiten: Ich mag diese Atmosphäre und kann in einer ruhigen Ecke auch konzentriert stundenlang arbeiten.
Einige meiner Lieblings-Lokale in der steirischen Landeshauptstadt stelle ich Ihnen im Folgenden mit Fotos, knappen Fototexten und den wichtigsten Daten vor. Die Reihenfolge ist keine Wertung, sie ist einfach alphabetisch. Neue Lieblingsplätze werden also einfach eingefügt. Und wenn eines dieser Lokale sich ändern oder gar 'verschwinden' sollte, bleibt hier meine Erinnerung daran.
Bar Albert in der Herrengasse 11 - gibt's leider nicht mehr!
2x Bar Albert - in Graz und in Kufstein
> Herrengasse 11, A-8010 Graz
Telefon: +43 676 41 860 29
> Unterer Stadtplatz 12, A-6330 Kufstein
Telefon: +43 676 676 84 64
Seit Oktober 2018:
Cupa.Bar - Graz
Herrengasse 11, A-8010 Graz
Telefon: +43 676 41 860 29
Seit September 2019: leider gänzlich geschlossen
Café Moser Am Eisernen Tor 1 im 2. OG
Café Moser
Morawa Moser, Graz
Am Eisernen Tor 1, A-8010 Graz
Telefon: +43 316 830110
Mail: buchmoser@morawa.at
Champagner Bar in der Sackstraße 7 im 1. OG
El Gaucho in der Landhausgasse 1
EL GAUCHO im Landhaus
Landhausgasse 1, A-8010 Graz
Telefon: +43 316 830083
Mail: landhaus@elgaucho.at
El Pescador in der Landhausgasse 6
EL PESCADOR im Rathaus
Landhausgasse 6, A-8010 Graz
Telefon: +43 316 829030
Mail: fisch@elpescador.at
KAI 36 mit Café Bar am Kaiser Franz Josef Kai 36
nullneun. cafe bar restaurant
nullneun
café bar restaurant
Liebenauer Tangente 4, A-8041 Graz
+43 51720 1090
restaurant@nullneun.at
OpernCafé am Opernring 22
OpernCafé
[Seit 1861: einst Caffé Schuster, später Columbia und ab 1981 Operncafé]
Opernring 22, A-8010 Graz
Telefon: +43 316 830436
Promenade in der Erzherzog-Johann-Allee 1
Schäffner's Cafe.Bar am Tummelplatz
Schäffner's Cafe.Bar am Tummelplatz
Bürgergasse 13, A-8010 Graz
Telefon: +43 676 9706555
Schmidhofer im Palais in der Sackstraße 16
Schmidhofer im Palais
Sackstraße 16, A-8010 Graz
Telefon: +43 676 4424030
Mail: mail@schmidhoferimpalais.at
Tagescafé Freiblick in der Sackstraße 7 im 6. OG
Tagescafé Freiblick im Kastner & Öhler
Sackstraße 7-13, A-8010 Graz
6. Obergeschoß
Brötchen oder Tramezzini?
Text und Fotos: Reinhard A. Sudy
Ich mag beides. Und beides gibt es im Grazer Stadtzentrum in großer Auswahl und mit ausgezeichneter Qualität: Die Brötchen beim Frankowitsch und die Tramezzini im Tergeste oder im La Baguette.
Hier lesen Sie darüber und auch ein wenig über Stadtgeschichte
- Frankowitsch-Brötchen. Stempfergasse
- Tramezzini-Paradiese
- Tergeste (-)
- Cosimo
- Es war einmal (-)
- Grazer Stadtmauer und Hammer-Purgstall
Frankowitsch-Brötchen. Klassiker und Treffpunkt
Dezember 2017. Seit vielen Jahren schon – und davon habe ich bereits viele miterlebt – ist der einst winzige Delikatessenladen Frankowitsch die Grazer Brötchen-Hochburg.
1932 - 2017
Mit der Eröffnung seines kleinen Delikatessenladens 1932 legte Herbert Frankowitsch den Grundstein für eine Grazer Institution mit den bis heute legendären belegten Brötchen. Erika und Josef Heissenberger übernahmen dann den 'Frankowitsch' 1989, erweiterten ihn behutsam Schritt für Schritt, und mittlerweile sind ihre beiden Söhne Stefan und Christof bemüht, Überliefertes stilvoll mit Neuem zu verbinden.
Qual der Wahl
Es ist nicht immer einfach, in der Menschenschlange vor den Brötchenvitrinen zu stehen und sich dann zu entscheiden: für Beinschinken/Kren, Roastbeef, Spargel/Lachsschinken, Graved Lachs, Räucherlachs, Hummer oder für meine Lieblings-Klassiker wie Fleischsalat, Ei, Curry, Serbischer oder Polnischer Aufstrich. Dazu noch 'ein Pfiff Bier' oder ein Glas Prosecco und das Gourmetmahl kann beginnen.
Aperitivo-Kultur in Rot, Wei8 und Schwarz
Ein aktuelle Ergänzung von traditioneller Brötchenbar, exquisiter Patisserie und Delikatessengeschäft ist die neue temporäre Bar Campari im Frankowitsch (bis 2018). Dafür wurde ein wenig umgebaut und der Patisserie- und Delikatessenbereich neu arrangiert. Durch dem ebenfalls 'überarbeiteten' Gastgarten in der Stempfergasse zu einer 'Terrazza' mit einer über 20 Meter langen Sitzbank ist es hier ein wenig italienischer geworden.
Frankowitsch
Brötchenbar & Patisserie,
Delikatessengeschäft
Stempfergasse 2-4, A-8010 Graz
Telefon: +43 316 822212
Mail: office@frankowitsch.at
Neue Tramezzini-Paradiese. Tergeste (-) und Cosimo
2018. Da hat sich einiges getan, seit ich 2004 erstmals über die drei Lokale mit den köstlichsten Tramezzini von Graz geschrieben habe. Die damalige Quelle der gut gefüllten, saftigen Tramezzini, das La Baguette, gab es lange Zeit noch, wenn an auch zuletzt an einem neuen Standort. Andere Lokale haben sich im Auf und Ab der Gastronomie-Szene verändert. Aber zumindest den einen und anderen neuen Geheimtipp für köstliche Tramezzini habe ich wieder entdeckt.
Und, auch die kurze Schilderung über den Grazer Orientalisten Joseph Freiherr von Hammer–Purgstall auf einer Gedenktafel sowie die alte Stadt- und Festungsmauer haben noch ihre Richtigkeit.
Hier nun die kurze Geschichte mit Fotos über aktuelle und einstige (-) teils urig-originelle Lokale mit meinen geliebten Tramezzini.
Stand: Überarbeitet und aktualisiert Jänner 2018.
Veröffentlicht: Tramezzini. Italienische "Sandwiches" in Grazer Cafes. In: Gsund. Menschen helfen Menschen. Nr. 41 März 2004. Seite 44.
Tergeste in der Bürgergasse 13, im Tummelplatz-Eck - gibt's leider nicht mehr!
Februar 2018. Gott sei Dank hat Bernhard Leitmeier, der umtriebige Lebensmittel-Einzel- und Großhändler und einstige Klapotetz-Chef, es gebraucht: Seine Gäste und ein winziges Lokal mit auserlesenen Weinen und handverlesenen Köstlichkeiten. Sein kleines Refugium Tergeste am Tummelplatz, ganz hinten im Eck des Gebäudes Bürgergasse 13 und des Akademischen Gymnasiums, ist zu einem (leider nicht mehr geheimen) Treffpunkt für Genießer vor allem friulanischer Spezialitäten geworden.
Nach dem Namen gefragt erklärt Bernhard Leitmeier, dass die lateinische Form Tergeste für die vielen Namensformen der reizvollen Hafenstadt steht: Wie Triest [deutsch und furlanisch], Trieste [triestinisch/venetisch und italienisch] oder Trst [slowenisch und kroatisch].
Gut versteckt hinter dem weitläufigen Gastgarten und dem riesigen Kastanienbaum des Cafes Gino breitet sich der winzige Gastgarten des Tergeste aus: Mit zwei kleinen Tischen und Klappsesseln unter der Markise an der begrünten Hausmauer - mein Lieblingsplatz - und einigen weiteren an der sonnigen Gebäudewand des Akademischen Gymnasiums. Im Inneren stehen zwei Hochtische mit Blick auf die meist gut mit Panini, Bruschetta oder Crostini gefüllte Vitrine und im nächsten Raum gibt es noch eine gemütliche größere Sitzecke. Die Wandtafeln mit den gängigen Rot- und Weissweinen erleichtern die Entscheidung ja gerade nicht, aber ein bewährter Anfang sind der Glera oder der Malvasia aus dem Karstgebiet. Friulano, Ribolla Galla, Grauburgunder, Traminer, Muskateller u. a. können ja später einmal verkostet werden. Und dazu gibt es verschiedene geschmackvolle Wurst- und Käsespezialitäten zur Auswahl, jede Menge Antipasti und zwischendurch auch einfache, aus hochwertigen Zutaten bereitete warme Tagesgerichte.
Cosimo in der Hofgasse 8
Februar 2018. "Nini" wird Cosimo Ursi seit seiner Kindheit genannt und er ist ein Urgestein der Grazer Lokalszene. Mit seinem 2014 eröffneten Cosimo in der Hofgasse hat er mitten in Graz ein gemütliches Fleckerl Italien geschaffen. Es ist für mich immer ein besonderes Vergnügen, bei einem Espresso und einem guten Glas Wein unmittelbar vor seinem Lokal oder im kleinen 'Gastgarten' auf der anderen Straßseite zu sitzen, während viele durch die Hofgasse hasten.
Legendär sind hier die gerollten, schräg geschnittenen Tramezzini, z. B. mit Shrimps und mediterraner Kräuter-Chili-Zitronencreme oder mit Lachs, Dillsenfsauce und Ei. Köstlich auch die knusprigen und warm servierten Crostini z. B. mit Ziegenkäse, Apfel und Rosmarin oder mit Speck, Pecorino und Zwiebel. Und wochentags gibt's zu Mittag ein mediterranes Gericht. Dazu vielleicht ein Glas Prosecco vom Fass gezapft oder den Friulano Hauswein?
COSIMO
Tramezzini Manufaktur
Hofgasse 8, A-8010 Graz
Telefon: +43 316 839836
Mail: cosimo@cosimo.co.at
Internet: www.cosimo.co.at
Wie es mit den Tramezzini in Graz so einmal war? (-)
La Baguette. Von der Reitschulgasse in die Mandellstraße (-)
Die Quelle der wohl ersten, köstlichen Tramezzini, dreieckig oder gerollt, lag in der Reitschulgasse 7. In einem kleinen, eher unscheinbaren Straßenlokal gab es sie in großer Auswahl, zum dort Essen oder auch zum Mitnehmen. Die Qualität der Tramezzini hat sich über die Jahre gehalten. Sie schmecken mir noch immer ausgezeichnet, nur der Standort des Lokals wurde von Sabine Sturm in die Mandellstraße 38 verlegt, was mir sehr entgegen kommt. Natürlich gibt es dem Lokal-Namen entsprechend auch über ein Dutzend Baguettevariationen.
Zwischendurch gab es sogar eine kleine Aussenstelle in Herzen der Altstadt, und zwar gleich am Anfang der Sackstraße.
Doch leider, zuerst wurde diese Tramezzini-Innenstadtfiliale aufgelassen, und ohne Vorankündigung sperrte auch der Standort in der Mandellstraße - ein Woche zuvor hatte ich dort noch eingekauft.
Tramezzini
Cafe-Bar
in der Sporgasse (-)
Vom Hauptplatz kommend gab es gleich am
Anfang der Sporgasse, am Ende des kurzen Akadenganges, rechterhand eine zwar sehr sehr kleine aber gemütliche Cafe-Bar. Bilder des bekannten Grazer Malers Hans Beletz schmückten hier die Wände. Die
Auswahl an köstlichen und gut gefüllten Tramezzinis machte es nicht leicht, sich zu entscheiden.
Diese winzig kleine Tramezzini Cafe-Bar und
ein ebenso winziger Zuckerlladen unmittelbar daneben, ein wahres Paradies an Süßigkeiten, sind heute ein italienischer Eissalon (Amorino). Tramezzini gibt es hier ebenso wenig wie im einstigen Cafe
Segafredo am Andreas-Hofer-Platz, das nach einem abwechslungsreichen "Lokalleben" und längeren "Leer-Zeiten" wieder belebt aber Tramezzini-los ist.
Cafe Segafredo am Andreas Hofer-Platz (-)
Das klassische schwarz-rot der Segafredo Cafes bildete einmal den kontrastreichen
Rahmen für interessante Bilder, die von der gleich gegenüber gelegenen - ehemaligen - Kunst/Galerie im Wakonig-Haus ausgestellt wurden. Besonders köstlich waren in diesem Cafe am Andreas Hofer-Platz,
der einmal Fischplatz hieß, die saftigen, gerollten und großen Tramezzinis, von denen es immer mehrere Sorten zur Auswahl gab. Das Lokal hat inzwischen viele Besitzer kommen und gehen, aber keine
Tramezzini mehr gesehen.
Aber es gibt noch ein wenig Graz-Geschichte dazu:
Joseph Freiherr von Hammer–Purgstall
Geblieben ist aber die Tafel am alten Eck-Gebäude an der Stadt- und Festungsmauer, die erzählt, dass hier am 9. Juni 1744 Joseph Freiherr von Hammer–Purgstall geboren wurde, ein zu seiner Zeit bekannter Orientforscher, Schöpfer und erster Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Alte Stadt- und Festungsmauer
Neben der Erinnerungstafel an Joseph Freiherr von Hammer–Purgstall gibt es eine weitere Tafel an einem frei gelegten alten Mauerstück, die folgendes erzählt: "Am 11. April 1820 stellten Anton und Anna Steinhofer einen Revers an die K.K.Domainen Adminstration zur Sicherstellung der Verbindlichkeit aus. Diese zum K.K. Fortifikatorium gehörige Courdin-Mauer immerfort auf eigene Kosten im guten Stande zu erhalten. (Aus der Grundbuchseintragung vom 13. April 1820, N0. 1605)"
L'angolo. Es war einmal ...
Es war vor langer Zeit, als nach dem Ende des legendären Limarutti nur wenige Schritte entfernt das L'angolo öffnete.
Bite Geduld, ich krame in meinen Erinnerungen, um ...
Bücher. Einfach zum Lesen oder Durchblättern
150 Jahre OpernCafé. Kulissenwechsel 1861 - 2011
2018. Bereits 2011 hat sich das elitäre und geschichtsträchtige OpernCafé nach einer umfassenden Sanierung in neuer Gestaltung präsentiert. Zum 150. Jubiläum wurde die von Gernot Fournier geschriebene 1. Ausgabe zum 125-jährigen Jubiläum des OpernCafés adaptiert, ergänzt und in der vorliegenden Form neu aufgelegt. Das nun bereits seit 2011 vorliegende Buch ist eine sehr informative und schön gemachte Fundgrube, die Geschichte und Gegenwart rund um das Grazer Kultcafé interessant und von vielen Seiten betrachtet aufbereitet hat. Dass es im OperCafé gleich bei den Tageszeitungen aufliegt, erleichtert es vielleicht einigen, die eigenen Erinnerungen aufzufrischen. Schon das erste neugierige Durchblättern hat mir richtig Spass gemacht.
150 Jahre Operncafé. Kulissenwechsel 1861 - 2011.
Operncafé GmbH, Geschäftsführer Günter Ganster, 8010 Graz, Operring 22.
Andrea Stift, Wolfgang Kühnelt (Hg.). Grazer Beislballaden
2014. Gerade habe ich die letzte, spannende Beisl-Geschichte von Robert Preis über den Fremden im Cafe Bali zu Ende gelesen. Den beiden Herausgebern sei gedankt für diesen originellen Beislführer quer durch Graz und eine überaus bunte Autorenwelt von A bis W wie z. B. Georg Altziebler, Helwig Brunner, Constanze Dennig, Günter Eichberger, Valerie Fritsch, Katja Grach, Mathias Grilj bis Walter Wok und Andrea Wolfmayr. Deren Beiträge über 29 unterschiedlichste Lokale führen in ebenso unterschiedliche literarische und kulinarische Geschmackswelten.
Vielleicht folgt einmal eine neue Auflage, erweitert um einige der fehlenden oder als Erinnerung an einst legendäre Beisln wie z. B. das l'angolo. In der Zwischenzeit werde ich mich weiterbilden
und mich einmal in die (wenigen) hineinsetzen, in denen ich noch nie war.
Grazer Beislballaden.
Leykam Verlag 2013. 167 Seiten. € 12,90.