Kostbarkeiten und Kuriositäten 1. Figuren und Uhren

Texte und Fotos: Reinhard A. Sudy

Mehr oder weniger versteckt sind die hier kurz beschriebenen kleinen Schätze. Wer mit offenen Augen, gehobenem Haupt und ein wenig Neugier, auch für Durchgänge und Hinterhöfe, durch eine Stadt geht, wird immer wieder auf Originelles, Kostbares und Kurioses stoßen. Einige der vorgestellten, meist kleineren Sehenswürdigkeiten haben durchaus geschichtliche, kunsthistorische und/oder kulturelle Bedeutung und stehen unter Denkmalschutz.

 

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Bürgergasse. Schneemann im Priesterseminar-Hof

Schneemann-Brunnenskulptur von Manfred Erjautz, 2005, im Hof des Grazer Priesterseminars, Bürgergasse 2. Copyright: Reinhard A. Sudy

2012. Ob Sommer oder Winter, der Schneemann von Manfred Erjautz steht unverdrossen das ganze Jahr über im Innenhof des Grazer Priesterseminars. Eigentlich ist es eine Schneemann-Brunnenskulptur, die auf allzu seltene Besucher wartet.

 

Schneemann und Wasserpfütze
Im Großen Hof des Grazer Priesterseminars, zugänglich über die Bürgergasse 2, steht seit 2005 ein Schneemann aus weißem Marmor und blickt auf eine Wasserpfütze. Manfred Erjautz hat diese eigenwillige, lustige Brunnenskulptur geschaffen. Eine nachdenklich stimmende Beschreibung dazu gibt es auf einer Glastafel an einem der Mauerbögen.

 

Wandtafel: Das Erforschen der Dauer

"Der Schneemann ist ein Parameter für eine bestimmte Zeit im Jahr. Während der übrigen Jahreszeit wird er zum Fremdkörper, der den permanenten Zeitfluss vergeblich aufzuhalten versucht. Als archetypische Skulptur ruft er Erinnerungen an das Spielerische des Kindseins ins Gedächtnis. Als Figur aus Marmor widersetzt er sich jedoch jeder Art von Lebendigkeit und Entwicklung. Durch seine Spiegelung in einer künstlichen Wasserpfütze wird er trotzdem zum stummen Zeugen von Veränderung und Vergänglichkeit. Der Schneemann und die fremde Pfütze stellen damit grundlegende Fragen zur eigenen Existenz."

 

 

Stand: Aktualisiert am 21. Dezember 2012.

Veröffentlicht: Brunnenanlagen. Grazer Kostbarkeiten. In: Gsund. Menschen helfen Menschen. Nr. 49 März 2006. Seite 50.

 

Rathaus. Wachsamer Rathausmann und 4 Allegorien

 

2017. Gut gerüstet und bewaffnet - mit einem Schwert in der rechten Hand und einer Lanze mit dem Wappen der Stadt in der rechten Hand - blickt der 'Rathausmann' auf den Grazer Hauptplatz und über die Stadt. Dieser eiserne Ritter hoch oben auf einem Sims des Grazer Rathauses stammt aus dem 19. Jahrhundert steht hier als Symbol für Schutz und Macht.

Eigentlich sind es gleich drei schwerbewaffnete Krieger, die sich um die Sicherheit des Rathauses kümmern. Neben der Ritterfigur vor dem Dachgewölbe hoch über dem Rathaus-Zugang am Hauptplatz Nr. 1 und 2 gibt es noch zwei weitere Schwerbewaffnete. Diese stehen links und rechts unmittelbar über einem seitlichen Zugang bzw. der Zufahrt in der Schmiedgasse Nr. 3.

Fassadenfiguren. Vier Allegorien

Ja, und dann gibt es noch vier weitere Figuren über dem Eingangs-Portal auf der Hauptplatz-seitigen Fassade des Grazer Rathauses. Nach einer längeren Abwesenheit haben diese originalgetreu nachgebauten Figuren wieder ihre Plätze eingenommen. Sie sind ein Symbol für die vier Säulen des Erfolgs der Stadt: Handel, Wissenschaft, Kunst und Gewerbe. 

© 2019 Reinhard A. Sudy

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Nasan Tur. Der "fast nackte", unbekannte Ritter

2013/2016/2017. Anlässlich des 200-jährigen Bestehens des Universalmuseums Joanneum wurde 2011 aus einem geladenen Wettbewerb die Arbeit "Der Unbekannte Ritter" des in Berlin lebenden Künstlers Nasan Tur ausgewählt: Er entwarf die Figur des unbekannten Ritters mit geheimnisvoller Geschichte und Herkunft. Einmal als schlafende Figur und einmal als Standbild. Die beiden Bronzeabgüsse sind spärlichst bekleidet bzw. geschützt und sind bzw. waren als nicht-permanente Arbeiten im öffentlichen Raum nur zeitlich befristet zu sehen. Im Foyer des Grazer Landeszeughauses in der Herrengasse 16 kann man sich die einzelnen Elemente dieser Arbeit jedoch anschauen. Hier liegt auch ein kleiner Folder auf.

"Der Unbekannte Ritter", wie die Sockelinschrift die fast nackte Statue bezeichnete, stand lange auf dem rechten Mur-Ufer gleich am Anfang der Griesgasse in einem Gebäudeeck. Auf einem hohen Sockel und damit fast allen Zugriffen entzogen blickte die mit Schwert und Schild bewaffnete, mit Vollvisier-Helm und Schulterschutz versehene Bronzestatue Richtung Süden.

 

Als auf Zeit angelegte Kunst im öffentlichen Raum mußte das Standbild jedoch seinen Platz in der Zwischenzeit verlassen, hat aber im Landeszeughaus-Foyer einen neuen Standort gefunden.

 

Die am Sockel angebrachte Inschrift erzählte seine Geschichte:

 

"Der Unbekannte Ritter

Einige sagen, er kam aus dem fernen Osten,

andere sagen, er wäre gar kein Mensch gewesen,

sondern ein Geist.

Nachts durchstreifte er die Straßen der Stadt

und half den Menschen in der Not.

Doch aus Angst vor dem Unbekannten

verjagten die BürgerInnen ihn aus der Stadt.

Der Legende nach sieht man ihn

dennoch heute ab und zu nachts

in den Straßen von Graz."

 

Stand: Jänner 2013.

Auch am Grazer Schlossberg fand ein Teil der Rüstung dieses so geheimnisvollen Ritters für eine Weile ein zuhause. Dort, wo sich auf dem Weg vom Uhrturm kommend der kleine Platz zum Türkenbrunnen öffnet, war gut sichtbar auf einem Sockel sein Brustpanzer mit Helm, Schild und Schwert montiert.

Heute sind auch diese Teile im Eingangsbereich des Landeszeughauses zu sehen - siehe das Foto gleich unterhalb. Dazu gibt es folgende Erläuterung:

"Ein Ritter, der nicht mehr kämpfen wollte, legte seine Rüstung auf dem Schloßberg ab. Der Legende nach brachten die Grazerinnen ihre Neugeborenen zum Schloßberg und zeigten ihnen die Rüstung des Unbekannten Ritters in der Hoffnung auf ein Leben in Frieden."

Aber einen Platz gibt es noch, auf dem eine der Bronzeabgüsse ruht: Die schlafende Skulptur des unbekannten Ritters auf dem Dachfirst des Grazer Landeszeughauses, gut sichtbar von der Herrengasse aus, wurde noch nicht demontiert.

© 2019 Reinhard A. Sudy

 

Stand: August 2016.

 

Sportler als Modell für Skulpturen 

2020.

 

 

Vorschau

 

 

Zwei Bronzeskulpturen von Sportlern (eine Frau und ein Mann) stehen seit 1951 auf dem Gelände der Otto-Möbes-Akademie im Stiftingtal.

 


 

[Otto-Möbes-Akademie | Stiftingtalstraße 240, A-8010 Graz]

 

 

2020. Zwei Bronzeskulpturen soll es einmal im Geländes der ehemalligen Landesturnhalle in der Grazer Jahngasse gegeben haben. 

 

 

Vorschau

 

Links die Bronzeskulptur eines Diskuswerfers von Walter Pochlatko, datiert 1957. Sie ist im oberen Bereich der Sportanlage, gleich neben dem Zugang zum Basketballplatz, aufgestellt. 

 

Ich erinnere mich noch an eine andere, zweite Bronzeskulptur, die einst nahe dem Eingangi n die Landesturnhalle aufgestellt war. Ich habe sie aber nicht mehr gefunden. Auf der Suche nach ihr habe ich erfahren, ...

 

 

Landesportzentrum Steiermark

Jahngasse 1-3, A-8010 Graz

www.lsz-graz.at

 

[Landessportzentrum/Landessportorganisation] 

Steinerner Hund. Ein Zeichen kaiserlicher Dankbarkeit

Steinerner Hund am Grazer Schloßberg. Im Hintergrund ist ein wenig von einem Ziffernblatt des Uhrturms zu sehen. © Reinhard A. Sudy

2019. Hinter sich den Uhrturm und den Blick nach Osten gerichtet wacht eine sitzende, steinerne Hundeskulptur auf einem Mauervorsprung. Eine Info-Tafel am Wegrand oberhalb mit der Überschrift  'Die Uhrturm-Kasematte & Steinerner Hund' erzählt in mehreren Sprachen von der 1955 freigelegten Kasematte und dem 'Steinernen Hund'. Dieser 'gilt als Denkmal für einen wachsamen Vierbeiner, welcher der Überlieferung nach im Jahre 1481 hier durch sein Gebell den Raub der Tochter Kaiser Friedrichs des Dritten, Kunigunde, durch Söldner des Ungarnkönigs Matthias Corvinus vereitelte'. Dieser hatte zuvor vergeblich um die Hand der Prinzessin angehalten hatte. Zum Dank ließ Kaiser Friedrich den Hund in Form eines Standbilds verewigen.

Die Weikhart Uhren am Grazer Hauptplatz

2013/2018/2020. Seit meiner Kindheit streife ich durch die Gassen und Höfe der Grazer Altstadt und spaziere immer wieder durch den Stadtpark und auf den vielen Wegen des Schloßbergs. Ausgangspunkt ist da oft der Hauptplatz, und ein rascher Blick auf die Weikhard Uhr zeigt mir seit jeher verlässlich dich richtige Zeit. Auf die 'Zeitangabe' der Sonnenuhr auf der Hausfassade dahinter habe ich nie so ganz vertraut.

Film "Rund um die Weikhard-Uhr"

Und kürzlich hatte ich beim ungeliebten Räumen einen alten Zeitungsbericht über einen Kinofilm in der Hand. Die drei Filmemacher

Stefan Schmid, Boris Miedl und Jürgen Miedl haben 'das geheime Wahrzeichen der Stadt beleuchtet' und ein vielschichtiges Bild gezeichnet. Für ihren Dokumentarfilm verbrachten sie 24 Stunden bei der Weikhard Uhr und sprachen dabei mit vielen der wartenden Menschen. Die Uraufführung war dann am 29. Oktober 2014 im UCI-Annenhof Kino.

 

Quelle: Diese Uhr geht mit der Zeit, in: Woche Graz vom 22. Oktober 2014, Seite 18-19.

 

Die Weikhard Uhr am Grazer Hauptplatz. (Foto: Sudy)

Treffpunkt Weikhard Uhr

Generationen von Grazern haben sich bei der Weikhard-Uhr am Hauptplatz der steirischen Landeshauptstadt verabredet. Auch heute noch ist sie ein beliebter Treffpunkt für Dates von jung und alt.

 

Kultstatus für Weikhard-Uhr

Die berühmte Uhr stammt bereits aus 1930. Anlässlich der Umgestaltung des Hauptplatzes

wurde auch die Weikhard-Uhr 2001 renoviert. Ihre Beliebtheit als Treffpunkt blieb jedoch unverändert.

 

Sonnenuhr?

Kaum einer kennt jedoch die kleine Sonnenuhr am Weikhard-Haus, Hauptplatz 13.



 

 

Stand: Jänner 2013.

 

 

 

 

Vorschau

Architektursommer 2015, Plakat Uhr. Foto: Marie Neugebauer, Design: EN GARDE

 

 

 

 

Vorschau

Hauptplatz. Turmuhr am Rathaus

2020. Nicht ganz so berühmt und bekannt wie die Weikhart-Uhr aber dafür wesentlich älter ist die Turmuhr am Rathaus. Seit 122 Jahren schlägt sie viertelstündlich: Einmal, zweimal, dreimal bzw. zur vollen Stunde viermal und dazu die jeweilige Stundenzahl.

 

 

Bitte Geduld. Vorschau

 

 

Schloßberg. Uhrturm-Uhr

2014. Weithin sichtbar ist der 28 Meter hohe Uhrturm auf dem Grazer Schloßberg. Er ist ein durch seine besondere Lage und sein steil aufragendes, außergewöhnlich geformtes Schindeldach ein auffallendes Wahrzeichen der steirischen Landeshauptstadt.

 

Vier riesige Zifferblätter

An jeder der vier Seiten des wuchtigen Turms befindet sich ein großes Zifferblatt mit über fünf Meter Durchmesser. Über diesen führt ein hölzerner Wehrgang um den Turm, von dem aus einst die Feuerwächter die Stadt überblickten.

 

Verkehrte Zeigergröße

Ursprünglich hatten diese vier Ziffernblätter nur einen großen Stundenzeiger. Der erst später hinzu gefügte Minutenzeiger wurde daher kleiner gestaltet. So sind die Zeiger auch heute noch entgegen der sonst üblichen Form in der Größe vertauscht.

 

Uhrturm-Glocken

Drei Glocken sind erhalten: Die Stundenglocke, die Feuerglocke und die Armensünderglocke. Ihrer Bezeichnung entsprechend schlägt die Stundenglocke von 1382 zu jeder vollen Stunde und die Feuerglocke von 1645 warnte vor Feuer. Die Armensünderglocke von ca. 1450 läutete ursprünglich zu Hinrichtungen, ab dem 19. Jahrhundert zur Sperrstunde, was zu ihrer zweiten Bezeichnung, Lumpenglocke, führte.

 

Uhrturm-Schatten

Im Jahr 2003 war Graz „Kulturhauptstadt Europas“. Eine der markanten Installationen in diesem Jahr war der „Schatten“ des Uhrturms. Es war dies ein vom Künstler Markus Wilfling maßstabsgetreu gebauter, schwarzer Zwillingsturm aus Stahl. Der Uhrturm-Schatten steht heute in der Shoppingcity Seiersberg, einem Einkaufszentrum im Süden von Graz.

Münzgrabenkirche. Glockenturm mit Turmuhr

2020.

 

Bitte Geduld. 

 

 

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