Ligurien. Unterwegs entlang der italienischen Riviera

Hier lesen Sie über

  • Genua. Hafen- und Krimistadt teils noch in Vorbereitung!
  • Riviera di Ponente. Genua westwärts
  • Riviera di Levante. Genua südostwärts
  • ausgesuchten Lesestoff
Im Altstadtkern von Albenga stehen hier im Dreierpaket dicht nebeneinander der Torre del commune mit über 60 m, der Torre del municipio und der Turm der Kathedrale. © Reinhard A. Sudy
Ein buntes Fischerboot im Hafen von Santa Margherita Ligure. © Reinhard A. Sudy

Windgeschützt durch das gebirgige Hinterland und durch die ausgleichende Wirkung des Mittelmeeres hat der meist sehr schmale Küstenstreifen der italienischen Riviera das ganze Jahr über ein sehr mildes Klima. Gepflegte Sandstrände und steil aufragende Küsten, mondäne Badeorte und mittelalterliche Städte, malerische Fischerdörfer und verwinkelte Bergdörfer sind die Markenzeichen der italienischen Region Ligurien. Im Zentrum dieser so vielseitigen Landschaft liegt die Hafensstadt Genua, das wirtschaftliche und kulturelle Herz von Ligurien.

Genua. Kulturhauptstadt und Krimi-Metropole

Text: Reinhard A. Sudy

Fotos: Hedi Grager, Reinhard A. Sudy

Mir war Genua von jeher als Schauplatz von Krimis im Hafenmilieu bekannt. Vor allem mit dieser Erinnerung streifte ich das erste Mal durch die größte zusammenhängende Altstadt Europas mit den labyrinthischen Gassen, lichten Plätzen und prachtvollen Boulevards. Und war überrascht von der Eleganz und Dürftigkeit, der Großzügigkeit und Enge dieser sehenswerten und geschichtsreichen Stadt zwischen Meer, Hafen und Hügeln. Doch zuerst ein kurzer Rückblick auf Genuas Kulturgeschehen im Jahr 204.

 

Kulturhauptstadt 2004

Über 2500 Jahre zurück reicht die Geschichte des größten und wichtigsten Hafens von  Italien, dessen Altstadt mit 4 Quadratkilometern eine der größten Europas ist. Das Kaffeehaus- und Konfiserie-Paradies Genua ist wirtschaftliches und kulturelles Zentrum und Hauptstadt der italienischen Region Ligurien. Gemeinsam mit der französischen Stadt Lille teilte sich Genua den Titel Kulturhauptstadt 2004 und führte mit drei großen Themen durch die Stadt:

  • Genua als Kunststadt

  • Genua als Hauptstadt des Meeres

  • Genua als Stadt in der Gegenwart 

Eine Besonderheit war sicherlich die zur Museumsstraße gestaltete Via Garibaldi. Hier wurden die vielen historischen Meisterwerke der italienischen Architekturgeschichte zu einem einheitlichen Museums-Parcours zusammengefasst. Ein Höhepunkt des Kulturprogramms war aber die Ausstellung „Die Zeit des Rubens – Genueser Paläste, Auftraggeber und Kunstsammler“ im Palazzo Ducale, einem der schönsten Dogenpaläste Genuas, vom 20. März bis zum 11. Juli 2004.

Krimi-Schauplatz

 

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Genua Online

www.visitgenoa.it   | offizielle Webseite für den Tourismus in Genua 

www.comune.genova.it | offizielle Webseite Genuas, nur italienisch

www.regione.liguria.it  | offizielle Webseite der Region Ligurien, nur italienisch

 

Vom Grenzstädtchen Ventimiglia bis Finale Ligure

Text: Reinhard A. Sudy

Fotos: Hedi Grager, Reinhard A. Sudy

Dolceaqua: Mittelalterliche Brücke über die Nervia. © Reinhard A. Sudy

Von der französisch-italienischen Landesgrenze im Westen bis zur mittel-italienischen Region Toscana reicht der schmale Küsten-Landstrich der Region Ligurien. Ich war bei meinem ersten längeren Aufenthalt in dieser als "italienische Riviera" bezeichneten Küstenregion im Nordwesten Italiens zwischen dem Grenzstädtchen Ventimiglia bzw. dem einst legendären San Remo und den Ortschaften der Gemeinde Finale Ligure unterwegs: In den Häfen und an den Stränden der Küstenstädtchen und Badeorte und den Bergdörfern im Hinterland.

 

Dolceacqua
An einer Flussbiegung der Nervia wächst diese mittelalterliche Ortschaft in einem düsteren Gassengewirr den Hügel hinauf. In Werkstätten und Ateliers werden beispielsweise Kunst- und Gebrauchsgegenstände aus Holz gefertigt. Hoch darüber erheben sich die Ruinen einer mittelalterlichen Burg. Prächtig ist die weit geschwungene mittelalterliche Brücke über die Nervia, die schon Claude Monet als ein "Juwel an Leichtigkeit" bewunderte.

Apricale
In diesem malerisch am Hang gelegenen Bergdorf windet sich die Via Roma, die schmale Hauptgasse, eng und steil zur oberen Piazza hoch. Bunte Wandmalereien mit Alltagsszenen und Landschaften schmücken die Fassaden und Mauern.

Albenga
Der nahezu ursprünglich erhaltene, historische Altstadtkern mit einigen lebhaften Geschäftsgassen ist kompakt und übersichtlich. Sehenswert sind die berühmten und markanten mittelalterlichen "Geschlechtertürme". Diese wurden einst von reichen Familien als Zeichen des Wohlstandes erbaut.

 

Colletta di Castelbianco
Etwa 12 km von Albegna entfernt ins Land hinein liegt sehr versteckt dieses winzige, bis vor kurzem noch verlassene Bergdörfchen. Ein italienischer Stararchitekt hat es wieder zum Leben erweckt und die Gebäude naturgetreu restauriert.
www.colletta.it

 

Finale Ligure
Die Gemeinde Finale Ligure besteht aus den ineinander übergehenden Ortschaften Finale Marina und Finalpia sowie dem landeinwärts gelegenen Finalborgo. Die Kleinstadt Finale Marina ist ein äußerst attraktiver Urlaubsort, der seinen typisch italienischen Charakter behalten hat. Die belebten kleinen Gassen und die idyllischen Plätze der Altstadt sind sehr gepflegt. Der lange, saubere Sandstrand wird von einer breiten Palmenpromenade begleitet. Im unmittelbar angrenzenden und schlichteren Finalpia herrscht beinahe noch eine dörfliche Ruhe. Etwa 2 bis 3 km landeinwärts liegt Finalborgo. Hier sind die Einheimischen noch ganz unter sich. Dieses alte Wehrdorf ist von hohen Stadtmauern mit wuchtigen Türmen umgeben und hat seine mittelalterliche Aura gänzlich bewahrt.

 

Varigotti

Auf dem Weg nach Genua, zwischen den Ortschaften Finale Ligure und Noli, liegt an der Durchgangsstraße Varigotti. Einst war hier ein bedeutender Hafen und ein byzantinisches Verteidigungszentrum gegen die Langobarden. Bei der Durchfahrt wirkt das im Kern malerische kleine Städtchen mit seinem langgezogenen Sandstrand eher unscheinbar. Beeindruckend sind die dem Strand zugewandten bunten, maurisch wirkenden Flachdach-Häuser.

 

Veröffentlicht: Italienische Riviera. Von der französisch-italienischen Landesgrenze bis zur Toscana erstreckt sich die italienische Riviera der Region Ligurien. In: Gsund. Menschen helfen Menschen. Nr. 37 März 2003. Seite 40 - 41.

Von Santa Margherita Ligure bis Porto Venere

Text: Reinhard A. Sudy

Fotos: Hedi Grager, Reinhard A. Sudy

Blick durch ein Mauerfenster auf eine kleine Bucht am Rande von Portovenere. © Reinhard A. Sudy
Sichelförmig zieht sich Ligurien von der französisch-italienischen Staatsgrenze bis zur Region Toskana. Ihr Küstenstreifen mit lang gezogenen Sandstränden und steilen Klippen ist oft sehr schmal, das Hinterland ist gebirgig und weitgehend dicht bewaldet. Liguriens Hauptstadt Genua teilt die italienische Riviera in eine Riviera di Ponente und eine Riviera di Levante, beide reich an liebenswürdigen und beeindruckenden Fischerdörfern und Küstenstädtchen. Besonders sehenswert und reich an Überraschungen ist der Landstreifen südöstlich von Genua.

 

Santa Margherita Ligure

Südlich von Genua liegt die Halbinsel von Portofino mit dem mondänen Urlaubsort Portofino und dem exklusiven Küstenstädtchen Santa Margherita Ligure. Dieses hat sich vom einstigen Fischerdorf zu einem gemütlich- eleganten Badeort entwickelt. Eine palmengesäumte Uferpromenade verbindet das Stadtzentrum mit Hotelfassaden der Jahrhundertwende mit dem Hafen.


Cinque Terre. Vernazza
Die schützenswerte Landschaft der insgesamt 5 Orte der Cinque Terre (Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore) wurde 1997 zum Weltkulturerbe erklärt. Die vielfach beschriebenen Wanderungen haben sicherlich ihren Reiz. Am beeindruckendsten aber ist der Anblick der einzelnen Dörfchen vom Meer aus. Vernazza ist wohl der malerischste und meistfotografierte Ort der Cinque Terre. Dieses idyllische und autofreie Dörfchen wird von schmalen Gassen durchzogen. Das dörfliche Leben spielt sich überwiegend auf der über einem kleinen Felsbadeplatz gelegenen Hafenpiazza und einer etwas breiteren Hauptgasse mit vielen kleinen Läden ab. Am südlichen Ende des landschaftlich faszinierenden, felsigen Küstenstreifens der Cinque Terre liegt die Halbinsel des Golfes von La Spezia. An ihrem meerseitigen Ende wächst das hübsche Städtchen Porto Venere am Hafenkai den Hang hinauf.

 

Portov Venere
Der erste Anblick von Porto Venere ist großartig. Schmale, hochaufragende, farbenprächtige Häuserfassaden entlang des breiten Hafenkais bilden eine wunderbare Kulisse. Über der Hafenfront ragen die wuchtigen Mauern und Türme einer alten Genueser Festung auf. Eine schmale Gasse zieht sich durch den gut erhaltenen mittelalterlichen Ortskern mit hübschen Geschäften, Backstuben und Souvenirläden. Am ihrem Ende führt eine breite Rampe zur Klippenkirche auf einer felsigen Halbinsel im Meer. Unmittelbar davor ist die Schiffs-Einfahrt zur dahintergelegenen stillen Bucht von La Spezia. Auf diesem äußersten Felskap bei der Meereseinfahrt zur einstigen genuesischen Grenzfeste Portovenere steht das kleine Kirchlein San Pietro mit einem wunderbaren Ausblick in alle Himmelsrichtungen.

 

Veröffentlicht: Italienische Riviera. Varigotti, Santa Margherita Ligure und Portovenere: Sonne, Meer und Boote. In: Gsund. Menschen helfen Menschen. Nr. 53 März 2007. Seite 53.

Das Kirchlein San Pietro auf einem Felsvorsprung vor Portovenere. © Sudy

Ligurien Online

 

 

Schmökerecke. Ligurien mit Büchern entdecken

Gaby Wurster (Hg.). Genua und Ligurien 

 

2015. Als "eine königliche Stadt zu Füßen der Berghügel, stolz auf ihre Menschen und Mauern, deren bloßer Anblick sie als Herrin des  Meeres ausweist" hat Francesco Petrarca die Hafenstadt Genua beschrieben. Sie wurde auch schon La Superba, La Dominante, Aurea Città - die Stolze, die Herrscherin, Goldene Stadt - genannt. Mir war Genua eher als Schauplatz von Krimis im Hafenmilieu bekannt, als ich das erste Mal durch die größte zusammenhängende Altstadt Europas mit den labyrinthischen Gassen, lichten Plätzen und prachtvollen Boulevards streifte. Daran wurde ich erinnert, als ich mich auf eine literarische Reise begab und Ligurien und ihre Hauptstadt Genua mit den Augen und Worten der vielen Autoren zu sehen und verstehen begann: Giorgio Caproni, Rosa Cerrato, Edoardo Sanguineti, Eugenio  Montale, Bruno Morchio, Claudio Paglieri, Paola Pettinotti, Antonio Tabucchi, Maria Teresa Valle, Italo Calvino, Maurizio Maggiani, Rossella Postorino und noch viele andere zeigten mir klug zusammengefasst in sechs  Abschnitten ihre Stadt und ihr Land. Gleich im ersten Beitrag zeichnet Henning Boetius ein beeindruckendes Bild des macht- und sendungsbewußten Andrea Doria. Vicente Blasco Ibanez beschreibt die erstaunlichen Auswüchse der Vergötterung des Marmors, mit dem sogar viele Straßen in Genua gepflastert wurden. Vergnüglich am Beginn und tragisch am Ende berührt die Erzählung über die Frau ohne Kopf von Claudia Salvatori. Und mit wenigen Worten macht Paul Valéry eine unnachahmliche Liebeserklärung an sein Genua.

 

Genua und Ligurien. Eine literarische Einladung.

Verlag Klaus Wagenbach. Berlin 2015. Rotes Leinen. Fadengeheftet. 144 Seiten mit vielen Abbildungen. € 15.90 / sFr  22.90 / € (A) 16.40.

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